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Der starke Rückhalt im Hüttenberger Gehäuse: Dominik Plaue.

Zu Gast bei dezimierten »Wieseln«

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Hüttenberg. Der Respekt vor der englischen Woche war groß beim TV Hüttenberg. Wohl wissend, dass drei Spiele innerhalb einer Woche unwahrscheinlich kräftezehrend und auslaugend sind.

Weil das Heimspiel der Blau-Weiß-Roten gegen den Dessau-Roßlauer HV aufgrund zweier Corona-Infizierter beim Gegner am vergangenen Wochenende jedoch kurzfristig abgesagt werden musste, durften die Handballer aus dem Handkäsdorf im Vergleich zur Konkurrenz noch einmal durchschnaufen - und absolvieren stattdessen immerhin eine »halbe« englische Woche, deren Auftakt das Auswärtsduell beim TSV Bayer Dormagen an diesem Mittwochabend (Anwurf: 19.30 Uhr) darstellt.

Spätestens beim Blick auf die Tabelle der 2. Handball-Bundesliga wird klar, weshalb TVH-Trainer Johannes Wohlrab am liebsten vermeiden möchte, dass seine Spieler selbigen überhaupt erst vornehmen. Mit 5:15 Punkten rangiert Dormagen aktuell auf dem vorletzten Tabellenplatz und steckt mittendrin im Abstiegskampf. So wie die aktuelle Tabellenvierte aus Hüttenberg vor ziemlich genau einem Jahr, als Wohlrab die Nachfolge seines geschassten Vorgängers Frederick Griesbach antrat. »Dormagen hatte bislang in puncto Verletzungen ganz großes Pech. Wir wissen aktuell auch noch nicht, wer da in den Kader zurückkehren wird, deshalb ist die Tabelle in dieser Situation eigentlich gar nicht aussagekräftig«, so Wohlrab, der so zwischen den Zeilen betont, dass seine Schützlinge die »Wiesel« auf keinen Fall unterschätzen sollen.

Am Samstag, als der TVH unfreiwillig eine Pause bekam, lieferte sich Dormagen gegen den im Bayer-Sportcenter gastierenden TV Emsdetten eine echte Abwehrschlacht. 18:18 endete die Partie, weniger Tore waren bislang noch in keinem anderen Zweitliga-Match in der laufenden Saison gefallen. »Wir haben unser Herz auf die Platte gebracht und Emsdetten einen richtigen Fight geliefert. Nur so kannst Du im Tabellenkeller bestehen, meine Jungs haben eine tolle Leistung abgerufen«, so TSV-Trainer Dusko Bilanovic im Rückblick, der einzig »die nicht optimale Chancenauswertung« seines Ensembles kritisiert. Mit Joshua Reuland, Christian Simonsen, Alexander Senden, Lennart Reitz, Lucas Rehfus und André Meuser fehlt Bilanovic weiterhin knapp ein halbes Dutzend Akteure.

Ob Mittelmann Ian Hüter wieder mitwirken kann, ist indes fraglich. Der 24-Jährige hatte kürzlich ebenfalls nach einer Verletzungspause sein Comeback gegeben, war gegen Emsdetten jedoch abermals ausgefallen, so dass Bilanovic ohne gelernten Spielmacher auskommen musste und stattdessen Hüters Bruder Patrick, einen Kreisläufer, als Regisseur die Fäden ziehen ließ.

»Wir konzentrieren uns nur auf uns und beschäftigen uns nicht mit dem Gegner«, betont Wohlrab ob des stark dezimierten Dormagener Kaders, der zuletzt häufig mit den »Jungwieseln« Sören Steinhaus, Finn Wolfram und Benjamin Ludorf aus der eigenen A-Jugend aufgefüllt werden musste. So weit musste der Hüttenberger Coach noch nicht gehen, wenngleich auch beim »Original aus Mittelhessen« zwei Ausfälle auf der Verletztenliste stehen. So wird Rechtsaußen Tobias Hahn angesichts von Fußproblemen weiterhin nicht mitwirken können. Selbiges gilt für Torhüter Simon Böhne, bei dem ein Kahnbeinbruch in der Hand diagnostiziert worden ist und der mindestens für drei Monate pausieren muss.

Abwehrarbeit

»Wir haben die Pause genutzt, um weiter an unserer Abwehr zu arbeiten und in Dormagen noch mehr Kompaktheit auf die Platte zu bringen. Entscheidend wird es wie zuletzt sein, dass wir in unser Tempospiel kommen, das ist in diesem Jahr unsere große Stärke. Wir fahren ganz klar mit der Zielsetzung nach Dormagen, dort zwei Punkte zu holen«, so Wohlrab, dessen Mannschaft mit dem neunten Saisonsieg und ein wenig Schützenhilfe der Konkurrenz auf Tabellenplatz zwei springen könnte.

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