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Zuhause soll es wie in der Fremde klappen

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Von: Nico Hartung

Hüttenberg. Noch in der vergangenen Saison war das Sportzentrum Mittelhessen eine scheinbar uneinnehmbare Festung. Nur wenigen Teams war es vergönnt, gegen die Spieler von Handball-Zweitligist TV Hüttenberg Punkte aus deren Heimstätte zu entführen.

TV Hüttenberg - Eulen Ludwigshafen (Samstag, 19.30 Uhr)

In dieser Spielzeit hingegen offenbart der Blick auf die Statistik, dass die Heimbilanz der Hüttenberger aktuell noch mehr als ausbaufähig ist: Von fünf Begegnungen vor heimischem Publikum gingen gleich vier verloren, nur gegen den Vorletzten Wölfe Würzburg konnte Anfang Oktober mit 33:24 gewonnen werden.

Keine guten Voraussetzungen also sollte man meinen, wenn der TVH am Samstagabend (Anwurf: 19.30 Uhr) die Eulen Ludwigshafen empfängt. Zumal dann nicht, wenn diese erst am Mittwochabend bei ihrem 37:31-Heimsieg über den TV Großwallstadt noch einmal mächtig Selbstvertrauen getankt haben.

Fairerweise muss jedoch hinzugefügt werden: Wenngleich die Heimbilanz der Hüttenberger bislang noch alles andere als rosig daherkommt, die Zahlen in der Fremde sind dafür umso beeindruckender. Von zehn möglichen Punkten holten die Blau-Weiß-Roten deren sieben, womit sie die sechstbeste Auswärtsmannschaft der Liga sind.

Ein eindrucksvolles Zeugnis ihrer Fähigkeit, vor fremdem Publikum bestehen zu können, lieferten die Schützlinge von Trainer Johannes Wohlrab am vergangenen Sonntag, als der HSC Coburg in dessen Halle mit 31:25 bezwungen wurde. Kommen die Hüttenberger auch am Samstagabend an ihre in Oberfranken gezeigte Leistung heran, müssen sich die Eulen auf einen harten Kampf einstellen. Der Tabellensiebte hat die letzten drei Begegnungen allesamt gewinnen können und hofft, seine Serie in Hüttenberg auszubauen.

Wie er dies zu verhindern gedenkt, verrät Wohlrab, wenn er Einblick in den von ihm ausgetüftelten Matchplan gibt: »Ludwigshafen spielt in der 6:0-Deckung mit offensiven Deckungsspielern auf den Halbpositionen. Wir müssen versuchen, die sich hier bietenden Räume gut zu nutzen, das wird der Schlüssel zum Torerfolg sein. Auf der anderen Seite brauchen wir einen schnellen Rückwärtsgang. Die Tatsache, dass die Eulen schon am Mittwoch gespielt haben, könnte ein Belastungsvorteil für uns sein. Ludwigshafen kommt enorm über die Körperlichkeit, sie sind sehr robust und physisch stark.«

So messen beispielsweise die vier Akteure Stefan Salger, Julius Meyer-Siebert, Jannek Klein und Jan Remmlinger auf den Rückraum-Halbpositionen im Schnitt 2,01 Meter, was sie als Schützen aus der zweiten Reihe für die einfachen Tore prädestiniert.

»Wir haben uns diese kleine Siegesserie erarbeitet, die Jungs haben insbesondere gegen Großwallstadt eine super geschlossene Mannschaftsleistung gezeigt«, lobte Michel Abt sein Team im Anschluss an die Partie am Mittwochabend. Der 32-Jährige spielte bis Sommer 2017 bei den Rhein-Neckar Löwen, ehe er aufgrund eines Knorpelschadens die zweite Mannschaft der Mannheimer trainierte. Im zurückliegenden Sommer wechselte der gebürtige Heidelberger zu den Eulen und ist damit erstmals im Profi-Geschäft an der Seitenlinie verantwortlich. Zwar nur vier Jahre älter, jedoch bereits um anderthalb Jahre zweitligaerfahrener ist hingegen Wohlrab. Der Berufsschullehrer hofft, dass Philipp Schwarz, aufgrund seiner Treffsicherheit von den Hüttenberger Fans auf deren Facebook-Seite jüngst zum Spieler des Monats Oktober gewählt, zum Wochenende wieder in den Kader zurückkehren wird. Den Linksaußen plagt noch eine Zerrung im Adduktorenbereich, die ihn bereits die Teilnahme am Coburg-Spiel gekostet hatte.

In der Vestestadt kurz mitgewirkt, mittlerweile jedoch wieder fraglich, ist indes Joel Ribeiro, der Probleme mit einer Fußverletzung hat, die er sich beim DHB-Zweitrunden-Spiel in Bietigheim zugezogen hat. »Wir werden erst am Ende der Woche wissen, ob beide mitwirken können, was wir natürlich hoffen«, so Wohlrab. Denn die beiden Youngster sollen dabei helfen, das Sportzentrum Hüttenberg endlich wieder zur Festung auszubauen.

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