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Zum Schluss fehlen die Kräfte

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Am Ende half der aufmunternde Applaus von Trainer Johannes Wohlrab weder gegen Gummersbach noch am gestrigen Abend in Eisenach. Der TV Hüttenberg quittiert zwei Niederlagen innerhalb von fünf Tagen. © Röczey

Eisenach . Am Ende wurde es deutlich. Handball-Zweitligist TV Hüttenberg hat sich am Mittwochabend beim Auswärtsspiel gegen den ThSV Eisenach mit 29:36 (14:16) geschlagen geben müssen. Für die Schützlinge von Trainer Johannes Wohlrab war die Niederlage in der Werner-Assmann-Halle bereits die vierte Pleite in den letzten sechs Partien, trotzdem stehen die Blau-Weiß-Roten nach wie vor auf dem fünften Tabellenplatz, wobei sie noch weniger Partien als die meisten ihrer Konkurrenten absolviert haben.

ThSV Eisenach -

TV Hüttenberg 36:29

»Wir haben lange Zeit oben mitgespielt und die Erwartungen übertroffen. Jetzt haben wir zum ersten Mal eine Phase, in der es nicht läuft. Damit müssen meine Jungs jetzt lernen umzugehen, das ist ein langwieriger Lernprozess«, erklärte Wohlrab auf der anschließenden Pressekonferenz.

Des einen Leid war des anderen Freud: Während die Gäste nach dem Schlusspfiff mit gesenkten Häuptern ihren Weg in die Kabine antraten und sich dann auf den knapp zwei Stunden langen Heimweg machten, feierten die Wartburgstädter mit ihren Anhängern bereits ihren sechsten Rückrundensieg.

Die Hüttenberger, die ohne ihren Antreiber Hendrik Schreiber (Knieverletzung) auskommen mussten, taten sich gegen die Thüringer von Beginn an schwer. Eisenach verteidigte konsequent in einer offensiven 5:1-Deckung, die nach Ballgewinnen den schnellen Gegenzug suchte. Die Mittelhessen erzielten ihre erste - und einzige - Führung nach sieben Minuten, als Moritz Zörb aus sechs Metern zum 3:2 einwarf. Bis zum 7:7 durch Joel Ribeiro nach einer knappen Viertelstunde wurden die 831 Zuschauer Zeugen einer ausgeglichenen Partie, ehe sich die Gastgeber etwas absetzen konnten, wobei sie vom in dieser Phase zu unpräzisen Hüttenberger Angriffsspiel profitierten. So trafen mit Torwart Fran Lucin und Mittelmann Fynn Hangstein gleich zwei Eisenacher innerhalb von 60 Sekunden ins verwaiste Hüttenberger Tor (22., 23.), was Wohlrab sogleich mit dem Zücken der grünen Timeout-Karte quittierte. Als dann Ante Tokic nach einem parierten Hüttenberger Wurf zum 16:12 einwarf, waren es gar vier »Empty-Net-Goals«, was einem Viertel der bis dato kassierten Gegentreffer entsprach. Und dennoch gingen die Wohlrab-Schützlinge nicht geknickt in die Kabine: Philip Opitz erzielte nach einem feinen Wackler den wichtigen 14:16-Pausenstand, der bei den TVH-Fans die Hoffnung auf eine offene zweite Halbzeit nährte.

Zumindest in den ersten zehn Minuten nach Wiederanpfiff erschien eine Wende realistisch. Dann jedoch, mit zunehmender Spieldauer, hatte es den Anschein, als ob die Hüttenberger ihrem leidenschaftlichen und kräftezehrenden Kampf aus der 27:30-Heimniederlage gegen den VfL Gummersbach am Samstagabend Tribut zollen. Eisenach drückte indes weiterhin aufs Tempo. So wie nach 42 Minuten, als ein Neun-Meter-Wurf von TVH-Rechtshänder Niklas Theiß an die Holzlatte klatschte, woraufhin ThSV-Linksaußen Ivan Snajder über die zweite Eisenacher Welle nur wenige Sekunden später frei vor Dominik Plaue im Hüttenberger Kasten auftauchte und die Führung der Hausherren erstmals auf fünf Tore ausbaute (23:18).

Wohlrab versuchte mit seiner letzten Auszeit zehn Minuten vor dem Ende beim Stand von 21:26 noch ein letztes Mal korrigierend auf seine Schützlinge einzuwirken, doch es half nichts mehr. Die Hausherren blieben bis zum Schluss klarer und konsequenter in ihren Angriffsaktionen, am Ende leuchtete ein 29:36-Endstand von der Anzeigetafel. »Die erste Halbzeit war von beiden Seiten zerfahren, aber wir können sie noch ausgeglichen gestalten. Im zweiten Abschnitt hat man dann gesehen, dass unsere Jungs teilweise noch etwas grün hinter den Ohren sind«, bilanzierte Wohlrab hinterher.

Eisenach: Jespen, Lucin (1, 21.-50.),- Iffert, Wöhler (3), Potisk, Hangstein (9/2), Ulshöfer, Walz (2), Tokic (4), Sousa, Dicker (1), Donker, Schneibel (3), Snajder (5), Wehyrauch, Saul (8).

Hüttenberg: Plaue, Böhne (30.-39.) - Schwarz (2), Kneer, Kirschner (2), Opitz (2), Theiß (3), Fujita (5), Weber (4/1), Rompf (2), Zörb (3), Mappes (4), Ribeiro (1), Hahn (1), Klein, Jockel.

Schiedsrichter : Hofmann/Hörath (Bamberg/Zirndorf) - Zuschauer: 831 - Zeitstrafen: Eisenach fünf (Snajder, Dicker, Tokic, Walz zwei), Hüttenberg sechs (Opitz, Weber, Zörb, Ribeiro, Jockel zwei) ,

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