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Die SG Reiskirchen/Bersrod/Saasen (weißes Trikot) gibt in der A Alsfeld den Ton an.

Zwei Gießener in der Aufstiegsspur

Alsfeld (cnf). Auch die Fußball-Kreisliga A Alsfeld befindet sich mitten in der Winterpause. Darunter sieben Teams aus dem Sportkreis Gießen. Zwei davon haben es dabei in die im März startende Aufstiegsrunde geschafft, landeten also unter den Top sechs. Mehr noch: Die SG Reiskirchen/Bersrod/Saasen wurde, mit Abstand, Erster, die FSG Laubach grüßt von Rang zwei.

Beim Primus aus Reiskirchen ist die Stimmung nachvollziehbar bestens. 13 Siege, ein Remis, nur zwei Niederlagen: Die Dreier-SG hat ihre Ziele und Erwartungen bis dato absolut erfüllt. Die Vertragsverlängerung mit Trainer Benjamin Lock, noch vor Weihnachten, überraschte daher wenig.

Aufstiegsrunde

»Die Hinrunde ist sehr gut für uns gelaufen, auch wenn wir zwischendurch einmal in ein kleines Tal mussten. Aber hinten raus haben wir gezeigt, dass wir zurecht zu den Top-Kandidaten gezählt wurden«, freut sich Lock über das Abschneiden und wirft auch einen zufriedenen Blick auf das Torverhältnis von 57:17: »Das spiegelt auch unseren Willen für einen absoluten Offensivfußball wider.« Mit gleich drei Akteuren ist die SG unter den Top-12-Torschützen vertreten, allen voran: Marian Hild, der die Torjägerliste mit 17 »Buden« anführt.

Dabei hatte auch Reiskirchen/Bersrod/Saasen immer wieder mit Verletzungsproblemen zu kämpfen. »Ich konnte nicht einmal mit der gleichen Elf anfangen. Von kleinen Blessuren bis zum Kreuzbandriss war alles dabei. Aber soweit ich weiß, hat so eine Situation jeder gehabt«, berichtet Lock, der am 4. Februar zum Vorbereitungsstart lädt und natürlich an dem Ziel »Aufstieg« festhält: »Alles andere wäre zu sagen, wäre ja nun auch lächerlich.«

Gleich hinter der Lock-Elf, wenn auch mit sieben Zählern Abstand, befindet sich die FSG Laubach . Ein beachtliches Ergebnis des Teams, das in den beiden vorausgegangenen »Corona-Spielzeiten« stets auf einem zweistelligen Rang stand - und das seit dieser Runde von einem neuen Mann, Benno Strunk, trainiert wird. Auch hier haben Verein und Coach den Kontrakt verlängert. Strunk macht unter anderem die »Kameradschaft« und hohe Trainingsbeteiligung für den bisherigen Erfolg - der sich auch darin niederschlägt, dass die FSG als einziges Team nur einmal verloren hat - verantwortlich: »Egal ob 17 oder 41: Jeder ist für den anderen auf und neben dem Platz da.« Die positive Zwischenbilanz ist daher keineswegs verwunderlich: »Natürlich sind wir zufrieden mit der Hinrunde, besser als gedacht. Wir haben schon zwei Entwicklungsschritte gemacht anstatt einen. Jetzt heißt es natürlich, keine Stagnation reinzubringen, sondern weiterzumachen.« Hinsichtlich der Aufstiegsrunde hält Strunk, dessen Team bereits diese Wochemit der Vorbereitung begonnen hat, fest: »Wir haben uns einfach vorgenommen, eine gute gute Aufstiegsrunde zu spielen. Ohne Stress und Druck, egal, welchen Tabellenplatz wir belegen.«

Abstiegsrunde

Die fünf anderen Gießener Vertreter kämpfen ab März um den Ligaverbleib, müssen in der Abstiegsrunde ran. Chancen auf einen der begehrten ersten sechs Ränge hatte dabei zunächst der SV Harbach (10.), der seinen vierten Platz aus der Vorsaison aber nicht bestätigen konnte und somit das Ziel »Aufstiegsrunde« verfehlt hat. Nach einem extrem holprigen und laschen Rundenstart - mit nur einem Zähler aus den ersten fünf Begegnungen - kam die Inderthal-Elf erst Anfang Oktober richtig auf Touren und reihte mehrere Siege aneinander. Zwischenzeitlich wahrte sie die Aussicht auf Platz sechs, die aber spätestens am vorletzten Spieltag, beim 2:4 gegen den TSV Burg-/Nieder-Gemünden, zunichte gemacht wurde.

Mehr erhofft hatte man sich auch bei der SG Rüddingshausen/Londorf (11.), wie deren Abteilungsleiter Udo Kreisel erklärt: »Für mich war das schon etwas ernüchternd. Mein Ziel war Platz neun, aber ich hatte irgendwo schon damit gerechnet, dass wir auch in die Meisterschaftsrunde finden werden - aber das war dann leider doch nicht gegeben.« Die Abgänge zweier wichtiger Spieler hätten bei der kargen Ausbeute von 17 Punkten ebenso eine Rolle gespielt, wie verletzungsbedingte Ausfälle während der Hinserie, etwa das zwischenzeitliche Fehlen von Leistungsträger Frederik Groß.

Nach den Punktabzügen, die Rüddingshausen/Londorf gegen Top-6-Teams geholt hat, startet die SG nun mit 14 Zählern in die Abstiegsrunde. »Da müssen wir schauen, wie wir nun damit umgehen. Wir müssen uns so schnell wie möglich finden und die Punkte holen, um nach unten hin Sicherheit zu haben. Wenn wir am Ende einen einstelligen Tabellenplatz erreichen, dann bin ich hochzufrieden«, so Kreisel. Für die restliche Saison, in seinem fünften Amtsjahr, steht Maxim Baumbach aus beruflichen Gründen nicht mehr als Trainer zur Verfügung, wird allerdings dem Verein als Spieler erhalten bleiben. Die Vereinsverantwortlichen arbeiten an einer Interimslösung.

»Licht und Schatten« sah derweil Patrick Groß, Abteilungsleiter des TSV Lauter, bei der FSG Queckborn/Lauter (14.). »Vor der Runde hatten wir uns etwas mehr ausgerechnet«, gesteht der SG-Funktionär. Trotz einer bitteren 1:10-Pleite in Rüddingshausen und zwischenzeitlich mancher interner Probleme ist er aber froh, dass sein Team vor allem gegen direkte Kontrahenten Zählbares eingefahren und »am Ende den Turnaround ganz gut geschafft« hat. Als Highlight bezeichnet Groß den 3:0-Derby-Erfolg gegen den SV Harbach Anfang September: »Da hatten wir schon lange nicht mehr gewonnen, das war ganz schön.« Die FSG begibt sich Mitte Februar in die Vorbereitungsphase.

Mit einem komplett neuen und vor allem jungen Team war die FSG Grünberg/Lehnheim/Stangenrod U23 (14.) in den Ring gestiegen. »Schon in der Vorbereitung konnte man sehen, dass hier durchaus viel Potential vorhanden ist. Aber es braucht wohl einen Moment, um vollständig abgerufen werden zu können. Dementsprechend mussten wir gerade in der Anfangsphase der Runde Lehrgeld zahlen und haben unnötige Fehler gemacht, womit wir uns um die verdienten Punkte gebracht haben. Gegen Mitte beziehungsweise Ende der Hinrunde hat sich die Mannschaft besser eingespielt, sodass wir verdientermaßen über dem Strich stehen, was auch das Saisonziel ist«, resümiert FSG-Coach Lukas Scheld.

Der letzte Gießener Vertreter findet sich am Tabellenende wieder: Die SG Treis/Allendorf II trägt nach zehn Niederlagen - bei zwei Siegen und vier Remis - die rote Laterne. Dabei hielt die SG durchaus häufiger gut mit. Etwa zum Rundenstart gegen den Aufstiegskandidaten aus Reiskirchen (1:2) oder gegen den Vierten SV Nieder-Ofleiden (2:2). Jedoch setzte es für die SG-Reserve auch dreimal Pleiten mit gleich sechs Gegentreffern. .

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