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Zwei Herzens- und Heimatvereine

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Werden auch heute wieder Seite an Seite in Aktion sein: Die Trainer des TV Hüttenberg II, Dirk Happel (B) und Tim Spengler (C), die auch mit dem Gegner HSG Kleenheim/Langgöns bestens bekannt sind. Foto: Röczey © Röczey

Hüttenberg (mcs). Nach dem Aufstieg der HSG Pohlheim in die Dritte Liga und dem Abstieg der HSG Wettenberg in die Landesliga Mitte stehen in der Männerhandball-Oberliga in dieser Saison nur zwei mittelhessische Derbys auf dem Programm. Das erste davon steigt bereits heute Abend (20.15 Uhr) in der Weidig-Sporthalle in Oberkleen, wenn die HSG Kleenheim-Langgöns die U23 des TV Hüttenberg empfängt.

Und für das Trainergespann des Aufsteigers wartet dann auch deshalb ein ganz besonderes Duell, weil sowohl Dirk Happel als auch Tim Spengler bereits das Trikot der Kleebachtaler trugen.

HSG Kleenheim-LG - TV Hüttenberg U23 (Heute 20.15 Uhr)

»Viele, die mich nicht so gut kennen, dachten ja damals, ich komme aus Kleenheim und nicht aus Hüttenberg, denn viele Freundschaften wie die mit Sebastian Fleck, Oliver Heinz oder Markus Heuser sind damals natürlich entstanden und bestehen bis heute«, berichtet Dirk Happel mit einem Lachen.

Satte 13 Jahre lang war der aktuelle TVH-Coach nämlich auch für die Kleebachtaler aktiv. Zur Saison 1997/98 wechselte er als Spieler in das Oberliga-Team des damaligen Trainers Arno Jung, war später aber auch zehn Jahre lang als Coach aktiv und trainierte neben der zweiten Mannschaft in der Bezirksoberliga auch lange Zeit Jugendmannschaften. Unter anderem auch ganze acht Jahre lang sein Gegenüber Julian Reusch, sodass doch eine ziemlich enge Bindung zum kommenden Gegner besteht. »Daher ist das ganz klar ein besonderes Duell, zumal ich Julian auch wirklich lange kenne und eine extrem lange Zeit so etwas wie sein »Handballlehrer« war. Er war immer ein sehr bodenständiger Kerl, der auch immer über den Kampf kam«, schlägt Happel damit die Brücke zum heutigen Derby, worauf es aus seiner Sicht auf ebendiese Tugenden ankommen wird.

»Wir müssen petzen, beißen, kratzen, um es mal plakativ zu sagen. Wir müssen den Kampf in Oberkleen vor der ersten Minute annehmen. Darauf wird es ankommen. Wir sollten uns da auch auf keinen Fall von der Tabelle täuschen lassen, denn auch wenn wir durch die zwei Siege in der Liga angekommen sind, hat Kleenheim-Langgöns deutlich mehr Qualität als es ihr momentaner Platz aussagt. Sie haben individuell sehr gute Spieler, aber auch reichlich Erfahrung im Team. Aufgrund des Umbruchs bzw. diverser Ausfälle war es für sie bislang aber schwierig.«

»Für mich gibt es ganz klar zwei Herzens- und zwei Heimatvereine, und das sind der TV Hüttenberg und die SG Kleenheim. Ich habe eine extrem lange und schöne Zeit dort verbracht und ausschließlich schöne Erinnerungen. Zudem sind natürlich viele Freundschaften entstanden, die bis heute existieren«, lässt Tim Spengler keinen Zweifel daran aufkommen, dass die Partie am Freitagabend eine besondere für ihn ist. Nach der Jugendzeit spielte der ehemalige Linksaußen bereits zwischen 2002 und 2004 bei der SGK, woran sich von 2007 bis 2016 nahezu eine Dekade im Kleebachtal anschloss.

Und logischerweise war auch Trainerkollege Julian Reusch Teil von Spenglers erfolgreichster Zeit, gemeinsam feierten beide den Drittliga-Aufstieg 2011 oder das Erreichen des Amateur-Final Four in Hamburg 2015. »Schon in der ersten Zeit haben Julian und ich viele Extrawürfe nach dem Training genommen und auch später gemeinsam eine erfolgreiche Zeit erlebt. Auch Julian ist bis heute ein guter Freund von mir«, so Spengler, der zur bisherigen Runde des Gegners ausführt: »Sie hatten mit Niklas Roth einen Abgang zu verkraften, der kaum zu ersetzen war. Dazu kamen früh Ausfälle, beispielsweise auf der Mittelposition, wo Max Leger oder Jonas Friedrich fehlen. Dadurch musste sich das Team neu finden, aber auf Dauer werden sie da unten rauskommen. Ich hoffe natürlich nicht, dass sie damit am Freitag anfangen.«

Unisono wissen beide TVH-Trainer, dass die starken Auftritte zuletzt gegen Oberburg (24:19) und Griesheim (28:15) ihrem Team zwar wichtige Punkte gebracht und enormes Selbstvertrauen verliehen haben, ein Derby aber immer nochmal eine ganz andere Geschichte ist.

»Diese Spiele haben eigene Gesetze, das ist einfach so. Ich denke, dass die Halle voll sein wird. Da wird es auf den Kampf ankommen und darauf, dass wir von Anfang an eine bissige Abwehr auf den Platz bekommen. Wenn wir das Spiel lange offenhalten, läuft die Uhr am Ende für uns«, glaubt Happel, während Kollege Spengler anfügt: »Wir müssen mit viel Herz und viel Leidenschaft agieren, aber auch mit kühlem und klarem Kopf agieren. Die Abwehr- und die Torhüterleistung werden entscheidend sein.«

Beide Trainer können sich übrigens vorstellen, dass die Gastgeber vor der vor allen Dingen für sie tabellarisch so wichtigen Partie in die personelle Trickkiste greifen könnten. So rechnet Spengler möglicherweise mit dem Einsatz seines Trauzeugen und dem Patenonkel sein Kindes, Dennis Köhler, während sich Happel auch Christian Keil oder Jörg Müller im SGK-Aufgebot vorstellen kann.

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