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Zwei Punkte hergeschenkt

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Von: Christian Németh

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Da haben die beiden Herforder das Nachsehen: Pointers-Oldie Benjamin Lischka - den Korb im Visier - steigt empor. Foto: Friedrich © Friedrich

Gießen (cnf). Eine ganz bittere Niederlage kassierten am Samstag die Gießen Pointers in der 2. Basketball-Bundesliga ProB (Nord). Im Kellerduell hatten die Lahnstädter die BBG Herford bereits am Rande einer Niederlage, gerieten im Schlussviertel jedoch gänzlich aus dem Konzept - und verpassten somit ihren ersten Saisonerfolg in ihrer Aufsteigersaison.

Gießen Pointers - BBG Herford 83:86

Die Pointers waren ohne ihren erkrankten Headcoach Daniel Dörr angetreten, dieser wurde von seinem Co-Trainer Dejan Kostic vertreten. Darüber hinaus mussten die Mittelhessen diesmal auf ihre beiden Import-Spieler, Ronalds Elksnis und Top-Scorer Jalen Gibbs, sowie Tim Schneider verzichten. Dennoch fanden die Universitätsstädter zunächst ordentlich ins Spiel. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase (7:7, 2.) lag der Liga-Neuling nach den ersten zehn Minuten mit 24:20 (10.) vorne.

Im zweiten Viertel überholte Herford die Heimmannschaft nach einem 5:0-Lauf kurzzeitig, die Hausherren fingen sich aber rasch wieder und eilten bis zur 16. Minute auf 37:27 davon. Diesen Vorsprung behielten die Gießener, bei denen in dieser Sequenz vor allem Benjamin Lischka (23 Punkte, 10 Rebounds) stark aufspielte, bis zur Halbzeitpause bei.

Auch im dritten Durchgang lagen die Vorteile klar beim Dörr-Team, das bis zur 26. Minute sogar eine 22-Punkte-Führung (65:45) aufbauen konnte. Zwar kam die BBG bis zu Beginn des Schlussakts nochmal bis auf 15 Zähler (70:55, 30.) heran, die Weichen schienen dennoch auf einen Pointers-Erfolg zu stehen. Auch im letzten Viertel sah es aus heimischer Sicht lange gut aus (75:60, 33.), ehe zwei vorzeitige Abgänge die Pointers völlig den Faden verlieren ließen. In der 34. musste zunächst Benjamin Lischka nach seinem fünften Foul das Spiel vorzeitig verlassen, kurze Zeit später tat es ihm Robin Njie aus dem gleichen Grund nach.

»Das Team ist dann völlig in Panik geraten«, erklärte Dejan Kostic rückblickend. Die Heimmannschaft verlor nun ihre Dominanz im Rebound-Verhalten und ließ unter anderem zu viele zweite BBG-Wurfchancen zu. »Die Angst kam quasi in unsere Reihen rein, sodass wir nicht mehr in der Lage waren, das Spiel zu verwalten«, so Kostic weiter. Ab der 34. Minute zündeten die Gäste einen 19:0-Lauf und hatten entsprechend zwei Zeigerumdrehungen vor dem Abpfiff einen 84:82-Vorteil vorzuweisen. Gießen hatte seinem Gegner nun nicht mehr viel entgegenzusetzen, das Momentum lag bei den Herfordern, die sich die Butter in der Schlussphase nicht mehr vom Brot nehmen ließen.

»Wir hatten das Spiel eigentlich über 35 Minuten unter Kontrolle, hatten ein sehr gutes Spiel abgeliefert und den Gegner eigentlich in einer Schachmatt-Situation«, so Dejan Kostic, der mit Blick auf die personellen Ausfälle vor und während der Begegnung erläuterte: »So ist es echt schwer - unsere Jugendlichen sind so einem Druck dann nicht gewachsen.« Darüber hinaus resümierte der Gießener Co-Trainer: »Schade ist das schon, wir haben aber gesehen, dass wir mithalten können. Wir hatten einen Gegner, den wir eigentlich schon geschlagen hatten - am Ende hatten die aber mit ihrem Amerikaner Herman Hightower (Anm. d. Red.: 19 Punkte, 6 Rebounds, 5 Steals) auch einen Spieler, der eine gewisse Klasse hat.«

Gießen Pointers: Carl, Maruschka (4), Bilski (12/2), Wiegard (14/1), Njie (11/1), Kenntemich (8/1), Lischka (23/1), Amaize (11/1), Aniol.

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