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Zweiter Anzug knittert nicht

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Frankfurt (pep). Was ein einziges Spiel so alles bewirken kann. Der 3:2-Erfolg der Frankfurter Eintracht beim VfB Stuttgart hat den Hessen wieder eine sportliche Perspektive Richtung Europapokalplätze gegeben. Er hat auch die Situation für einzelne Spieler innerhalb kürzester Frist komplett verändert. Vor zwei Wochen noch auf einer angeblichen Verkaufsliste, hat sich Ajdin Hrustic mit zwei Toren eindrucksvoll in Erinnerung gebracht.

Martin Hinteregger ist ab sofort wieder wichtiger denn je, nachdem sich Makoto Hasebe so schwer am Brustkorb verletzt hat, dass er einige Wochen ausfallen wird. Selbst Stefan Ilsanker könnte auf einmal wieder wichtig werden, nachdem er im Grunde schon auf dem Abstellgleis gelandet war.

»Wir brauchen jeden Spieler und wir vertrauen jedem Spieler im Kader«, hat Trainer Oliver Glasner gesagt. Das hat geklungen wie eine Floskel, die von einem Verantwortlichen für eine große Gruppe nun mal erwartet wird. Dabei trifft es den Kern für die kommenden Wochen und Monate. Die zweite Reihe wird immer wichtiger bei der Dichte des Terminplans und den besonderen Herausforderungen wegen der Pandemie.

Bislang ist es der Eintracht in dieser so wechselhaften Saison ausgesprochen gut gelungen, Ausfälle zu kompensieren. Das spricht für die Arbeit des Trainerteams, für die Einstellung der Profis und für den Spirit innerhalb des Teams. Inzwischen haben mit einer Ausnahme alle Spieler schon Begegnungen verpasst. Selbst die Stars wurden halbwegs erfolgreich ersetzt. Beispiel Kevin Trapp: Der Nationaltorwart wurde von Diant Ramaj beim 1:1 in Augsburg gut vertreten. Beispiel Filip Kostic: Dreimal hat der beste Vorbereiter in der Liga gefehlt, einmal im Europacup, kein einziges Spiel hat die Eintracht verloren, zwei Siege, zwei Unentschieden. Beispiel Daichi Kamada: Der Spielmacher wurde in Stuttgart erst durch eine defensive Variante mit Jakic und Rode ersetzt, später dann mit dem offensiven Hrustic, der zum »Matchwinner« wurde. Beispiel Martin Hinteregger: Vor einem Jahr noch unverzichtbar, muss er in dieser Saison um seinen Platz kämpfen. Hasebe hat ihm zwischenzeitlich den Rang abgelaufen. Beginnend am Samstag, wenn es gegen den VfL Wolfsburg geht, hat Hinteregger die Chance, sich wieder ins Team zu spielen.

Der einzige Spieler, der bislang in allen 28 Begegnungen (21mal in der Bundesliga, sechsmal in der Europa-League und einmal im DFB-Pokal) auf dem Platz gestanden hat, ist Rafael Borré. Gefolgt von Kevin Trapp und Djibril Sow (je 27 Einsätze). Borrés Spitzenplatz ist durchaus überraschend, denn der Angreifer ist durch die Länderspielreisen mit der kolumbianischen Nationalmannschaft hoch belastet und hat sich dennoch immer durchgebissen. »Dauerbrenner« Borré hat in dieser Saison auch noch sieben Länderspiele bestritten. Die beeindruckenden Zahlen deuten darauf hin, dass Borré bei der Eintracht vielleicht am schwersten zu ersetzen wäre. Mit Goncalo Pacincia war einer der »Reserve«-Mittelstürmer mit je zwei Treffern in der Liga und im Europacup bei wenigen Einsatzzeiten immerhin schon eine große Hilfe. Den beiden anderen Kandidaten, Ragnar Ache (kein Tor) und Sam Lammers (zwei Tore), ist das bislang noch nicht gelungen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

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