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Boris Becker: Zweieinhalb Jahre Knast! Tennis-Ikone von Knallhart-Richterin verurteilt

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Von: Patrick Mayer

Boris Becker muss wegen Insolvenzverschleppung ins Gefängnis. Der Tennis-Star soll Teile seines Vermögens verschleiert haben. Er kann den Richterspruch noch anfechten.

Update vom 29. April, 21.45 Uhr: Boris Becker muss wegen Insolvenzverschleppung ins Gefängnis. Wann der Tennis-Star die Haft antreten muss. Und warum eine Berufung kaum Aussicht auf Erfolg hat. Ein Überblick.

Boris Becker muss ins Gefängnis: Tennis-Star wird Insolvenzverschleppung vorgeworfen

Update vom 29. April, 17.15 Uhr: Boris Becker, der in London lebt, war 2017 gerichtlich für zahlungsunfähig erklärt worden. Daraufhin musste er den Insolvenzverwaltern sein Vermögen offenlegen - dabei ließ er aber nach Einschätzung des Gerichts wichtige Teile aus.

Der dreifache Wimbledon-Sieger hatte zwar während seiner Karriere etwa 25 Millionen US-Dollar an Preisgeld eingesammelt und nach eigenen Schätzungen etwa dieselbe Summe mit Werbung verdient. Dennoch geriet er in finanzielle Probleme. Becker machte dafür vor Gericht unter anderem die teure Scheidung von Ex-Frau Barbara verantwortlich sowie hohe Unterhaltskosten für Tochter Anna Ermakowa.

Becker kommentiert unter anderem für die BBC Tennisturniere und erfreut sich bei den Britinnen und Briten großer Beliebtheit. Seine Partnerin Lilian De Carvalho Monteiro begleitete ihn jeden Tag ins Gericht, zuletzt war auch sein ältester Sohn Noah an seiner Seite. Die beiden waren auch an diesem Freitag mit dabei, als das Urteil - eine Haftstrafe über zweieinhalb Jahre - verkündet wurde.

Der Präsident des Deutschen Tennis Bundes (DTB), Dietloff von Arnim, hatte vor der Strafmaßverkündung seine Loyalität mit Becker bekräftigt. Dieser habe für das deutsche Tennis „unstreitig herausragende Erfolge“ gefeiert, sagte von Arnim am Freitag am Rande des Sandplatzturniers in München. „Wir stehen da, würde ich sagen, treu an der Seite unserer Tennis-Ikone.“

Boris Becker muss ins Gefängnis: Er hatte im Insolvenzverfahren Vermögen nicht offengelegt

Update vom 29. April, 17.05 Uhr: Boris Becker muss für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis: Der frühere Ausnahmesportler hatte Vermögen im Wert von mehr als einer Million Euro in seinem Insolvenzverfahren nicht offengelegt. Eine Jury hatte Becker deshalb vor drei Wochen in mehreren Anklagepunkten schuldig gesprochen. Der 54-Jährige hatte die Vorwürfe bestritten. Er kann gegen das Urteil Rechtsmittel einlegen.

Die Laienrichter am Londoner Gerichtshof Southwark Crown Court waren zu der Ansicht gelangt, dass Becker den Besitz einer Immobilie in seinem Heimatort Leimen verschleiert, unerlaubterweise hohe Summen auf andere Konten überwiesen sowie Anteile an einer Firma für künstliche Intelligenz und eine Darlehensschuld verschwiegen hatte.

Die Staatsanwaltschaft hatte insgesamt 24 Anklagepunkte gegen Becker erhoben. Anklägerin Rebecca Chalkley sah es als erwiesen an, dass er zahlreiche Besitztümer absichtlich verschwiegen hatte und nun seinen Beratern die Schuld zuwies, die sich ihm zufolge um seine Finanzen gekümmert hatten.

Boris Becker: Urteil gefallen - Tennis-Star kann noch Berufung einlegen

Update vom 29. April, 16.55 Uhr: Tennis-Ikone Boris Becker ist von einem Londoner Gericht an diesem Freitag zu einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt worden. Zuvor war der 54-Jährige am 8. April von der Jury des Gerichts in vier von 24 Anklagepunkten schuldig gesprochen worden. Der sechsmalige Grand-Slam-Sieger hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen und kann noch Berufung einlegen. Er musste seine Strafe unmittelbar antreten.

Becker werden Vergehen in seinem seit 2017 laufenden Insolvenzverfahren zur Last gelegt. Dabei geht es um eine vermeintliche Nicht-Offenlegung von Besitztümern und die Verschleierung von Schulden. Becker war 2002 von einem Münchner Gericht wegen Steuerhinterziehung zu einer Bewährungs- und Geldstrafe verurteilt worden.

Boris Becker: Urteil gefallen - Tennis-Star muss für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis

Update vom 29. April, 16.51 Uhr: Da ist die Bestätigung: Boris Becker in London zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Der ehemalige Tennisstar Boris Becker ist wegen seiner Insolvenzstraftaten zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das entschied ein Gericht in London an diesem Freitag.

Update vom 29. April, 16.50 Uhr: In London wurde das Strafmaß für Boris Becker verkündet: Der deutsche Tennis-Star muss laut Bild für zwei Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Er wird beschuldigt, Teile seines Vermögens verschleiert zu haben, nachdem er von einem Londoner Gericht 2017 für insolvent erklärt worden war.

Update vom 29. April, 16.45 Uhr: Das Urteil zu Boris Becker ist noch immer nicht gefällt. Zumindest hat die Richterin mittlerweile mit der Verkündung begonnen. Zunächst rekapitulierte Richterin Deborah Taylor den Fall, bevor sie ihre Entscheidung mitteilen wollte. Und das zieht sich offenbar etwas.

Boris Becker: Tennis-Star wurde 2002 in München wegen Steuerhinterziehung verurteilt

Update vom 29. April, 16.25 Uhr: Boris Becker und die Gerichte: Seit seinem Karriereende 1999 war der dreimalige Wimbledon-Champion immer in wieder juristische Auseinandersetzungen verwickelt. 2002 wurde er in München wegen Steuerhinterziehung zu einer Bewährungs- und Geldstrafe verurteilt. Auch die spanische und die Schweizer Justiz nahmen ihn zeitweise ins Visier.

Update vom 29. April, 16.10 Uhr: Wie die Bild berichtet, lässt Richterin Taylor auf sich warten. Sie ist noch nicht im Gerichtssaal erschienen. Becker sitze dagegen sehr nervös in einem Glaskasten. Muss er ins Gefängnis oder bekommt er eine Bewährungsstrafe?

Update vom 29. April, 16.05 Uhr: Noch ist das Urteil in London für Boris Becker nicht verkündet. Aber gleich ist es soweit. Wir halten Sie hier in diesem News-Ticker auf dem Laufenden.

Boris Becker: Tennis-Star soll mutmaßlich Teile seines Vermögens verschleiert haben

Update vom 29. April, 15.25 Uhr: Um 16 Uhr soll es also das Urteil im Fall Boris Becker geben. Was wird dem Tennis-Star eigentlich vorgeworfen? Zur Einordnung: Der Badener soll Teile seines Vermögens verschleiert haben, nachdem er von einem Londoner Gericht 2017 für insolvent erklärt worden war. Konkret geht es um Überweisungen in sechsstelliger Höhe, um den Besitz einer Immobilie in seiner Geburtsstadt Leimen sowie deren Belastung mit einer Hypothek, und um Aktienbesitze. In weiteren Punkten, die unter anderem die Trophäen des sechsmaligen Grand-Slam-Siegers betrafen, wurde Becker freigesprochen.

Ex-Tennis-Star vor Gericht: Boris Becker.
Ex-Tennis-Star vor Gericht: Boris Becker. © IMAGO / i Images

Boris Becker: Tennis-Star steht in London vor Gericht

Update vom 29. April, 14.39 Uhr: Nach langen Stellungnahme von Staatsanwaltschaft und der Verteidigung will die Richterin das Urteil um 15 Uhr Londoner Zeit fällen. Bedeutet für alle deutschen Boris-Becker-Fans: Um 16 Uhr mitteleuropäischer Zeit wissen alle über mehr die Zukunft der Tennis-Ikone.

Update vom 29. April, 14.17 Uhr: Die Entscheidung der Richterin fällt jeden Moment. Staatsanwältin Rebecca Chalkley sagte am Freitag, Becker habe einen schweren Vertrauensbruch begangen. Sie verwies zudem darauf, dass er in Deutschland wegen Steuerhinterziehung verurteilt worden war. Chalkley nannte keine Strafmaßforderung, machte aber deutlich, dass sie eine Bewährungsstrafe nicht für ausreichend hält. Dass er am Tag nach der gerichtlich angeordneten Insolvenz noch hohe Summen überwiesen hatte, ähnele Geldwäsche.

Beckers Anwalt Jonathan Laidlaw hingegen bat um Milde. Bei den Überweisungen habe es sich um Zahlungen an seine Ex-Frau sowie seine Gattin Lilly und seine Kinder gehandelt, die von ihm abhängig gewesen seien. Laidlaw räumte ein, dass Becker damit das Gesetz gebrochen hatte, es sei aber kein schwerwiegender Fall. Der 54-Jährige habe sich in einer verzweifelten finanziellen Lage befunden.

Boris Becker in Knast? Lange Statements kurz vor Urteilsverkündung

Update vom 29. April, 13.50 Uhr: Eine Jury hat den deutschen Ex-Tennisstar Boris Becker in 4 von 24 Anklagepunkten schuldig gesprochen. Erst vor paar Minuten hat die Staatsanwältin ein langes Statement gehalten, im Moment spricht Beckers Verteidiger. Im Anschluss wollte Richterin Deborah Taylor ihre Entscheidung mitteilen

Becker war 2017 gerichtlich für zahlungsunfähig erklärt worden und musste daraufhin sein Vermögen offenlegen. Dennoch verschwieg er mehrere Besitztümer. Eine Jury sprach den dreifachen Wimbledon-Sieger deshalb vor drei Wochen in 4 von 24 Anklagepunkten schuldig. Die Laienrichter gelangten zu der Ansicht, dass Becker den Besitz einer Immobilie in seinem Heimatort Leimen verschleierte, unerlaubterweise hohe Summen auf andere Konten überwies und Anteile an einer Firma für künstliche Intelligenz verschwieg.

Becker droht lange Haft, die Höchststrafe beträgt sieben Jahre. Aber auch eine Bewährungsstrafe ist möglich. Gegen das Urteil kann der 54-Jährige Rechtsmittel einlegen.

Am Gerichtshof Southwark Crown Court herrschte zur Entscheidung an Freitag großer Andrang. Die Sitzung wurde deshalb in einen deutlich größeren Saal verlegt. Beckers Partnerin Lilian De Carvalho Monteiro begleitete ihn jeden Tag ins Gericht, zuletzt war auch sein ältester Sohn Noah an seiner Seite. Die beiden waren auch am Freitag mit dabei.

Der Präsident des Deutschen Tennis Bundes (DTB), Dietloff von Arnim, bekräftigte vor der Strafmaßverkündung seine Loyalität mit Becker. Dieser habe für das deutsche Tennis „unstreitig herausragende Erfolge“ gefeiert, sagte von Arnim am Freitag am Rande des Sandplatzturniers in München. „Wir stehen da, würde ich sagen, treu an der Seite unserer Tennis-Ikone.“

Boris Becker vor Haftstrafe? Tennis-Legende wartet auf sein Urteil

Update vom 29. April, 13.01 Uhr: Boris Becker ist am Freitagmittag in London zur Verkündung seines Strafmaßes vor Gericht erschienen. Der 54 Jahre alte einstige Tennisstar war am 8. April von einer Jury in vier von 24 Anklagepunkten schuldig gesprochen worden. Ihm droht eine Haftstrafe.

Dem sechsmaligen Grand-Slam-Sieger werden Vergehen in seinem seit 2017 laufenden Insolvenzverfahren zur Last gelegt. Dabei geht es um eine vermeintliche Nicht-Offenlegung von Besitztümern und die Verschleierung von Schulden.

Becker erschien begleitet von Lebensgefährtin Lilian De Carvalho Monteiro in einem grauen Anzug und als Mitglied des All England Clubs mit einer Krawatte in den Wimbledon-Farben Grün und Lila vor dem Southwark Crown Court.

Becker war 2002 von einem Münchner Gericht wegen Steuerhinterziehung zu einer Bewährungs- und Geldstrafe verurteilt worden.

Boris Becker muss möglicherweise ins Gefängnis: Experte rechnet mit „drei bis vier Jahren“

Update vom 29. April, 11:20 Uhr: Rechtsexperte Patrick Jacobshagen bestätigt: Das britische Recht sei „knallhart“! Auch er hält eine Haftstrafe für Becker für „sehr wahrscheinlich.“ Im Interview mit Focus Online schätzt er den Fall ein.

„Dafür kann es schon einige Jahre Haft geben. Drei bis vier Jahre, nach Einschätzung anderer Kollegen bis zu fünf. Die Höchststrafe von sieben Jahren wird dagegen selten verhängt.“ Eine sofortige Festnahme schließt der renommierte Anwalt hingegen aus, diese werde nur bei Fluchtgefahr und Gewalttaten durchgeführt.

Becker kann gegen das Urteil des Southwark Crown Courts Einspruch einlegen, allerdings unter schwierigen Umständen. „Tatsächlich müssen massive Fehler bei der Urteilsfindung vorliegen. Die gilt es zu finden und nachzuweisen“, erklärt Jacobshagen. Zudem seien britische Anwälte hochbezahlt.

Boris Becker: In welches Gefängnis würde der Tennis-Star kommen?

Eine Auslieferung nach Deutschland ist nur bei sehr langen Haftstrafen üblich, entsprechend wird erwartet, dass Becker in England in den Knast wandert. Wie der Spiegel berichtet, könnte Becker ins Gefängnis Wandsworth in Südlondon kommen. Der britische Journalist und Dokumentarfilmer Chris Atkins schrieb das Buch „A Bit of a Stretch: The Diaries of a Prisoner“ über seine Zeit zwischen Juli 2016 und März 2017 in diesem Gefängnis. Atkins berichtet von miserablen Zuständen. Man sei zu zweit in 6,5 Quadratmeter-Zellen, die Hälfte aller Häftlinge sei drogenabhängig, die Toiletten extrem verdreckt.

Haftstrafe für Boris Becker? „Für solche Insolvenzbetrüger gibt es in Großbritannien überhaupt keine Gnade“

Update vom 29. April, 9:45 Uhr: Journalistin Vanessa Blumhagen verkündete im Sat.1-„Frühstücksfernsehen“ ihre düstere Prognose im heutigen Prozess um die Tennis-Legende Boris Becker. „Rechtsexperten, die sich wirklich mit dem anglo-amerikanischen Rechtssystem auskennen, sagen: Für solche Insolvenzbetrüger gibt es in Großbritannien überhaupt keine Gnade“, erläuterte die VIP-Expertin. Die Moderatorin erwartet eine Gefängnisstrafe für Becker.

Becker habe ein weiteres Problem: Der sechsmalige Grand-Slam-Sieger soll die zuständige Richterin mit seiner Art gegen sich aufgebracht haben. „Die Richterin hat echt eine Hasskappe auf Boris Becker, weil er überhaupt nicht einsichtig war, weil er immer so getan hat, als würde es ihn nicht betreffen und auch eine Arroganz an den Tag gelegt hat“, sagt die 44-Jährige.

Blumhagen bezieht sich auf den Insolvenzvorgang, den Becker verschleppt haben soll. „Es geht darum, dass er nicht erwähnt hat, dass er noch ein Haus hat, dass er Gelder nach dem Insolvenzantrag an die Ex-Frauen transferiert hat“, erklärt die Moderatorin. Sie nimmt Becker seine Unwissenheit nicht ab. Sein Anwalt stellt Becker hingegen als verwirrten Mann dar, der keinen Überblick über Besitz und Finanzen hatte.

Muss Boris Becker ins Gefängnis? Gericht verkündet Strafmaß

Update vom 29. April, 8.55 Uhr: Schicksalstag für eine Tennis-Legende: Im Strafprozess gegen Boris Becker wird heute (13.00 Uhr MESZ) mit Spannung das Strafmaß erwartet.

Dem früheren Ausnahmesportler drohen theoretisch mehrere Jahre Haft, weil er Vermögen im Wert von mehr als einer Million Euro in seinem Insolvenzverfahren nicht offengelegt hatte. Becker war vor drei Wochen von einer Jury in mehreren Anklagepunkten schuldig gesprochen worden. Er kann danach allerdings noch Rechtsmittel einlegen - sowohl gegen den Schuldspruch als auch gegen das Strafmaß. Der 54-Jährige hatte die Vorwürfe bestritten.

Boris Becker kommt mit seiner Lebensgefährtin Lilian de Carvalho Monteiro und seinem Sohn Noah am  Southwark Crown Court in London an.
Boris Becker kommt mit seiner Lebensgefährtin Lilian de Carvalho Monteiro und seinem Sohn Noah am Southwark Crown Court in London an. © IMAGO/WIktor Szymanowicz

Die Laienrichter am Londoner Gerichtshof Southwark Crown Court waren hingegen zu der Ansicht gelangt, dass Becker eine Immobilie in seinem Heimatort Leimen verschleiert, unerlaubterweise hohe Summen auf andere Konten überwiesen und Anteile an einer Firma für künstliche Intelligenz verschwiegen hatte. Über das Strafmaß gegen den Deutschen entscheidet Richterin Deborah Taylor. Dieselbe Richterin hatte Wikileaks-Gründer Julian Assange im Mai 2019 wegen Verstoßes gegen seine Kautionsauflagen zu 50 Wochen Haft verurteilt.

Auch bei Rechtsexperten herrscht Unklarheit darüber, welche Strafe Becker nun droht. Sicher sind sich Beobachter, dass Richterin Taylor nicht die Höchststrafe von sieben Jahren verhängen wird. Dass Becker aber in Haft muss, wird als durchaus wahrscheinlich angenommen.

Boris Becker: Anklagepunkte und Schuldspruch

Die Staatsanwaltschaft hatte insgesamt 24 Anklagepunkte gegen Becker erhoben. Anklägerin Rebecca Chalkley sah es als erwiesen an, dass er zahlreiche Besitztümer absichtlich verschwiegen hatte und nun seinen Beratern die Schuld zuwies, die sich ihm zufolge um seine Finanzen gekümmert hatten. Der Verteidiger der Tennis-Legende hatte erklärt, sein Mandant sei zwar naiv, aber unschuldig. In 20 Punkten folgte die Jury dieser Argumentation, auch bei der Frage nach verschwundenen Pokalen.

Doch der Schuldspruch in vier Punkten könnte ausreichen, um Beckers Leben grundlegend zu verändern. „Diese Verurteilung ist eine klare Warnung für diejenigen, die glauben, sie könnten ihr Vermögen verbergen und damit davonkommen. Sie werden ermittelt und strafrechtlich verfolgt“, hieß es von der Insolvenzbehörde.

Becker, der in London lebt, war 2017 gerichtlich für zahlungsunfähig erklärt worden. Daraufhin musste er den Insolvenzverwaltern sein Vermögen offenlegen - dabei ließ er aber nach Einschätzung der Jury wichtige Teile aus.

Boris Becker: Wimbledon-Millionen und Unterhaltskosten

Der dreifache Wimbledon-Sieger hatte zwar während seiner Karriere etwa 25 Millionen US-Dollar an Preisgeld eingesammelt und nach eigenen Schätzungen etwa dieselbe Summe mit Werbung verdient. Dennoch geriet er in finanzielle Probleme. Becker machte dafür vor Gericht unter anderem die teure Scheidung von Ex-Frau Barbara verantwortlich sowie hohe Unterhaltskosten für Tochter Anna Ermakowa.

Becker kommentiert unter anderem für die BBC Tennisturniere und erfreut sich bei den Britinnen und Briten großer Beliebtheit. Seine Partnerin Lilian De Carvalho Monteiro begleitete ihn jeden Tag ins Gericht, zuletzt war auch sein ältester Sohn Noah an seiner Seite.

Zuspruch erhielt Becker auch von anderen Prominenten. „Boris hat keine verarmten Omas abgezockt“, sagte Entertainer Thomas Gottschalk nach der Verurteilung der „Bild“-Zeitung. Im schlimmsten Fall seien „ein paar reiche Geldgeber etwas ärmer geworden, die sich mit dem Ruhm des Tennisidols schmücken wollten“. „Mein Mitleid mit denen hält sich in Grenzen“, zitierte „Bild“ den 71-jährigen Gottschalk.

Boris Becker in vier Punkten schuldig gesprochen

Erstmeldung vom 28. April, 16.15 Uhr: Als Boris Becker vor 20 Jahren in München wegen Steuerhinterziehung verurteilt wurde, kam er mit einem blauen Auge davon. Das Gericht ließ es bei einer zweijährigen Bewährungsstrafe und einer Geldstrafe bewenden. Im Prozess in seiner Wahlheimat London wegen Insolvenzverschleppung halten Beobachter nun eine Gefängnisstrafe für die deutsche Tennis-Ikone aber für möglich. Anfang des Monats wurde Becker in vier von 24 Anklagepunkten schuldig gesprochen, am Freitag soll das Strafmaß verkündet werden.

Der heute 54-Jährige hat es mit legendären Siegen in Wimbledon und bei anderen großen Tennisturnieren zu Weltruhm und Reichtum gebracht. Doch der Deutsche verlor sein Vermögen - und soll in dem deswegen eingeleiteten Insolvenzverfahren mehrfach gegen Gesetze verstoßen haben.

Boris Becker: In welchen Punkten wurde die Tennis-Legende schuldig gesprochen?

Die Geschworenen des Southwark Crown Court in London sprachen ihn schuldig in einem Anklagepunkt wegen Entfernung von Eigentum, in zwei Punkten wegen Nicht-Offenlegung von Besitztümern und einem Anklagepunkt wegen Verschleierung von Schulden. Obwohl es sich nur um einen Teil-Schuldspruch handelt, drohen Becker laut britischen Medien bis zu sieben Jahre Haft.

Der Leimener kam dem Urteil zufolge seinen Offenlegungspflichten nicht vollständig nach. Es ging um einen Besitz in Deutschland, Anteile an einer Technologie-Firma und einen Bankkredit in Höhe von 825.000 Euro. Außerdem überwies Becker nach Auffassung der Geschworenen große Summen unter anderem auf Konten seiner Ex-Frauen Barbara und Lilly Becker.

Tennis: Boris Beckers Insolvenzverfahren in London findet im Southwark Crown Court an.
Boris Becker kommt am Southwark Crown Gericht in London an. © IMAGO/WIktor Szymanowicz

Im Juni 2017 hatte ein Londoner Konkursgericht den dreimaligen Wimbledonsieger wegen unbeglichener Schulden für zahlungsunfähig erklärt. Auf bis zu 50 Millionen Pfund (59 Millionen Euro) wurden Beckers Außenstände damals geschätzt.

Becker, der in seiner Sportlerkarriere sechs Grand-Slam-Turniere gewann, hatte bereits wiederholt juristische Schwierigkeiten wegen Geldangelegenheiten. Die spanische Justiz nahm Becker wegen Schulden im Zusammenhang mit seiner Villa auf Mallorca ins Visier, und die Schweizer Justiz, weil er den Pfarrer nicht bezahlt haben soll, der ihn 2009 traute.

2002 wurde Becker in München wegen Steuerhinterziehung von rund 1,7 Millionen Euro zu zwei Jahren auf Bewährung und 500.000 Euro Geldstrafe verurteilt. Dieser Prozess wie auch Häme über mehrere gescheiterte Beziehungen des Sport-Stars trugen dazu bei, dass das Verhältnis von „Bumm-Bumm-Boris“ zu seinem Heimatland Deutschland abkühlte und er London als Wohnort wählte.

Insolvenzverfahren: Becker weist Vorwürfe zurück

Dass er bei dem Insolvenzverfahren in Großbritannien erneut gegen geltende Gesetze verstieß, weist Becker zurück. In dem Londoner Prozess ging es unter anderem um mehrere Pokale, die er zurückgehalten haben soll, darunter die Trophäe für seinen ersten Wimbledon-Sieg 1985 im Alter von gerade einmal 17 Jahren. Mehr als 80 andere Gegenstände aus Beckers Besitz, darunter Trophäen, Tennisschläger, Fotos, Uhren sowie ein „Bambi“, wurden bis Juli 2019 versteigert.

Mit dem Erlös in Höhe von rund 765.000 Euro wurde nur ein Bruchteil von Beckers Schulden beglichen. Im November 2019 wurde verfügt, dass die Tennis-Legende sich noch zwölf weitere Jahre den Insolvenzauflagen der britischen Behörden beugen muss. Mit der Verlängerung der Maßnahme bis zum 16. Oktober 2031 solle verhindert werden, „dass Herr Becker seinen Gläubigern weiteren Schaden zufügt“, erklärte die zuständige Insolvenzbehörde damals.

Für Becker sind seine Zahlungsunfähigkeit und deren Folgen ein harter Schlag. Vor Gericht schilderte er, dass er „schockiert“ und „beschämt“ über seine Bankrotterklärung gewesen sei. Er und sein Anwalt zeichneten von ihm das Bild eines Mannes, der den Überblick über seinen Besitz und seine Ausgaben verloren hatte.

Becker muss die Sache immerhin nicht allein durchstehen. Seine Lebensgefährtin Lilian de Carvalho Monteiro begleitete ihn regelmäßig zum Gericht. Auch Beckers ältester Sohn Noah zeigte sich an seiner Seite. Sollte Richterin Deborah Taylor Boris Becker am Freitag ins Gefängnis schicken, kann er den Rückhalt seiner Liebsten sicherlich brauchen.

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