Die Aufholjagd der Gießen 46ers geht weiter

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GÖTTINGEN/GIESSEN - Göttingen/Gießen. Diese Mannschaft lebt! Allen Unruhen um die Personalie Michael Koch zum Trotz haben die Gießen 46ers den Schwung des Bayern-Sieges mitnehmen können. Dem Basketball-Bundesligist gelang ein deutlicher 98:79-Erfolg über BG Göttingen, der vor allem dank einer überragenden zweiten Hälfte eingefahren wurde. "Wir haben mit viel Energie gespielt, das Team hatte zusammen Spaß, wir haben uns immer wieder gegenseitig gepusht.

Dann trifft man auch mal die schweren Würfen", begründete Topscorer Ferdinand Zykla (23 Punkte) den wichtigen Sieg im Abstiegskampf.

Richtig viel vorgenommen für diese Partie, für die Brandon Bowman aufgrund eines gebrochenen Daumens kurzfristig ausfiel und noch mindestens drei Wochen fehlen wird, hatten sich Scottie James Junior und Ferdinand Zylka, die beide in der Starting-Five standen. Zunächst war es vor allem der US-Amerikaner, der sich unter dem gegnerischen Korb richtig reinhängte und mit fünf Zählern in Folge die erste Führung der 46ers herstellte (5:2) sowie einen Behind-the-back-Sahnepass von Diante Garrett eiskalt stopfte. Danach war es Ferdinand Zylka, dem vor allem von jenseits der 6,75-Meter-Linie alles gelang. Weil zudem defensiv wie offensiv die Reboundquote stabil hoch blieb - auch hier pflückte vor allem James Junior einige Bälle unter dem gegnerischen Korb runter, zogen die Mittelhessen bis auf 28:17 davon.

Doch die Gießener stünden nicht im Keller, wenn sie es nicht immer wieder schleifen lassen würden. In der letzten Minute des ersten Viertels schmolz der Vorsprung durch einen 7:0-Lauf der Göttinger auf 28:24. Und dass die "Veilchen" ebenfalls in die Trickkiste greifen können, bewies der Alley-Oop von Aubrey Dawkins zu Beginn der zweiten zehn Minuten, der die Gastgeber auf 29:30 heranbrachte. Bis zur Pause war es ein munteres Hin und Her in der Göttinger Lokhalle.

In Führung gingen die Gastgeber allerdings nie, weil die 46ers stets den passenden Konter parat hatten, ohne dass ein Spieler entscheidend herausstach. Mal war es John Bryant, der von der Dreierlinie punktete, mal war es Spielmacher Garrett, der ein ruhiges und treffsicheres Händchen bewies. Die einzigen, die in der ersten Hälfte nicht ins Spiel fanden, waren Kapitän Brandon Thomas und der Held des Bayern Spiels, Jonathan Stark. Letzterer kam erst für die Schlussminuten des ersten Viertels erstmals aufs Feld und fand einfach nicht ins Spiel.

Dass die Gießener in Hälfte eins allerdings auch nicht richtig davonzogen, war der mitunter fahrlässigen Verteidigung der Göttinger Dreier geschuldet. Insbesondere Aubrey Dawkins, aber auch Spielmacher Deishuan Booker und der zuletzt so starke Rihards Lomazs hatten völlig unbedrängt wenig Mühe, von jenseits der 6,75 Meter-Linie in aller Ruhe zu punkten, nahmen die Geschenke der 46ers dankend an. Zur Pause stand die Partie beim 47:47 auf Messers Schneide.

Was dann nach der Pause folgte, war aus Gießener SIcht nicht die Fortsetzung der Bayern-Partie, sondern vielmehr die Steigerung. Denn aus dem ursprünglichen 46ers-Problemviertel Nummer drei, in dem in dieser Spielzeit reihenweise Spiele weggeworfen wurden, wurde in Göttingen der Garant für den zweiten Erfolg in Serie. Gießen überrollte die "Veilchen" jetzt regelrecht. Neun Zähler steuerte allein der wie entfesselt aufspielende Ferdinand Zykla bei, der teilweise aus der Not heraus problemlos den Ball in der Reuse versenkte. Auch John Bryant taute im dritten Abschnitt so richtig auf und ließ von der Dreierlinie wenig anbrennen. Zudem fand Kapitän Thomas besser in die Partie, wurde vor allem in der Defensive ein ganz wichtiger Faktor. Wie auch Scottie James Junior, der vor der Pause vor allem unter dem eigenen Korb teilweise viel zu weit weg stand vom Gegner, in diesem Viertel aber viel für seine Defensivrebound-Quote tat.

Göttingen gelang jetzt so gut wie nichts mehr. Alleine im dritten Viertel kamen die 46ers auf 29 Zähler, die Hausherren dagegen nur auf schlappe 12. Von einer Aufholjagd der Gastgeber war auch im letzten Abschnitt nichts zu sehen, weil Gießen aber auch unnachgiebig weiter ackerte, in nahezu allen Belangen den Göttingern überlegen war und als komplette Einheit auftrat. Keine Spur von einem Einbruch. Stattdessen ein wichtiger Sieg, der die Hoffnung auf den Klassenerhalt weiter leben lässt.

Göttingen: Dawkins (22), Lomazs (18), Booker (9), Weidemann (9), Nelson (9), Mönninghoff (7), Odiase (3), Kramer (2), Onwuegbuzie, Kamp, Omuvwie.

Gießen: Zylka (23), James Junior (18), Bryant (15), Garrett (14), Pjanic (12), Stark (7), Thomas (7), Kraushaar (2), Hamilton, Köpple, Brown.

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