Einsam wach sein

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Alles schläft, einsam wacht.... - nur die Regionalliga. Zugegeben, ein richtiges Lied wird aus der Anfangszeile dieses Weihnachtsklassikers dann doch nicht. Dafür ist das Versmaß zu holprig, der Hintergrund zu traurig, die ganze Situation zu skurril. Bleischwer lastet alles, was mit Corona zu tun hat, und aufgrund dessen abgesagt und ausgesetzt, unterbrochen oder auf Nimmerwiedersehen verschwunden ist, über dem heimischen Sport, der nur noch an wenigen Stellen ausgeübt wird.

As sei er wie der Schweinswal in der Nordsee vom Aussterben bedroht. nNur im Regionalliga-Biotop grasen und ackern sie wider jede Vernunft weiter vor sich hin, reisen Mannschaftsbusse (oder Kleinbusse) jenseits der 15-Kilometer-Demarkationslinie durch die Lande, kommen auch schon mal weit jenseits der 21 Uhr-Sperrstunde von ihren Auswärtspartien zurück, bei denen die "Profis" aus Gießen auf die ganzen anderen Profis aus dem Südwesten treffen, gleich so, als sei der Fußball in der vierten Liga eine Insel im gesellschaftlichen Corona-Meer. nUnd wer jetzt denkt, dass er das alles schon mal gehört und gelesen habe, dem sei gesagt: Genau. Und man kann das gar nicht oft genug schreiben, wie unsinnig das ist, was sich auch heute da wieder abspielt im Waldstadion. Aber jetzt ist es aber auch mal gut - genau. Denn wenn sie schon spielen, dann sollen sie wenigstens auch mal gewinnen, die Gießener.nDamit haben sie es allerdings nicht so derzeit. Der FCG und die 46ers stecken im Abstiegsschlamassel. Als sei es nicht schon blöd genug, dass man hier ohne Zuschauer sowieso an dem ganzen Gerödel keine rechte Freude empfindet. An diesem Wochenende geht's nach Berlin für die einen, gegen Steinbach für die anderen. Vom Papier her gibt's kaum etwas zu holen, aber da der Ball rund ist, mag schlafen wer will: wir hoffen einsam auf den Coup. Um uns, irgendwann mal wieder, gemeinsam zu freuen.

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