Fragezeichen hinter Medenrunde

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GIESSEN - (lew). Tennis zählt zu den wenigen Sportarten, die trotz Corona weiter betrieben werden können - wenn auch eingeschränkt. Aufgrund der vom Hessischen Tennis-Verband in Absprache mit der Landesregierung getroffenen Regelungen war die Hoffnung groß, in eine im Vergleich zu vielen anderen Sportarten nur gemäßigt beeinträchtigte Freiluftsaison samt Trainings- und Wettspielbetrieb starten zu können.

Allerdings steht durch das seit Samstag geltende Bundesinfektionsschutzgesetz wieder vieles - allem voran die Medenrunde - auf der Kippe.

Bis vor kurzem noch war gemäß der HTV-Regelungen in Hessen der Trainingsbetrieb in Kleingruppenformaten von bis zu fünf Personen aus zwei Hausständen inklusive Trainer zulässig. Kinder bis einschließlich 14 Jahre durften im Freien sogar in Gruppen unabhängig von der Personenzahl mit bis zu zwei Übungsleitern trainieren. Mit der "Bundesnotbremse" kommen nun neue Einschränkungen, die die Tennisspieler wieder deutlich härter treffen und die Durchführung der Mannschaftsspiele mehr denn je in Frage stellen.

Laut einer entsprechenden Mitteilung des HTV gilt nun, dass Tennisspieler ab 14 Jahre ab einer Inzidenz von über 100 - in Hessen und vor allem in der Mitte des Bundeslandes liegt der Wert momentan deutlich darüber - nur noch alleine, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand Sport treiben. Das heißt, es ist nur noch Einzeltraining mit zwei Spielern beziehungsweise zwischen einem Trainer und einem Spieler erlaubt. Über diese Regelung hinaus dürfen Kinder bis einschließlich 13 Jahre (vorher 14) an der frischen Luft höchstens zu fünft plus maximal einem Trainer (vorher zwei), der einen tagesaktuellen negativen Corona-Test nachweisen muss, das Racket schwingen.

Der für die Medenrunde entscheidende Satz steht am Ende der Verbandsmitteilung: Denn während der Notbremse bei Überschreitung der 100er-Inzidenz ist der Wettkampfbetrieb im Freizeit- und Amateursport untersagt. Dieses Gesetz gilt zunächst bis zum 30. Juni. Im Juni sind im neuen, ohnehin schon um einen Monat nach hinten verschobenen Spielplan, in den meisten hessischen Tennisklassen zwei, in einigen Altersklassen gar vier Spieltage vorgesehen. Ob sie stattfinden können, steht derzeit in den Sternen. Das hängt davon ab, ob die Inzidenzzahlen bis dahin entsprechend niedrig liegen. Ein weiteres Verschieben von Spieltagen ist kaum möglich. Es sei denn, es würde auch in den Sommerferien gespielt.

Welche Auswirkungen haben die neuen Regelungen nun auf die derzeit laufende Organisation der Medenspiele? Bis zum 20. April durften die bereits gemeldeten Mannschaften wieder zurückziehen, damit die Spielpläne neu gestaltet werden können. Bis zum 30. April durfte noch einmal an den namentlichen Meldungen geschraubt werden. "Das läuft jetzt alles erst einmal unter Vorbehalt weiter", sagt Ute Heupel, Vizepräsidentin Sport und Spielleiterin Aktive und Jugend im heimischen Tennisbezirk Mittelhessen. "Bislang dürfen wir ja noch nicht einmal Doppel spielen und gibt es noch viele offene Fragen, auch was etwa die Anreise zu den Spielen oder auch die Nutzung von Umkleiden und Duschen angeht", so die in Ewersbach lebende Funktionärin.

Der HTV sei sicherlich "dran, eine Lösung zu finden", allerdings seien ihm und seinem bisherigen Verhandlungspartner, der hessischen Landesregierung, nun durch die Notbremse "von ganz oben" auch die Hände gebunden. "Wir können derzeit keine Prognosen treffen, weil niemand weiß, wie sich die Zahlen entwickeln. Aber wir müssen eben auch fertig sein, falls die Inzidenzen knallhart runter gehen und es doch im Juni losgehen kann, wohinter ich allerdings ein großes Fragezeichen sehe", geht Heupel von einer Veröffentlichung der neuen Spielpläne etwa Mitte Mai aus.

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