Gießen 46ers: "Das Bayern-Spiel hat nicht Priorität 1a"

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GIESSEN - Gießen. "Das war ein Rückschritt im Vergleich zum Braunschweig-Spiel, vor allem in puncto Team-Basketball." Michael Koch, Geschäftsführer und Sportdirektor der Gießen 46ers, macht keinen Hehl daraus, dass die Leistung des Basketball-Bundesligisten beim 79:100 in der Hansestadt am Donnerstagabend nicht gestimmt hat.

Bayern München -
Gießen 46ers (Sonntag, 15 Uhr)

Koch, gegen Braunschweig in der Halle, verfolgte die Partie in Hamburg im Internet. "Wir haben in dieser Saison bislang Probleme, richtig ins Spiel zu finden, laufen schnell einem Rückstand hinterher. Da müssen wir mehr Härte an den Tag legen und auch einmal früh foulen, um den Rhythmus des Gegners zu stören", macht Koch als einen der Hauptgründe aus. Bislang konnten die Gießener in vier Liga-Partien nicht einmal eines der ersten beiden Viertel für sich entscheiden. Gegen die Towers war die Partie gar schon mit der Pausensirene gelaufen. Allerdings auch, weil Shooting Guard Jordan Swing einfach alles jenseits der Dreierlinie traf. "Gerade bei seinen ersten Würfen haben wir ihn eng verteidigt. Aber es ist schwer, jemanden zu stoppen, der so heiß ist. Er hatte einen überragenden Tag, das muss man dann auch mal respektieren."

Zudem gesucht bei den Lahnstädtern: der "Go-to-guy", der Spieler, der das Team anführt, sowohl, wenn es wie in Braunschweig am Ende eng ist, als auch zu Beginn einer Partie, wenn es darum geht, sich nicht gleich abhängen zu lassen. Spielmacher Jonathan Stark ist genau mit diesen Erwartungen nach Gießen geholt worden. Doch der 25-Jährige hat sich noch nicht an den Spiel-Rhythmus in der Bundesliga gewöhnt. "Da sind noch zu viele Schwankungen vorhanden", so Koch. "Wir haben mehrere neue Spieler, die über keine BBL-Erfahrung verfügen. Man merkt den Jungs den Willen an, aber es gibt noch keine Rollenverteilung." Und kaum Zeit, diese im wahnsinnig eng getakteten Spielplan mit fünf Partien in zehn Tagen zu entwickeln.

"Da müssen wir uns schleunigst etwas einfallen lassen. Denn irgendwann müssen wir auch einmal gewinnen", fordert Koch wohlwissend, dass dies am Sonntag (15 Uhr) im dritten Auswärtsspiel in Folge bei Bayern München einer Herkulesaufgabe gleicht. "Einerseits ist es das schwerste Spiel der Saison, die Bayern sind derzeit eines der Topteams in Europa. Andererseits haben wir wirklich gar nichts zu verlieren. Wir dürfen nicht wie das Kaninchen vor der Schlange auftreten, sondern mit Leichtigkeit." Diese ist nach vier Niederlagen in Folge aber nicht ganz so einfach zu finden. Deshalb macht Koch klar: "Das Bayern-Spiel hat nicht Priorität 1a. Wir müssen mit unseren zehn Spielern gutes Zeitmanagement betreiben, um genug Energie für die Spiele danach zu haben", fordert Koch. Denn gegen den MBC und Chemnitz, beide bislang ebenfalls punktlos, brauchen die 46ers dringend Punkte im Abstiegskampf.

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