Gießen 46ers: Zu hektisch, zu unkonstant

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BRAUNSCHWEIG/GIESSEN - Braunschweig/Gießen. Zweites Spiel im Marathon-Programm von Basketball-Bundesligist Gießen 46ers. Nach der Pleite gegen Bamberg am Sonntag lieferten die Gießener bei den Löwen Braunschweig zwar phasenweise spektakuläre Szenen, ließen es aber erneut an Konstanz vermissen, sodass am Ende eine 85:93-Niederlage stand.

"Es ist ein Lernprozess. Kleinigkeiten machen den Unterschied. Wir müssen einfach über 40 Minuten unser Spiel durchziehen und konstant mehr Intensität an den Tag legen", so ein enttäuschter Gießener "Big Man" Johannes Richter nach Spielschluss.

Zu Beginn lief für die 46ers, die ohne Point Guard Andrew Rowsey antraten, der wie vereinbart nach der Genesung von Jonathan Stark den Verein wieder verlassen hat, fast alles schief, was schief laufen konnte. Johannes Richter und Liam O'Reilly knüpften nahtlos an die schlechte Dreier-Quote aus der ersten Hälfte des Bamberg-Spiels an und vergaben von jenseits der 6,75 Meter Linie. Es dauerte 2:35 Minuten, ehe Alen Pjanic die ersten 46er-Punkte in der Reuse versenkte. Zwar standen die Braunschweiger den Gästen bei den Fehlwürfen aus der Distanz in nichts nach, dafür aber gingen die Löwen in der Offensive konsequenter zu Werke und stellten mit dem ersten verwandelten Dreier nach knapp fünf Minuten auf 10:2. Gießens Point Guard Jonathan Stark versuchte die 46ers-Offensive immer wieder mit Läufen auf die Grundlinie anzukurbeln, doch das war für die bissige Defensive der Gastgeber zu leicht auszurechnen. Dafür überzeugten Kapitän Brandon Thomas und Co. unter dem eigenen Korb mit vielen Rebounds.

Nach knapp fünf Minuten nahm Chefcoach Ingo Freyer die erste Auszeit, die sofort Wirkung zeigte. Ausgehend vom ersten versenkten Gießener Dreier (11:19) durch Isaac Hamilton starteten die 46ers einen starken 10:0-Lauf den der auffällig agile Liam O'Reilly mit dem 18:19-Pausenpfiff krönte. Gießen war nun dran. Doch die erste 46ers-Führung im Spiel verpasste Isaac Hamilton wenige Sekunden nach Wiederbeginn, stattdessen antwortete Gavon Schilling mit dem 21:15 für die Braunschweiger. Doch die Partie war nun offener, beide Teams verteidigten intensiv unter dem Korb. Auf Gießener Seite lief nun Alen Pjanic richtig heiß. Mehrere Minuten lang war das Eigengewächs der einzige Gießener, der sich auf dem Scoreboard eintragen konnte - insgesamt sieben Punkte in Folge machte der 23-Jährige. Zur ersten Gießener Führung reichte es aber auch in den zweiten zehn Minuten nicht. Denn immer, wenn das Freyer-Team das Ergebnis zu seinen Gunsten hätte drehen können, verhinderten hektische und ungenaue Abschlüsse sowie die vielen leichten Ballverluste die Führung. Die 46ers gingen trotzdem mit einem guten Gefühl in die Kabine, weil O'Reilly von weit hinter der Dreierlinie aus der Schrittstellung heraus tatsächlich die orangene Kugel im Korb versenkte - 42:44, es deutete sich ein Krimi an.

Dieser nahm im dritten Viertel fahrt auf. Die Defensive rückte auf beiden Seiten immer mehr in den Hintergrund. Es ging munter Hin und Her, was vor allem den Gießenern in die Karten spielte. "Viele Schüsse, schnelle Abschlüsse", hatte Cheftrainer Freyer schon in Durchgang zwei gegen Bamberg gesehen und auch gegen Braunschweig gefordert. Nun lieferte seine Mannschaft. Allen voran Scottie James Junior, der mit zwei spektakulären Dunkings verzückte. Gießen lieferte bestes Run and gun und belohnte sich mit der ersten Führung knapp zwei Minuten vor Schluss. Mit dieser ging es auch ins letzte Viertel, weil Jonathan Stark einen sehenswerten Dreier zum 66:65 in letzter Sekunde versenkte.

Braunschweig reagierte seinerseits und versuchte zu Beginn des Schlussviertels mit späten Abschlüssen das Spiel wieder etwas zu beruhigen. Dieser Matchplan ging allerdings nicht auf, weil sie schlicht den Korb nicht trafen. Gießen hielt die Partie, auch dank des dritten spektakulären Dunkings von 46ers-Topscorer Scottie James Junior (21 Punkte) weiter offen. Bis drei Minuten vor Schluss. Das Vier-Punkt-Spiel von Braunschweigs Shooting Guard Byron Allen war der Anfang vom Ende für die 46ers. Kurz darauf kassierte Pjanic sein zweites unsportliches Foul und er musste beim Stand von 82:78 für die Löwen runter vom Parkett. Es folgte ein Dreier von Allen, von dem sich die Gießener rund 100 Sekunden vor Schluss nicht mehr erholten, weil sie im Angriff viel zu hektisch agierten. Die abgeklärteren Braunschweiger brachten so den 93:85-Sieg unter Dach und Fach. Für die Gießener steht nach der dritten Niederlage im dritten Spiel nun die schwere Auswärtspartie bei den noch ungeschlagenen Hamburg Towers an. Es

Löwen Braunschweig: Allen (18/3 Dreier), Jallow (19/3), Kone (7/1), Meisner (5/1), Peterka (4/1), Robinson (12/2), Schilling (16/0), van Slooten (7/1), Wank (5/1), Zeeb.

Gießen 46ers: Stark (10/2), Hamilton (19/4), O'Reilly (12/2), Kraushaar (2/0), Pjanic (12/2), Richter (5/0), Bowman, Zylka, James Junior (21/1), Thomas (4/0).

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