Halbvoll oder halbleer?

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Ob das Glas halbvoll oder halbleer ist, liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. Ob eine Sporthalle halbvoll oder halbleer ist, ändert nichts an den Einnahmen der Vereine. Umso voller, umso besser: So lautet die schlichte Regel für die Kassierer. Ob nun wiederum die 1800 Zuschauer, die den Heimsieg der HSG Wetzlar gegen Pokalsieger Lemgo bejubelten, ein guter Besuch sind, ist eine weitaus wichtigere Frage.

nUnd die Antwort darauf? Liegt natürlich im Auge des Betrachters. Die Verantwortlichen des Handball-Bundesligisten waren nicht unzufrieden mit der Besucherzahl. Zwar hätten mehr als 3000 Fans in die Rittal-Arena nach den Corona-Regeln gedurft, aber mit dieser Zahl hatte wohl ernsthaft keiner gerechnet. Es dauert schlicht und ergreifend, bis sich die Menschen wieder an den normalen Hallen- oder Stadionbesuch gewöhnt haben. Hoffentlich gewöhnen werden. nUnd so darf man gespannt sein, wie viele Zuschauer am Sonntag um 16 Uhr zum zweiten Heimspiel der HSG nach Wetzlar kommen. Und darf genauso gespannt sein, wie viele Fans eine Stunde zuvor in die Gießener Osthalle zum ersten Saisonspiel der Gießen 46ers pilgern. Dass die altehrwürdige Osthalle ausverkauft sein wird, dürfte keiner erwarten. Aber einen ersten Fingerzeig, wie die Pandemie das Zuschauerverhalten geändert hat, dürften die Verantwortlichen wohl schon bekommen. Das wiederum beide Erstliga-Begegnungen fast parallel ausgetragen werden, ist dabei natürlich wenig hilfreich für die Vereine und könnte durchaus den einen oder anderen Fan weniger bescheren.nAus den Erfahrungen der Wetzlarer Handballer zumindest sollten die Gießener Basketballer lernen: Durch die Kontrollen der Impf-, Genesenen- und Testzertifikate verzögert sich der Einlass an den Kassen erheblich. Da tut der ein oder andere Helfer mehr durchaus gut. nUnd noch ein dritter heimischer Spitzenverein wird am Wochenende mit bangem Blick auf die Ticketnachfrage schauen. Denn wenn der bislang nicht gerade mit hohen Besucherzahlen verwöhnte FC Gießen auch am Samstag im Mittelhessenderby der Fußball-Regionalliga die 1000er-Grenze knackt, dann dürfte das ein bedenkliches Zeichen für den Verein darstellen.

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