Internationales Tennis-Flair bei den Wetzlar Open

  • schließen

WETZLAR - Zurück zum Gewohnten heißt es bei den am Montag mit der Qualifikation beginnenden Wetzlar Open 2021. Denn die mittlerweile 16. Auflage der traditionellen Tennisveranstaltung auf der Anlage des TC Wetzlar im Bodenfeld findet - nachdem es im Vorjahr coronabedingt als dreitägiges nationales Preisgeldturnier ausgetragen wurde - wieder unter dem Dach der Internationalen Tennis Federation (ITF) als einwöchiges Herren-Weltranglistenturnier mit sowohl Einzel- als auch Doppelwettbewerb statt.

Aber es gibt auch eine Neuerung, eine sehr wichtige sogar. Erfreulicherweise wurden die einmal mehr von den Turnierorganisatoren Ute Schmidt und Manfred Throl begleiteten Wetzlar Open zu einem "M 25"-Turnier im Rahmen der Men's World Tennis Tour, von denen laut Throl "pro Woche weltweit nur fünf ausgetragen werden", aufgewertet. Was das Event noch einmal attraktiver für die Spieler und - angesichts des damit wohl einhergehenden angehobenen Niveaus - auch die Zuschauer machen wird.

Bei der 16. Auflage wird auch wieder Doppel gespielt

Wir fassen im Fakten-Check zusammen, was man im Vorfeld des Tennisspektakels an der Lahn wissen sollte.

Modus: Die Einzelkonkurrenz wird mit einem 32er-Hauptfeld absolviert, für das aufgrund ihres ATP-Rankings 18 der Spieler, die sich bis gestern angemeldet hatten, direkt reingerutscht sind. Die restlichen Teilnehmer werden in der Qualifikation mit ebenfalls 32 Startplätzen ermittelt. Nachdem diese Disziplin im vergangenen Jahr nicht im Programm war, geht es nun auch wieder im Doppel rund. "Es war immer klar, dass wir das wieder machen wollen, wenn es wieder geht. Und die Nachfrage ist auch gut", freut sich Ute Schmidt über das Comeback des Wettbewerbs, der bis zu 32 Duos in einem 16er-Feld zulässt.

Zeitplan: Den Auftakt bildet traditionell das Sign-In der "Quali", das in diesem Jahr komplett telefonisch stattfinden muss - am Sonntag von 16 bis 18 Uhr. Das sportliche Treiben auf den insgesamt vier Plätzen beginnt am Montag um 10 Uhr mit der Einzel-Qualifikation, die am Dienstag, an dem dann auch schon der "Main Draw" den Spielbetrieb aufnimmt, fortgesetzt wird (Start ebenfalls um 10 Uhr). Um 11 Uhr wird am Mittwoch erstmals aufgeschlagen - dann auch erstmals im Doppel. Für 19 Uhr ist das Sommerfest als gemütliches "Get-together" von Tennisprofis und Vereinsmitgliedern vorgesehen, bevor es am Donnerstag ab 11 Uhr weitergeht mit dem Kampf um die Tickets für die Viertelfinals im Einzel und die Halbfinals im Doppel. Diese werden dann am Freitag ab 13 Uhr ausgetragen. Für die gleiche Zeit am Samstag sind die Einzel-Vorschlussrunde und das Doppel-Endspiel terminiert. Um den Turniersieg kämpfen die beiden Finalisten dann am abschließenden Sonntag ab 12 Uhr.

Corona: Die Einschränkungen wegen der Pandemie sind aufgrund der (noch) gemäßigten Inzidenzzahlen nicht mehr ganz so groß, dennoch gibt es gewisse Regeln und Abläufe, die es zu beachten gilt. So wird am Einlass zunächst Fieber gemessen und müssen die Hände desinfiziert sowie der Nachweis über Impfung beziehungsweise Genesung oder eine negativer Coronatest vorgelegt werden, bevor es - nach der Registrierung per Luca-App - zur Kasse und auf die Anlage, auf der auch aufgrund ihrer Weitläufigkeit keine Maskenpflicht besteht, geht. Der Eintritt kostet am Montag fünf, von Dienstag bis Freitag sieben sowie am Samstag und Sonntag zehn Euro pro Tag. Die Dauerkarte ist für 25 Euro zu haben.

Dotierung: Mit der Aufwertung des Turniers geht eine Aufstockung des Preisgelds auf 25 000 US-Dollar einher. Damit schütten die ITF und der Deutsche Tennis-Bund 10 000 Dollar mehr aus als bisher. Zustande gekommen war dies, nachdem Ute Schmidt nach einem Besuch der Wetzlarer Organisatoren bei den Marburg Open vor rund einem Monat noch einmal vehement nachgehakt hatte, warum nicht auch ihr, bereits seit 2006 stattfindendes Turnier in den Kreis der 25er-Tournaments aufgenommen werde. Dann ging es recht schnell und wenige Tage später war die Zusage da.

Teilnehmerfeld: Nachdem der beste mittelhessische Tennisspieler, der Grünberger Julian Lenz, in Marburg krankheitsbedingt kurzfristig absagen musste, wagt er nun einen neuen Versuch, in der heimischen Region um Weltranglistenpunkte zu kämpfen - und kehrt damit dahin zurück, wo er zuletzt 2017 aufschlug und im Viertelfinale ausschied. Mittlerweile ist Lenz im ATP-Ranking auf Platz 289 gelistet - und damit Topgesetzter bei den Wetzlar Open. Nummer zwei des Turniers ist laut der aktuellen Hauptfeld-Meldeliste der Russe Alexey Vatutin (ATP 309), dahinter folgen der Australier Dayne Kelly (353) und der Franzose Matteo Martineau (378) als weitere Gesetzte. Mit Hessenmeister Lucas Gerch aus dem Profiteam des Wetzlarer Vereinscoachs Jochen Müller, steht auch ein beliebter Lokalmatador auf der Qualifikationsliste - genauso wie der Vorjahressieger Tim Handel. Dazu kommen zahlreiche andere "Stammgäste", die die Veranstaltung in der Domstadt längst lieben gelernt haben. Der Haigerer Lahn-Dill-Kreis-Vertreter Jan-Sören Hain, ebenfalls ein Müller-Schützling, bekommt eine Quali-Wildcard vom Gastgeber, der Hessische Tennisverband (HTV) schickt Vizemeister Kai Wehnelt und Constantin Schmitz ins Rennen.

Das könnte Sie auch interessieren