Ist Positiv positiv?

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Henry Mohr ist nicht Florentino Perez. Nein, Gießens Kreisfußballwart ist offensichtlich klüger, geschickter und deutlich cleverer in der Kommunikation. Als der 66-Jährige nun nach der ersten Sitzung darüber sprach, wie das mit dem Fußball an der Basis weitergehen könne, wies er darauf hin, dass es gelte, Schritt für Schritt vorzugehen, mancherlei Entwicklung abzuwarten und dann alle Vertreter mit ins Boot zu holen.

Man könnte auch sagen: Hätte Henry Mohr die Super League geplant, hätte sie möglicherweise funktioniert. Oder anders herum: Wenn Kreisfußballwarte so einen miesen Job machen würden wie all die eitlen Geldbeutel in den Profivereinen und -verbänden, könnte man die Fußballplätze betonieren und Supermärkte drauf bauen lassen.nEs ist echt ein übler Scherz, wie weit weg diese millionenschweren Funktionäre, Verbands- und Vereinsbosse von all jenen sind, um die es eigentlich geht. Super League herausposaunt, sich ordentlich Backpfeifen abgeholt, Super League abgeblasen, freilich mit der Behauptung, es sei noch nicht vorbei. Oder wie Mohrs Stellvertreter Hans-Peter Wingefeld in dieser Zeitung sagte: "Hoffentlich wenden sich die Leute davon ab, und wissen den Wert des Sportplatzes vor Ort wieder zu schätzen." Das muss man dick unterstreichen. nAlles in allem positiv war aber die Reaktion vieler betroffener Profis, was den Beobachter des Super-Kasperletheaters ein wenig versöhnt. Wobei "positiv" in diesen Tagen mit Vorsicht zu genießen ist: "Wir blicken positiv auf Mitte Mai", sagte beispielsweise der Geschäftsführer der Basketball-Bundesliga, Stefan Holz, im Hinblick auf das Final Four des BBL-Pokals. Ob das derzeit die geschickteste Formulierung ist? Immerhin musste vergangenes Wochenende die Finalrunde abgesagt werden. Warum? Na ja, einige Spieler waren positiv.

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