Schlagloch für Dortmund

  • schließen

Wenn der Bus von Borussia Dortmund am kommenden Dienstag von der Grünberger Straße Richtung Waldstadion abbiegen wird, muss er sich vorsichtig rantasten. Damit er sich nicht die teueren Bundesligabusreifen in einem Schlagloch zerstört. Der Weg zum FC Gießen ist nach wie vor ein holpriger auf den letzten Metern, allen gegenteiligen politischen Bekundungen zum Trotz.

nDass ein Erling Haaland, insofern er denn dabei sein wird, mal in Gießen spielen würde, hätte man vor einigen Monaten auch nicht für möglich gehalten. Und das aus mehreren Blickwinkeln: Erstens ließen die Corona-Regeln und Hygienevorschriften ein Event dieser Größenordnung mit Zuschauern nicht zu. Zweitens schien das Gastspiel eines Bundesligisten für den darbenden und mit viel Vehemenz den Ritt auf der finanziellen Rasierklinge tanzenden Verein vielmehr eine ferne Utopie zu sein - als fußballerische Realität.nVon daher ist es schön, dass das gute alte Waldstadion wieder einmal Schauplatz einer besonderen Begegnung ist, die freilich mehr einem zirkusartigen Schauspiel in einer Manege gleicht, als sportlichen Wert zu besitzen. Aber darum geht es ja auch nicht. Ein Bundesligist, und dann auch noch Borussia Dortmund, bringt was fürs Image und Renomee. Ein bisschen Unterhaltung tut dem Fußballvölkchen gut in diesen Zeiten.nWobei wir beim Punkt wären, denn natürlich ist auch diese Veranstaltung nicht unbelastet - testen lassen, Abstand halten, Masken auf, vorsichtig sein. Der Ball ist rund, die Pandemie aber weiter stark genug, es wieder rund gehen zu lassen. Dann gucken wir doch wieder in die Röhre, wenn es um Zuschauer im Ligaalltag geht.nDenn der Alltag kommt bestimmt, er zeigt sich schon darin, dass Daniyel Cimen mit seiner Mannschaft wieder tingelt und tangelt, um trainieren zu können. Hausen, Miller Hall, vielleicht demnächst Watzenborn - und Spieler fehlen auch noch einige. Dass Dortmund kommt, ist schön, Schlaglöcher gibt's für den FC Gießen aber noch genug.

Das könnte Sie auch interessieren