Scholz: Der "Metzger" mit zwei Vornamen

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WETZLAR-DUTENHOFEN - Unter einem "Metzger" versteht man in Handballerkreisen - oder auch in anderen Sportarten - gemeinhin jemanden, der im Zweikampf gerne mal ordentlich hinlangt oder auf dem Feld Dinge nicht so elegant oder filigran erledigt wie feine Techniker. Und so stellt sich bei Alexander Scholz von der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen schon die Frage, wie er eigentlich zu genau jenem Spitznamen kam.

Denn der 34 Jahre alte gebürtige Daubringer, der beim TV Mainzlar die ersten handballerischen Gehversuche unternahm, sich 2002 dem Verein aus dem Wetzlarer Osten anschloss und zwischendurch - von 2013 bis 2015 - bei der HSG Pohlheim Station machte, muss sich weder körperlich direkt mit Gegenspielern auseinandersetzen, noch muss er vor dem gegnerischen Kasten mit Finessen und hübschen Abschlüssen glänzen. Er steht im Tor.

"Vielleicht wirke ich manchmal auch ein bisschen grobmotorisch", lacht der Keeper, der nach seiner Rückkehr vom Holzheimer Oberligisten noch zwei Jahre bei der HSG Wetzlar U 23 zwischen den Pfosten stand, ab 2017 noch einmal für die "Dritte" der Grün-Weißen sein Können in die Waagschale warf und im vergangenen Sommer seine aktive Laufbahn beendete. Doch mit der Art, wie er seinen Sport verrichtet, hat sein hauptsächlich in der Ballwerferszene sowie rund um seinen Wohnort Dutenhofen verwendeter Rufname vermutlich nichts zu tun. Eher mit einer optischen "Ähnlichkeit zu einer Person, die den Beruf ausübt. Wobei ich mich dann schon frage, wie eigentlich genau ein Metzger aussehen soll? Da stelle ich mir jetzt eher jemanden mit Beil in der Hand vor. So richtig erklären konnte mir das letztlich keiner", nimmt es der gelernte Verfahrenstechniker für Kunststoff und Kautschuk, der als Teamkoordinator bei einem Gießener Unternehmen arbeitet, das vornehmlich Gummidichtungen für die Automobilindustrie fertigt, mit Humor.

Und hat auch kein Problem mit seinem Spitznamen, den er nach eigener Auskunft kurz nach dem Wechsel vom Club aus dem Staufenberger Ortsteil in die B-Jugend der HSG verpasst bekam. "Wir haben damals zusammen mit der A-Jugend in der Halle trainiert, irgendwann hat es jemand, wer genau weiß ich gar nicht mehr, zu mir gesagt. Anscheinend war mein richtiger Name da noch nicht so geläufig. Aber seitdem war ich in Dutenhofen und Umgebung der Metzger", erinnert sich Scholz, der seit 2009 mit seiner 2012 geehelichten Frau Katharina, langjährige Torhüterin bei den Handball-Frauen der Grün-Weißen, und dem sechsjährigen Sohn Jonah im Wetzlarer Osten lebt und auch der örtlichen Burschenschaft angehört. "Ich wurde mal in der Kneipe von einem Kumpel nach mehreren Jahren, in denen wir schon das ein oder andere Fest zusammen gefeiert hatten, gefragt: ,Sag mal Metzger, wie heißt du denn eigentlich richtig?'", gibt der gesellige Familienvater, der den humorigen Instagram-Account der HSG-Dritten betreut, eine lustige Anekdote zum Bekanntheitsgrad seines "Dorfnamens" zum Besten.

Die Antwort auf diese Frage ist übrigens gar nicht mal so unkompliziert. Und sie hängt durchaus auch vom Umfeld ab, in dem er sich gerade bewegt. Denn der vollständige Geburtsname lautet Eric Alexander Scholz. "Den Eric haben mir meine Eltern damals in Anlehnung an den Namen meines Großvaters Erich gegeben. Sie nennen mich aber eigentlich von Anfang an Alexander, wie auch meine Frau und der Rest der Familie. Außer dem Schwager, der sagt Metzger. Seit der Grundschule war Alexander eigentlich der Rufname", erklärt der 34-Jährige. "Lustigerweise sagt man an der Arbeit aber teilweise auch Eric zu mir. Als ich in die Firma kam, stand in der Bewerbung der vollständige Name", mutmaßt Scholz, dass die Kollegen sich damals, so wie es ja auch meistens üblich ist, zunächst einfach an erstgenanntem Vornamen orientierten - und es dann auch dabei blieb. Wobei: "Teilweise sagen sie auch Alex oder Alexander zu mir", so Scholz.

Eric, Alexander, beides zusammen, Alex oder Metzger - ganz schön viel Auswahl für ein und dieselbe Person. "Ich höre auf alle Namen und hab auch nichts dagegen, dass man mich hier so und da anders nennt. Solange keine Beleidigung dabei ist", sagt der Spitzbenamte, der dementsprechend mit dem "Metzger", der in seinem Fall nichts mit den eingangs beschriebenen Assoziationen zu tun hat, gut leben kann.

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