Sport ohne Sport

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Sportlich ist das Jahr so gut wie beendet. Zumindest für die Amateure. Alle Hallensportarten haben sich in die winterliche Corona-Pause begeben und hoffen auf einen Neustart im Januar. Ob der gelingt? Das weiß keiner. Da hat sich zumindest der Hessische Basketball-Verband bereits im Sommer als vorausschauend erwiesen und seinen Spielbetrieb auf einen rein freundschaftlichen, ohne Auf- und Abstieg, umgestellt.

Alles andere macht letztlich auch keinen Sinn mehr.nSinn macht jetzt schon nicht mehr der Saisonstart in der DEL 2. Die Eishockey-Vereine versuchen sich in Geisterspielen, die größtenteils kurzfristig wieder abgesagt werden müssen. Die Tabelle ist bereits jetzt keine Tabelle mehr, sondern ein Torso. Wie lange dieses eher sinnfreie Treiben weitergeht, weiß ebenfalls keiner. Schade für den EC Bad Nauheim wiederum. Die Wetterauer sind schließlich beachtlich gut in die Saison gestartet, auch wenn fast jedes zweite Spiel wegen eines infizierten Spielers ausfallen musste.Wie das sportliche Treiben in der Basketball-Bundesliga weitergeht, kann noch niemand abschätzen. Die Gießen 46ers sind mit einer herben 81:106-Heimniederlage gegen Ulm verspätet in die Saison gestartet. Ob die Schwaben so stark sind oder die 46ers-Mannschaft so schwach ist, kann derzeit noch keiner abschätzen. Die Chance zur Wiedergutmachung und zu einer weiteren Qualitätskontrolle lässt allerdings auf sich warten. Aufgrund der Länderspielpause bleibt dieses Wochenende für den heimischen Erstligisten spielfrei. Erst für kommenden Donnerstag war zunächst die Auswärtspartie in Braunschweig angesetzt, die gleich schon wieder verschoben wurde. Am 8. Dezember soll die Begegnung nun stattfinden. Vielleicht.nDie Nöte, aber auch den Erfindungsreichtum der Amateurvereine hat unser Kollege Marc Steinert in dieser Woche am Beispiel des Karate Dojo Lich geschildert. Einerseits werden den seit vielen Jahren äußerst rührigen Kampfsportlern in der Corona-Zeit Mitglieder verloren gehen bzw. es werden keine neuen kommen. Und andererseits hilft das Dojo seinen Karateka mittels virtueller Trainingsstunden und Wettkämpfe über die schwierige Zeit hinweg. nAuch Sportvereine, bei denen diese virtuellen Formen nicht möglich sind, sorgen in der Corona-Zeit mittels Whatsapp-Gruppen oder Internet-Foren für die Kommunikation, die ihren Mitgliedern zumindest ein wenig das Gefühl vermittelt, nicht alleine zu sein. Um es etwas absurd zu sagen: Der Sport ist auch ohne Sport wichtig. Die Vereine sind der Stoff, der mithilft, die Gesellschaft zusammenzuhalten.

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