Sportabzeichen-Wettbewerb der Schulen leidet unter Corona

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GIESSEN - (am). "Nächstes Jahr sehen wir uns wieder in unserer Geschäftsstelle in Gießen." Peter Wolf, Vorstandschef der Sparkasse Gießen, will die digitale Siegerehrung des Sportabzeichen-Wettbewerbs für die Schulen im Landkreis Gießen nicht noch einmal in dieser Form wiederholen. Und gerne würde er es auch sehen, wenn die Zahl auf dem Scheck an den Sportkreis Gießen, der die Beträge dann an die Schulen weiterleitet, "wieder höher" ausfällt.

So waren es vergleichsweise bescheidene 2250 Euro, die die vier beteiligten Sparkassen (neben Gießen noch Wetzlar, Grünberg und Laubach-Hungen) bei der seit 2017 laufenden Initiative diesmal aufbringen mussten.

Vor allem Corona-bedingt hatten etliche Schulen diesmal auf eine Teilnahme an dem Wettbewerb verzichtet. So wurden anno 2020 nur vergleichsweise bescheidene 869 Sportabzeichen abgelegt, "30 Prozent der sonst üblichen Sportabzeichen", wie Wolfs Vorstandskollegin Ilona Roth erklärte. "Hoffentlich haben wir da im zweiten Corona-Jahr wieder mehr", blickte sie voraus. Sportkreis-Vorsitzender Heinz Zielinski gab sich da sehr optimistisch. "Wir wollen die Zahl wieder deutlich erhöhen. Und wir werden es aktiv angehen", sagte der Lindener. Nicht ohne darauf hinzuweisen, dass die Schulen ganz besonders wichtig seien beim Sportabzeichen.

Den Aderlass konnte auch Andreas Wilm, der Sportabzeichen-Obmann im Sportkreis, nur bestätigen. Hessenweit sei ein Einbruch von fast 50 Prozent bei den Schulen festzustellen. Diese Entwicklung sei auch am Sportkreis Gießen nicht vorbeigegangen, der ein Minus von über 60 Prozent zu beklagen habe. Mitverantwortlich dafür machte der Wiesecker vor allem das "Problem der geschlossenen Schwimmbäder". Der Landessportbund habe jetzt wohlweislich die Frist zur Ablegung der Schwimmprüfungen bis zum 31. Dezember 2021 verschoben. Andererseits wollte Wilm aber positiv erwähnt haben, dass einige kleinere Schulen die Zahl der Teilnahmen gesteigert hätten.

Simone Hubner von der Wilhelm-Leuschner-Schule in Heuchelheim, quasi Dauergast bei diesem Wettbewerb, verstrahlte jedenfalls Optimismus: "Die Kinder sind immer motiviert, daran teilzunehmen." Auf eine Besserung der Situation setzt Wiebke Schöneweg-Metz, Lehrerin der Brüder-Grimm-Schule in Gießen und im Sportkreis für den Schulsport zuständig, sagte: "Ich hoffe, dass der Sportunterricht nach den Sommerferien wieder halbwegs normal laufen kann. Davon gehe ich auch aus."

Zur Hubners erwähnter Motivation trägt sicherlich das Prozedere des Wettbewerbs bei. Für jedes abgelegte Sportabzeichen erhält die Schule eine Prämie von einem Euro. Zusätzlich werden die sportlichsten Schulen mit den meisten Teilnahmen mit 150, 100 und 50 Euro belohnt. Um halbwegs Chancengleichheit herzustellen, werden die Schulen, unabhängig von der Schulart, in Größenklassen unterteilt. Für die Auswertung wurde die Anzahl der im Wettbewerbszeitraum erworbenen Sportabzeichen ins Verhältnis gesetzt zur Gesamtzahl der Schülerinnen und Schüler.

Ergebnisse

Gruppe A: 1. GS Langsdorf 71 Sportabzeichen/117 Schüler - 221 Euro, 2. Rabenschule Londorf 67/112 - 167 Euro, 3. Schule am Eulenturm Allendorf/Lumda 84/153 - 134 Euro, 4. Grundschule Sonnenberg 57/118 - 57 Euro, 5. Willi-Ziegler-Schule Hungen 34/72 - 34 Euro, 6. Lindbachschule 18/100 - 18 Euro.

Gruppe B: 1. Wilhelm-Leuschner-Schule Heuchelheim 87/290 - 237 Euro, 2. GS Langgöns 40/247 - 140 Euro, 3. Limesschule Pohlheim 37/280 - 87 Euro, 4. Helmut-von-Bracken-Schule Gießen 6/221 - 6 Euro.

Gruppe C: 1. Herderschule Gießen 217/1213 - 367 Euro, 2. Ricarda-Huch-Schule Gießen 116/1400 - 216 Euro, 3. Brüder-Grimm-Schule Gießen 16/750 - 66 Euro, 4. Landgraf-Ludwigs-Gymnasium 13/1124 - 13 Euro, 5. Dietrich-Bonhoeffer-Schule Lich 6/758 - 6 Euro.

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