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19 Spendenschecks übergeben

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Der stolze Betrag von 2 703 000 Euro kam bei der diesjährigen Tour zusammen, verteilt wurden an die Vertreter der begünstigten Einrichtungen am Samstagnachmittag in Gießen 2 231 500 Euro.

Gießen . Es war ein lustiger und lockerer Einstieg in die traditionelle Spendenübergabe der Tour der Hoffnung (TdH) im Hermann-Levi-Saal. Ein Dackel, der sich beim ersten Applaus für die Begrüßung von Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher durch lautstarkes Bellen bemerkbar machte, wurde eigens von Karsten Koch, Vorsitzender des Vereins Tour der Hoffnung begrüßt: »Herzlich willkommen lieber Dackel«.

Der stolze Betrag von 2 703 000 Euro kam bei der diesjährigen Tour zusammen, verteilt wurden an die Vertreter der begünstigten Einrichtungen an diesem Samstagnachmittag 2 231 500 Euro. Prof. Arndt Borkhardt vom Medizinischen Kuratorium, das über die Zuteilung der Spenden befindet, klärte auf: Nach einer Übereinkunft des Kuratoriums mit dem Tourverein werde der Restbetrag von 471 500 Euro Anfang 2023 vergeben. Borkhardt beglückwünschte den OB nach seinen Erläuterungen über die Arbeit des Kuratoriums »zu einem solchen Kunstwerk wie die Tour der Hoffnung«. Eine Woche früher als sonst fand die große Spendenübergabe statt. Vertreter der begünstigten Einrichtungen reisten unter anderem aus Heidelberg, Würzburg, Halle (Saale), Freiburg, Dresden oder Düsseldorf an. Und sie warteten gespannt, welche Summen auf den insgesamt 19 symbolischen Riesenschecks standen. Einige Begünstigte, unter anderem auch Dr. Holger Hauch vom Gießener Palliativteam für Kinder und Jugendliche, schilderten, für welche Zwecke sie das Geld einsetzen werden.

Karsten Koch hieß auch langjährige Sponsoren wie die Stadtwerke, Licher Brauerei, Sommerlad oder Bäckerei Künkel und andere willkommen. Anwesend waren auch die Nachlassverwalter von Ilse Helmsorig, die der Tour 1,5 Millionen Euro als Erbe zukommen ließ. Über die größte Einzelspende von 1 000 000 Euro freute sich Prof. Dr. Marc Remke von der Nachwuchsgruppe Prof. Dr. Fritz Lampert an der Universität Düsseldorf. Lampert nahm ebenfalls an der Spendenübergabe teil.

Die Hauptziele der Tour hätten sich im Laufe der Jahrzehnte gewandelt, machte er deutlich. »Die Krönung wäre, wenn der Lichtstrahl aus Gießen käme - die endgültige Heilung des Krebses bei Kindern«, wünschte er sich. 225 000 Euro erhält das Palliativteam für Kinder und Jugendliche in Gießen und ist damit die einzige Einrichtung in der heimischen Region unter den Begünstigten. Je 100 000 Euro fließen an die Elterninitiative leukämie- und tumorkranker Kinder Würzburg und Fördergemeinschaft Kinderkrebszentrum Hamburg.

»Es ist mir eine Ehre, dass diese Veranstaltung hier stattfindet«, freute sich OB Frank-Tilo Becher. Es sei wunderbar, jetzt noch einmal teilzuhaben an diesem großen Event. Becher bekannte: »Ich stehe hier mit allergrößtem Respekt!« Mit dem Neustart der Tour der Hoffnung sei eine große Herausforderung auf den neu gegründeten Verein zugekommen. Er habe eine Leidenschaft erlebt, mit der das angegangen worden sei, und die zum »großartigen, unfassbaren Ergebnis führte«, lobte er das Engagement der neuen Gemeinschaft. Herzlichen Dank sagte er allen, die ihre Zeit und Kraft in die TdH gesteckt haben.

»Essen auf Rädern«

Der stellvertretende Vorsitzender Mathias Rinn betonte, ohne die vielen Menschen im Hintergrund könne diese Tour nicht stattfinden. Alles sei sehr knapp gewesen, blickte er zurück, erst im Mai habe man mit der Organisation begonnen. In launigen Worten beschrieb er die Tour einmal anders und unternahm einen kulinarischen Ausflug: Mit belegten Brötchen und Kuchen startete die Veranstaltung, unterwegs warteten auf die Radlerinnen und Radler, Käsebällchen. Obst, Eis, Bratwurst, Laugenbrezel und mehr. Daher der Beiname der Tour »Essen auf Rädern«. »Der heutige Tag macht ein gutes Gefühl«, schilderte Schirmherrin Petra Behle ihre Eindrücke. Auf den Termin habe man sich gefreut, »weil er aufzeigt, warum wir das Ganze tun!« Nach der Entscheidung, die Tour der Hoffnung weiterzuführen, hätten sich Hürden aufgetan, sagte sie in einer persönlichen Erklärung. Ein wichtiges Ziel sei gewesen, die Gemeinschaft, die über so viele Jahre entstand, mit hoher Qualität und großem Engagement und die Unglaubliches bewegt habe, zusammenzuhalten. Nicht das Ergebnis habe im Blickpunkt gestanden, sondern: »Wir wollen rollen«. Und dabei Menschen zusammenbringen. »Alle Beteiligten waren wahnsinnig stolz, dass uns das gelungen ist!« Und: »Das was die Beteiligten an Dankbarkeit und Menschlichkeit erreiche, sei nicht mit Geld zu erhalten«, führte die Schirmherrin weiter aus und der lange Applaus bestätigte ihre Worte.

Musikalisch umrahmten Christopher Buchheim (Klavier) und Sven Haas (Posaune) die Spendenübergabe, die Thomas Ernst moderierte und an die sich ein Essen im Restaurant »Knossos« anschloss.

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