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2023 soll es losgehen

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Das ehemalige Autohaus an der Marburger Straße steht bereits leer. Der Abriss des Gebäudes soll demnächst beginnen. © Schäfer

Die Vorarbeiten für das Neubaugebiet »Westhang Living« in Gießen laufen bereits. Baubeginn soll 2023 sein.

Gießen. Noch rollt kein Bagger. Aber der Startschuss für das Projekt »Westhang Living« an der Marburger Straße ist längst gefallen. »Anfang des Jahres haben wir die Rodungsgenehmigung für die Fläche bekommen und in der üblichen Frist gerodet. Dabei ging es vor allem um Gehölze und Sträucher. Aber auch um einen kleinen Anteil Wald, für den wir Ausgleichspflanzungen vornehmen«, sagt Christian Maruschka. Baubeginn des neuen Quartiers mit 178 Wohnungen in 14 Gebäuden soll im kommenden Jahr sein, berichtet der Geschäftsführer der zuständigen »Regio Bau- und Bodenentwicklungsgesellschaft (RBB)«.

Wer derzeit an der Marburger Straße 193 entlang fährt, blickt auf gerodete Flächen und leere Gebäude, darunter ein ehemaliges Autohaus. Noch wirkt das Areal eher trist - lange währen dürfte dieses Bild allerdings nicht. Denn der Plan für das Gebiet »Westhang Living« sieht ein Quartier mit viel Grün auf zahlreichen Freiflächen zwischen den Gebäuden vor. Zwei Spielplätze ergänzen die Bebauung, die in Teilen in zweiter Reihe an der Marburger Straße entsteht. Erschlossen wird der Grund über eine Stichstraße, die, in Fahrtrichtung stadtauswärts, links in das Gebiet führt. Wer bei der nächsten Gelegenheit rechts abbiegt, steht in dem neuen Wohngebiet, das mit Tiefgaragen ausgestattet wird.

Abriss soll zeitnah beginnen

Im vorderen Bereich übernimmt die Lebenshilfe als Vermieter Wohnungen. Es soll einen Gemeinschaftsraum geben und eine Bäckerei, möglichst mit einem Vor-Ort-Angebot. »Anfang nächstes Jahr wollen wir mit dem Bauen beginnen«, führt Maruschka aus. Bis es soweit ist, bleibt einiges zu tun. Der Geschäftsführer berichtet, dass die »Abrissgenehmigung für die alten Hochbauten vorliegt. Die Mieter sind alle raus und wir haben bereits begonnen, zu entkernen. Der Abriss soll zeitnah beginnen. Zunächst müssen aber noch offene Fragen zu Versorgungsleitungen für ein angrenzendes privates Gebäude geklärt werden«. Auch Kampfmittelräumer und Archäologen würden sich noch mit dem Areal befassen.

Parallel sei man in »engen Gesprächen« mit der Stadt, um den städtebaulichen Vertrag zu verhandeln. Der Satzungsbeschluss für den maßgeblichen Bebauungsplan solle möglichst im Juni auf der Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung stehen, hofft der Geschäftsführer. Die Verhandlungen der Mietverträge mit der Lebenshilfe befänden sich in der Endphase. »Von den 178 Wohnungen erhält die Lebenshilfe 31 in zwei Häusern. Bei 26 Einheiten handelt es sich um Einzimmer-Wohnungen. Weitere fünf verfügen über zwei Zimmer«, erklärt Maruschka. Diese Gebäude befänden sich direkt beziehungsweise nah an der Marburger Straße. »Drei Gebäude in dem Bereich werden von einem Generalunternehmer im Goldstandard errichtet«, führt der Geschäftsführer aus. Dabei handelt es sich um eine Zertifizierung der »Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen«. Neben der ökologischen Qualität eines Gebäudes nimmt sie unter anderem wirtschaftliche oder technische Aspekte in den Blick.

Häuser in Hybridbauweise

Insgesamt setze man auf den KfW40-Standard in dem neuen Quartier, dessen vordere Häuser in Hybridbauwiese errichtet werden, hebt Maruschka hervor. Etwa Keller und Treppen baue man aus Beton. Für den Rest verwende man Holz als Baumaterial. »Die Gebäude entlang der Marburger Straße bleiben im Fonds der Volksbank. Nachhaltigkeit spielt heute eine immer größere Rolle, und wir arbeiten beispielsweise mit Holz aus der Region. Die hinteren sechs Gebäude kommen auf den freien Markt«, resümiert der ehemalige Geschäftsführer der 46ers.

»Westhang Living« und die Entwicklung des Brauhaus-Geländes sind die ersten Projekte der RBB um die Geschäftsführer Maruschka und Jan Christoph Pfeiffer von der Volksbank. Imaxx Projektentwicklungsgesellschaft und Volksbank Mittelhessen halten je 49 Prozent der Gesellschaft, die wiederum die ursprünglich für beide Bauprojekte zuständigen Gesellschaften erworben hat. Argument für die Gründung sei nicht zuletzt, dass die Projekte zusammen ein Bauvolumen von rund 175 Millionen Euro hätten, hatte Jochen Ahl im vergangenen September ausgeführt. »Das ist eine Größenordnung, bei der man im Team arbeiten muss.« Mit der Gründung sei der Entschluss verbunden, Gebäude später teils im Bestand zu halten.

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