1. Startseite
  2. Stadt Gießen

60 Jahre aktive Partnerschaft

Erstellt:

giloka_1104_jcs_Winchest_4c
Astrid Reinewald und Jennifer Donges werden von Lawrence de Donges Amiss-Amiss für ihre 50-jährige Mitgliedschaft in der Deutsch-Englischen Gesellschaft geehrt. © Czernek

Die Bürgermeisterin von Winchester ist zu Gast beim Empfang der Deutsch-Englischen Gesellschaft in Gießen. Die städtepartnerschaftlichen Beziehungen sollen noch intensiviert werden.

Gießen . »Die gewachsene Partnerschaft zwischen Gießen und Winchester ist jetzt besonders wichtig. Sie setzt ein Zeichen und ist eine Brücke der Verständigung und das ist in der heutigen Zeit besonders wichtig«, begrüßte Lawrence de Donges-Amiss-Amiss die Gäste des Empfangs der Deutsch-Englischen Gesellschaft am Sonntagvormittag in der Jüdischen Gemeinde.

Zudem versprach er, dass man möglich bald einen Gegenbesuch plane. Anlass war das 60-jährige Bestehen der Gesellschaft, die im Zuge der Partnerschaft zwischen den beiden Städten ebenfalls vor 60 Jahren gegründet wurde.

Als Ehrengast begrüßte er Vivian Achwal, die Bürgermeisterin von Winchester, die für vier Tage Gießen besucht hatte. Sie betonte in ihrem Grußwort, dass Begegnungen zwischen Menschen durch nichts zu ersetzen seien. Gestärkt durch die gewonnenen Eindrücke werde sie alles dafür tun, um auch auf der englischen Seite die Beziehungen zu Gießen zu intensivieren.

Spende für Statue in Winchester

Der Vorsitzende nutzte die Gelegenheit und übergab der Bürgermeisterin einen Scheck in Höhe von 2000 Euro. Dieses Geld ist ein Beitrag zur Fertigstellung einer Statue in Winchester, die ausschließlich durch Spenden finanziert wird. Die dargestellte Figur ist Licoricia. Sie war eine bedeutende jüdische Frau des 13. Jahrhunderts. Achwal freute sich sehr über die Spende aus Gießen, die einmal mehr die Verbundenheit zwischen beiden Städten demonstrierte.

Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher dankte an diesem Vormittag für die ereignisreichen Tage, die er gemeinsam mit der Bürgermeisterin und ihrem Ehemann verbringen durfte. Zudem dankte er allen, die die Partnerschaft zwischen beiden Städten in Gang gebracht und bis heute gelebt hätten. In diesem Zusammenhang würdigte er die Arbeit der Deutsch-Englischen Gesellschaft, die in diese Beziehung viel Energie stecken würde. Dank ging auch in Richtung der jüdischen Gemeinde, die ihre Räume für diese Begegnung geöffnet hätte. In diesem Zusammenhang regte er an, ob man nicht eine Partnerschaft zwischen den beiden jüdischen Gemeinden beider Städte beginnen könne.

Diese Idee griff Marina Frankfurter, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Gießens, gerne auf und betonte, dass das jüdische Gemeindezentrum ein offenes Haus für jeden sei und es sich gerne für Veranstaltungen öffne. »Sprache, Musik und Kunst können die besten Brücken zwischen den Menschen bauen.«

Im Zuge der Feier ehrte de Donges-Amiss-Amiss die Geschäftsführerin der Gesellschaft, Astrid Reinewald, und seine Mutter Jennifer Donges, die Ehrenpräsidentin, für 50 Jahre Mitgliedschaft in der DEG. In ihrem Grußwort betonte Reinewald, dass es jetzt an der Zeit sei, die junge Generation für diese Idee zu begeistern, gerade in Zeiten des Brexit. Jennifer Donges, die viele Jahre in Deutschland gelebt hat und nun zwischen England und Deutschland hin und her reist, erinnerte an viele wunderbare Erlebnisse, die sie durch ihre Begegnungen erleben durfte.

Historisches Straßenschild

Abgerundet wurde der Empfang, der auch für ein friedliches und fruchtbares Miteinander zwischen den einzelnen Ländern und Religionen stand, durch die feierliche Einweihung des historischen Straßenschilds »Judengasse«, dessen Paten der Präsident und die Ehrenpräsidentin der DEG sind.

Die Bürgerinitiative »Historische Mitte Gießen« bringt zurzeit - mit Genehmigung der jeweiligen Hausbesitzer - an verschiedenen Häusern in Gießen die alten Straßennamen an, um an die historischen Gegebenheiten vor dem zweiten Weltkrieg zu erinnern. Diese historische Verbundenheit wollte de Donges Amiss-Amiss an diesem Tag besonders herausstellen.

Auch interessant