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Abschied nach 28 Jahren

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Von: Thomas Wißner

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Blumen gibt es zum Abschied für die neue Ehrenvorsitzende Maren Müller-Erichsen von ihrem Nachfolger an der Spitze des Vereins, Dow Aviv. Foto: Wißner © Wißner

Wechsel an der Spitze des Deutsch-israelischen Vereins Gießen: Nach 28 Jahren gibt Gründerin Maren Müller-Erichsen den Vorsitz ab. Nachfolger wird Dow Aviv.

Pohlheim/Gießen. Mit der Wahl eines neuen Vorstands ging beim Deutsch-israelischen Verein für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung Gießen eine Ära zu Ende: Die Gründerin und langjährige Vorsitzende Maren Müller-Erichsen (Linden) stellte sich nicht mehr zur Wiederwahl und wurde feierlich zur Ehrenvorsitzenden berufen.

600 FSJler

Neuer Vorsitzender ist nun Dow Aviv, der stellvertretende Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Gießen, stellvertretende Vorsitzende die Journalistin Miriam Elmers, die ein Teil ihres Studiums in Israel verbracht hat, neuer Schatzmeister der Gießener Verleger Detlef Holtgrefe und Schriftführer der Steuerberater Christoph Wöllenstein. Komplettiert wird der neue Vorstand durch die fünf Beisitzer Thomas Altenheimer (Linden), Anna-Lena Holtgrefe (Gießen), Josh Ranninger, Roland Freitag (Kirchhain) und Lukas Janz. Der 1994 gegründete Verein ermöglicht jungen Menschen ein Freiwilliges Soziales Jahr in Israel zu verbringen.

In den 28 Jahren mit Müller-Erichsen an der Vereinsspitze lernten durch den Verein fast 600 junge Menschen Israel kennen. Ein im September 1998 unterzeichnetes Abkommen mit dem Sozialministerium in Israel, ermöglicht es dem Deutsch-Israelischen Verein, in jedem Jahr jungen Männern und Frauen im Rahmen eines längerfristigen Freiwilligendienstes (IJFD) als Volontäre im Bereich der Rehabilitation behinderter, alter und sozial schwacher Menschen in staatliche israelische Einrichtungen zu vermitteln.

Im vergangenen Monat hat der Verein 23 junge Menschen aus ganz Deutschland nach Israel entsandt. Die meisten von ihnen absolvieren ein Freiwilliges Soziales Jahr in Einrichtungen für autistische Menschen, einige sind in Krankenhäusern tätig. »Wir freuen uns sehr, dass sich in diesem Jahr so viele Freiwillige für unseren Verein entschieden haben. Uns ist es ein Herzensanliegen, jungen Menschen Israel, das Judentum und die Arbeit mit Menschen mit Behinderungen nahezubringen. Dabei wollen wir die Zahl in den nächsten Jahren weiter steigern«, so der neue Vorsitzende.

Bedingt durch die Einschränkungen während der CoronaPandemie war die Resonanz in diesem Jahr besonders groß. Bereits vor der Ausreise bereitet der Verein die Freiwilligen intensiv auf ihren mehrmonatigen Aufenthalt vor. Diese werden vom pädagogischen Leiter, Dr. Heinz-Lothar Worm, und Koordinatorin Bela Amirova zu zwei Vorbereitungsseminaren nach Gießen eingeladen. Während ihres Aufenthalts in Israel leben die meisten der Freiwilligen direkt in den Einrichtungen, in denen sie arbeiten. In weiteren Seminaren werden sie mit der hebräischen Sprache sowie mit Land und Leuten vertraut gemacht. »Der Deutsch-Israelische Verein hat mir sehr weitergeholfen. Es war wirklich eine sehr gute Betreuung. Ich fand die Organisation super, in Deutschland und in Israel«, so eine Rückkehrerin im vergangenen Monat.

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Aktuell noch bis ins Frühjahr 2023 nimmt der Verein Bewerbungen von jungen Menschen für ein FSJ in Israel 2024 entgegen. »Wir wollen auch in Zukunft regelmäßig Freiwillige nach Israel schicken, um mit Menschen mit Behinderung zu arbeiten und Land und Leute kennenzulernen. Dies stärkt die jungen Menschen für ihr Leben und ist zugleich ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus, das wir heute mehr denn je benötigen«, so Worm.

Alle Informationen auf der Homepage www.deutsch-israelischer-verein.com.

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