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Abschied nach über 20 Jahren

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Blumen und Dankesworte für den scheidenden Vorsitzenden des Seniorenbeirats Holger Claes. © Schäfer

Vier Sitzungsperioden lang leitete Holger Claes den Seniorenbeirat Gießen. Bald will er in Pension gehen und gab deshalb das Amt ab. Zum Nachfolger wählte das Gremium Pfarrer Gabriel Brand.

Gießen. »Ich will demnächst in Pension gehen.« So die Begründung von Holger Claes, der seit vielen Jahren dem Diakonischen Werk vorsteht, für seinen Verzicht auf die Wiederwahl als Vorsitzender des Seniorenbeirates. In vier Sitzungsperioden, mehr als 20 Jahre lang, hatte er diesen geleitet. Bei seiner ersten Wahl 2001 hätte die Schlagzeile in der lokalen Presse gelautet: »Noch kein Senior und schon Vorsitzender des Seniorenbeirates.«

Francesco Arman, seit kurzem ehrenamtlicher Sozialdezernent der Stadt, hielt die Laudatio, bevor Claes von seinen beiden langjährigen Vorstandskolleginnen Kornelia Steller-Nass (Stellvertreterin) und Inge Bietz (Schriftführerin) sowie Ines Müller, der Leiterin des Amtes für soziale Angelegenheiten, gebührend verabschiedet wurde.

Für den scheidenden Vorsitzenden war neben konstruktiver Arbeit »in all den langen Jahren auch wichtig, die Parteipolitik immer draußen gehalten zu haben.« Claes betonte, dass ihm die Arbeit viel Freude bereitet habe, dass viele Themen behandelt wurden und dass es endlich auch gelungen sei, die Satzung dahingehend zu ändern, dass beim Ausscheiden eines Mitglieds oder eines stellvertretenden Mitglieds nachgewählt werden kann. Er bedankte sich für die gute Zusammenarbeit und die immer vorbildliche Vorbereitung der Sitzungen durch Ines Müller und Belinda Schmidt vom Amt für soziale Angelegenheiten.

Bei der konstituierenden Sitzung wurde Pfarrer Dr. Gabriel Brand (Evangelisches Dekanat) als neuer Vorsitzender gewählt. Als bewährten Beistand in diesem Amt kann er auf die wiedergewählten Vorstandsmitglieder Steller-Nass (Arbeitskreis der Behinderten) sowie Inge Bietz (Diakonisches Werk) zählen. Des Weiteren wurden Vertreter und Stellvertreter für den Fahrgastbeirat sowie Delegierte und Stellvertreter für die Landesseniorenvertretung gewählt.

Ines Müller informierte, dass der »Tag der älteren Generation«, der immer am ersten Mittwoch im April terminiert ist, nach zweijähriger Pandemie-bedingter Pause wieder, allerdings in geänderter Form abgehalten werden soll. Bisher wurden die Blumengrüße von je einem Mitglied des Magistrats und des Seniorenbeirates direkt auf die Stationen der Pflegeheime gebracht und dort verteilt.

Beteiligt war jeweils auch eine Kindergartengruppe mit einem Liedbeitrag. Dieses Jahr soll die Veranstaltung zusammen mit Kita-Kindern vor den Heimen durchgeführt werden. Dies unter der Voraussetzung, dass die pandemische Situation das zulässt.

Bei der Themensammlung für die Arbeit des Beirates war den Mitgliedern eine ganze Palette von Punkten wichtig:

Besetzung von Behindertenparkplätzen durch Nichtberechtigte, bei den Eintrittspreisen für die Wassergymnastik im Hallenbad Ermäßigung für Senioren, Bereitstellung einer Statistik über die Struktur der Gießener Senioren (Altersstruktur, Wohnquartiere), Abstellen von Dingen zum Mitnehmen vor den Häusern (Stolperfallen), fehlende Barrierefreiheit am Elefantenklo (besonders bei Ausfall der Rolltreppe oder des Fahrstuhles und in Nichtöffnungszeiten der Galeria, in denen der Übergang durch das Kaufhaus nicht mehr möglich ist), Begleitung Sterbender durch Ehrenamtliche und Informationsverbesserung für betroffene Familien über die bestehenden Angebote, Barrierefreiheit des Stadttheaters (Aufzug), Vorstellung der Arbeit des Freiwilligenzentrums für Stadt und Landkreis Gießen, Seniorentarif im RMV (ein Jahresticket für Senioren, die ihren Führerschein abgeben), Älterwerden in Vielfalt (Obdachlose, Suchtkranke, Menschen mit Behinderung). Dauerthema bleiben nach wie vor öffentliche Toiletten.

Einen Nachruf auf das kürzlich verstorbene langjährige Beiratsmitglied Irmintraud Schmidt hielt der scheidende Vorsitzende Claes. Die Verstorbene war viele Jahre lang für den Seniorenbeirat tätig, in der neunten und zehnten Periode als Vorsitzende und danach als Stellvertreterin. Im sozialen Bereich war sie für die Stadt Gießen und das Rote Kreuz jahrzehntelang tätig.

Vor 40 Jahren habe er, Claes, sie erstmals kennengelernt, als sie sich für die DRK-Kleiderkammer stark gemacht habe. In den 1980er Jahren habe sie die Butterberg-Aktion (Verteilung von Butter und Milch) der Europäischen Union organisiert. »Sie war eine tolle Frau, deren Lebensaufgabe es war, sich für die Stadt in vielen Bereichen zu engagieren.«

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