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Abschied vom 9-Euro-Ticket

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Gießen . Ein Ticket für (fast) alles und das für gerade einmal 9 Euro pro Monat - nie war es einfacher, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs zu sein. Doch nach drei Monaten ist Schluss, seit heute müssen Kunden von Bus und Bahn wieder deutlich tiefer in die Tasche greifen. Eine Nachfolge für das Entlastungs-Ticket ist bislang nicht in Sicht.

Die Stadtwerke Gießen (SWG) ziehen eine weitgehend positive Bilanz für das 9-Euro-Ticket: »Die Aktion wurde bei den Kunden in der Mobilitätszentrale sehr positiv aufgenommen. Sowohl bisherige ÖPNV-Nutzer als auch Neukunden begrüßten das einfache Tarifsystem«, heißt es auf Anfrage.

Über 34 000 Tickets verkauft

Seit Verkaufsstart habe man 21 608 Tickets in der Mobilitätszentrale verkauft. Davon seien 5916 Tickets zum vergünstigten Gießen-Pass-Tarif von 4,50 Euro erworben worden. Zusätzlich hätten Kunden 12 585 Exemplare der günstigen Tickets in den Stadtbussen gekauft. »Mit fortlaufender Dauer des Angebots verlagerte sich der Verkauf zunehmend von der Mobilitätszentrale in Richtung Busse«, erklärt Unternehmenssprecher Ulli Boos.

»Unter Berücksichtigung der kurzen Vorlaufzeit« sei der Vertrieb und die Erstattung für Zeitkartenkunden sehr gut verlaufen. »Allerdings war es nicht möglich, insbesondere im Regionalverkehr die notwendigen Kapazitäten bereitzustellen.« Im Stadtbusverkehr habe es dagegen keine Kapazitätsprobleme gegeben. Allerdings habe man durchaus feststellen können, dass mehr Menschen als gewöhnlich mit dem Bus in Gießen unterwegs waren.

Dass es keine Überlastung der Stadtbusse gab, führt Jens Schmidt, kaufmännischer Vorstand der SWG, auch auf die vielen Studierenden, die mit ihrem Semesterticket den ÖPNV ohnehin nutzen können, sowie das Jobticket zurück. Die Nutzer von Job- und Semesterticket seien durch das vergünstigte Angebot nicht zu Neu-Busfahrern geworden. Außerdem seien in der Sommerzeit generell durchschnittlich weniger Menschen mit dem Bus unterwegs als im Winterhalbjahr. »Es ist nicht so, dass die Busse aus allen Nähten platzen«, betont Schmidt.

Zudem könnte das SWG-Tochterunternehmen Mit.Bus bei seinen Fahrzeugen bei Bedarf gegensteuern, wenn die Busse an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Auskunft hierüber geben die Infrarotschranken an den Türen. Das System funktioniere gut, so Schmidt.

Dem ÖPNV habe das 9-Euro-Ticket »gutgetan«, findet er. Inwieweit ein Nachfolger möglich sei, sei letztlich eine Frage der Finanzierung: »9 Euro im Monat ist bei Weitem nicht kostendeckend.«

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