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Abseilen von Brücke über A 485 untersagt

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Gießen (bl). Klimaaktivisten haben für die kommenden Tagen »Abseilaktionen« an mehreren Autobahnen als Demonstration und »Form der Versammlung« angemeldet - auch in Gießen auf der Brücke über der A 485 in der Rödgener Straße. Doch es gibt seitens der Behörden Einschränkungen. Die Organisatoren sprechen von »Schikane« und »Sabotage«.

Geworben werden soll »für eine echte Verkehrswende, den sofortigen Stopp des Straßenbaus und einen konsequenten Klimaschutz«. Außerdem gehe es darum, Solidarität mit einigen Mitstreitern zu zeigen, gegen die Anfang Februar in Frankfurt Strafprozesse beginnen. Sie hatten sich bereits im Zuge des Protestes gegen den Bau der A 49 und die Räumung des Hüttendorfes im Dannenröder Wald über Autobahnen abgeseilt und damit den Berufsverkehr lahmgelegt. An der A 3 kam es infolge des Rückstaus zu einem schweren Unfall, bei dem ein 29-Jähriger schwer verletzt wurde. Die Polizei nahm etwa 30 Personen in Gewahrsam, fünf von ihnen müssen sich nun wegen Nötigung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr verantworten.

Polizei mit »genügend Kräften im Einsatz«

In Gießen werden am morgigen Sonntag, 23. Januar, in der Zeit von 11 bis 12 Uhr circa 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet. Das beabsichtigte Abseilen von der Brücke über der A 485 sei allerdings untersagt worden, bestätigt Stadtsprecherin Claudia Boje auf Anfrage des Anzeigers. Es dürfe wie beantragt lediglich ein Transparent aufgehängt werden. Aber auch dafür gelten »natürlich Sicherheitsauflagen«. Die Polizei sei mit »genügend Kräften im Einsatz«, sodass Zuwiderhandlungen unterbunden werden könnten und sich eine Sperrung der Autobahn verhindern lasse, versichert der Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelhessen, Jörg Reinemer, gegenüber dieser Zeitung. Und fügt hinzu: »Falls sich trotzdem jemand abseilt, sind wir gut aufgestellt, um einzuschreiten.«

Auch in Frankfurt hatte die Stadt das Abseilen zunächst verboten und argumentiert, das Geländer an der Brücke »Am Römerhof« über der A 648 sei dafür nicht geeignet. Das Verwaltungsgericht in der Mainmetropole kippte dieses Verbot wieder.

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