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ACE erteilt P2 am Uniklinikum Gießen Bestnote

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Aus den Händen des Kreisvorsitzenden Gerd Wegel und dessen Stellvertreter Roland Fischer (beide ACE) erhalten Christiane Hinck-Kneip und Daniel Hörr die Ehrenplakette für das UKGM-Besucherparkhaus in der Gaffkystraße. © Schäfer

Der Automobilclub ACE hat 13 Parkhäuser in Gießen überprüft. Großer Wert wurde auf Barrierefreiheit gelegt. Am besten schneidet das P2 am Uniklinikum in der Gaffkystraße ab.

Gießen . Wer in Gießen mit seinem Auto nicht dem Suchverkehr auf den innerstädtischen Straßen ob einer Lücke am Straßenrand zum Parken frönen will, der fährt in eines der zahlreichen Parkhäuser. Mehr als ein Dutzend an der Zahl gibt es von der Innenstadt bis zu der Lahnstraße jenseits des Bahnhofes.

Nicht immer ist es eine helle Freude, in der Parkbucht eines Parkhauses nicht nur einfach einparken, sondern auch einigermaßen gut aussteigen zu können, ohne das Nachbarauto mit der geöffneten Fahrertür zu beschädigen. Die von der Automobilindustrie in den letzten Jahrzehnten produzierten Pkw wurden ständig breiter, doch dies bedeutet nicht, dass damit einhergehend in allen Parkhäusern auch die Parkbuchten breiter angelegt wurden.

Nachbessern oft kaum möglich

Durch bauliche Gegebenheiten ist dies oft nicht möglich; meist durch die für die Statik notwendigen Betonpfeiler. Auch die Auf- und Abfahrten zwischen den Parkdecks lassen sich nicht so einfach verbreitern. Schwerbehindertenparkplätze und Mutter-Kind-Parkplätze erfordern einen breiteren Abstand zur benachbarten Parkfläche. Und Frauenplätze sollen möglichst gut beleuchtet am Eingang oder Ausgang platziert sein. Auch gut befahrbare Ein- und Ausfahrten sowie vorhandene Aufzüge sind wichtig.

All diese aufgeführten Punkte und einige mehr haben im vergangenen Jahr der Kreisvorsitzende Mittelhessen Gerd Wegel und Roland Fischer vom Automobilclub ACE in 13 Parkhäusern der Stadt überprüft. Großer Wert wurde auf den Aspekt Barrierefreiheit gelegt.

»Dazu sind wir mit einem besonders breiten Auto und einem Rollstuhl auf die Parkdecks gefahren und haben gemessen und ausprobiert«, so die beiden ACE-Leute. Dabei sei ihnen besonders negativ aufgefallen, dass es im Parkhaus am Alten Gaswerk (neben dem Rathaus) »stockdunkel« sei.

Automaten nicht behindertengerecht

In der Tiefgarage unter dem Rathaus gebe es zwar E-Ladesäulen, doch die beiden Kassenautomaten seien nicht behindertengerecht, im Rollstuhl sitzend nicht zu bedienen. Nur am Kassenautomat oben im Rathaus sei dies möglich. Alle Ergebnisse ihrer Untersuchung haben die beiden an die Deutschlandzentrale nach Stuttgart übermittelt, wo sie ausgewertet wurden.

Als Sieger der Barrierefreiheit ging das mit »sehr gut« bewertete Parkhaus P2 - in der Gaffkystraße für die Besucher des Uniklinikums - hervor. Über die Auszeichnung freuten sich bei der Überreichung der Plakette die kaufmännische Geschäftsführerin Dr. Christiane Hinck-Kneip und Daniel Hörr (Geschäftsbereichsleiter Technik und Bau) vom UKGM.

Hörr berichtete, dass in diesem Parkhaus zwischen den Behindertenparkplätzen so viel Platz gewesen sei, dass sich nicht selten ein Kleinwagen in die Lücke gequetscht hätte. Nach vergeblich installierten zusätzlichen Hinweisen habe nur mit einem mittigen Pfosten dem Übel abgeholfen werden können. »Seitdem ist das Thema erledigt.«

Auch der Ein- und Ausgang zum UKGM-Gebäude hin sei von Autos der Marke Smart, einem besonders schmalen Wagen, als Ein- und Ausfahrt missbraucht worden. Ein zusätzlich angebrachter, den Zugang verengender Metallbügel verschaffte Abhilfe. Geprüft werde derzeit in der Buchhaltung, so Hinck-Kneip, ob man künftig die Parkgebühr auch mit Kreditkarte bezahlen kann.

Die Auslastung dieses Parkhauses mit 582 Stellplätzen sei zwischen 7 Uhr und 15 Uhr generell sehr gut, berichtete Hörr. Vor Corona sei es dienstags bis donnerstags zu 100 Prozent belegt gewesen. »Wir haben halt keine Parkplätze ohne Ende, so dass dann im weiten Umkreis nach einer Parkmöglichkeit gesucht werden muss«, so die kaufmännische Direktorin.

Abhilfe auf dem Klinikgelände soll ein neues, ein drittes Parkhaus schaffen. Am Standort der alten Wäscherei, wo jetzt noch die Fahrbereitschaft und die Disposition von Schmutz- und Sauberwäsche beheimatet sind, sollen bis maximal 600 Stellplätze geschaffen werden. Mit dem Parkhaus P1 (420 Stellplätze für Bedienstete) gäbe es in den dann drei Parkhäusern für bis zu 1600 Autos Platz. Mit der Stadt sei man bereits in Abstimmungsgesprächen, ließ Hörr verlauten. Pressesprecher Frank Steibli wiegelte dies als »noch Zukunftsmusik« ab.

All drei bis vier Jahre wird eine deutschlandweite Begutachtung von Parkhäusern vom ACE durchgeführt. Dabei werde auch geprüft, ob bei Kritikpunkten der letzten Begutachtung nachgebessert wurde.

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