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»Älter werden in Gießen«

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Spaziergänge mit 3D-Brille und spiegelverkehrtes Malen: Mit verschiedenen Aktionen stellte sich der Runde Tisch »Älter werden in Gießen« auf dem Kirchenplatz vor.

Gießen. Der kalte Wind fegte ordentlich über den Kirchenplatz, wehte Informationsmaterial und Flyer von den Infoständen über das Pflaster und starker Regen vertrieb für einen Moment die Gäste. Sie suchten Schutz unter den Ständen und hofften auf ein baldiges Ende des Regens. So präsentierte sich die Auftaktveranstaltung zur Vortragsreihe des Runden Tisches »Älter werden in Gießen«.

Unter dem Motto »Älter werden in Gießen - wolkig bis heiter. Themen der neuen Lebensphase« gibt es von Oktober bis August 2023 an jedem ersten Donnerstag im Monat interessante und abwechslungsreiche Veranstaltungen - von Themen der Digitalisierung über Mensch und Natur bis hin zur Atempause viel zu erfahren und zu erleben. Stadtrat Francesco Arman, ehrenamtlicher Stadtrat für die Themen Soziales und Wohnen beim Magistrat, eröffnete die Reihe.

Seit 2013 existiert der Runde Tisch in Gießen. »Als Plattform für die Vernetzungsarbeit verschiedener Akteure hat er gute Arbeit geleistet«, lobte Arman die Einrichtung. Die Vielfalt der Themen sei so groß, wie es eben auch der Vielfalt der Themen in dieser Lebensphase entspreche. »Das war und ist ein Kernanliegen des Runden Tisches. Älter werden in Gießen, dieser Lebensabschnitt verdient eine differenzierte Betrachtung.« Älter werden bedeute, dass sich andere Bedarfe und Bedürfnisse entwickeln und dass hierfür ständig ein Austausch stattfinden müsse, führte Arman aus, und zwar mit allen Beteiligten - nicht nur mit der »älteren Generation«, sondern mit allen Menschen. Denn: »Jung sein bedeutet auch, dass der Mensch irgendwann mal älter wird und andere Bedarfe entwickelt«.

Die musikalische Begleitung der Eröffnung übernahm das Posaunenquintett. Anschließend zeigte die Theatergruppe des Forums Alter und Jugend Straßentheater. An den Ständen stellten Vereine und Einrichtungen ihre Projekte und Angebote vor.

Aufgaben, wie in einem Karton nur über einen Spiegel sehend eine Sonne zeichnen, das war auch für den Berichterstatter eine Herausforderung. Die Initiative Demenzfreundliche Kommune Stadt und Landkreis Gießen sammelte an ihrem Stand die Zeichnungen ein und wird sie für ihre weitere Arbeit verwenden.

Vom Maintower herunter oder von dort oben über die Frankfurter Skyline schauen - und das vom Gießener Kirchenplatz: Unfassbar für die Interessenten, die durch die 3D Reality Brille sahen und unter anderem auch einen Spaziergang durch den Wilhelmshöher Park auf diese Weise unternehmen konnten.

Die Awo hat dieses Gerät angeschafft und setzt es auch häufig ein. Detlev Helm berichtete über die vielen Einsatzmöglichkeiten für die Menschen, die nicht mehr mobil sind und denen eine Teilnahme an Angeboten und Veranstaltungen, die sie in der Wirklichkeit nicht mehr erleben können, damit möglich ist.

Der Gießener Seniorinnenchor unter Leitung von Gabriela Tasnadi trat auf. Alle, die gerne singen, sind eingeladen, mitzumachen. Die Teilnahme ist kostenlos. Zu Liedern zum Mitsingen luden Frauen des FrauenKulturZentrums ein. Das Seniorenbüro der Stadt stellte sich kurz vor und das Projekt »Digital Kompass« wurde erläutert. Spaß hatten die Teilnehmenden anschließend beim Ratespiel mit Seniorentreffleiter Christoph Brumhard. Mehr über das Patenschaftsprojekt »Dabei bleiben« des Freiwilligenzentrums erfuhren die Gäste.

Auch Bewegung war bei der Veranstaltung möglich. Zu Koordinationsübungen zum Mitmachen lud Kinesiologin Angelika Rühl ein. Kurzvorstellungen des FrauenKulturZentrums, der Kulturloge und des Vereins Frau und Kultur, Gruppe Gießen, rundeten die vierstündige Auftaktveranstaltung ab, die bei der Vielfalt der Angebote und Wichtigkeit des Themas einen besseren Besuch verdient hätte. Durch die Veranstaltung führte Ines Müller, Leiterin des Amtes für soziale Angelegenheiten.

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Der Gießener Seniorinnenchor unterhielt die Gäste. Foto: Jung © Jung

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