Alexander Wright von den Grünen will Oberbürgermeister in Gießen werden

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GIESSEN - Die Grünen gehen mit einem eigenen Kandidaten ins Rennen: Alexander Wright soll Oberbürgermeister in Gießen werden. Das hat der Stadtverband am Montagnachmittag bekannt gegeben. "Ich bin bei den Grünen eingetreten, um etwas vor Ort zu bewegen - für ein besseres Klima, für eine bessere Bildung und für eine Gesellschaft, die bunt ist und bei Menschen vor allem die individuellen Stärken sieht.

Ich möchte nun Oberbürgermeister werden, weil ich glaube, dass ich genau diese Ziele in diesem Amt am besten verwirklichen kann", sagte der 33-jährige Studienrat. Der Partei gehört er seit 2005 an.

"Gießen ist in meinem Leben der erste Ort, den ich ohne komisches Bauchgefühl als meine Heimat bezeichnen kann. Denn hier wurde ich freundlich aufgenommen, die Stadt ist bunt, man ist mit Recht stolz darauf und arbeitet auch weiterhin daran, dass es so bleibt", erklärte Wright. Selbst habe er die Veränderungen erlebt, die Gießen in den letzten 15 Jahren durchlebt hat. Wright will diesen Prozess künftig mitgestalten, Gießen "noch bunter machen und für eine gute Zukunft" vorbereiten. "Eine Zukunft, in der unsere Stadt noch lebenswerter, sicherer und unsere Luft noch sauberer ist als heute - eine Zukunft, in der wir hier klimaneutral leben können", so der Politiker, der dem ehrenamtlichen Magistrat seit 2016 angehört.

Politische Erfahrung

Und auf reichlich kommunalpolitische Erfahrung zurückblickt: Nach dem Parteieintritt wurde Wright schon 2006 in den Kreistag Limburg-Weilburg gewählt. Mit dem Umzug nach Gießen im Jahr 2009 wurde er Mitglied des Kreisvorstandes, dem er nach wie vor angehört. 2011 dann der Einzug in Kreistag und Stadtverordnetenversammlung. Fachlich hat "er zunächst ein Studium der Elektrotechnik an der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) absolviert, Abschluss 2009. Anschließend hat er berufsbegleitend den Master für Systems Engineering erworben, Abschluss 2013. Von 2009 bis 2015 war er Mitarbeiter bei 'LTI motion' in Lahnau und von 2016 bis 2018 bei Yaskawa in Eschborn. Alexander Wright hat sich entschieden, in den Schuldienst zu gehen und ab 2018 das Referendariat als Berufsschullehrer absolviert. Seit 2019 ist er Studienrat für die Fächer Elektrotechnik und Physik und an der Werner-von-Siemens-Schule in Wetzlar beschäftigt", führte Vorsitzende Gerda Weigel-Greilich aus. Der 33-Jährige ist Vater von einem fünf-jährigen Sohn und hat politisch unter anderem die Entwicklung der Innenstadt im Blick.

Sie erlebe aktuell die härteste Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und stehe vor enormen Herausforderungen. "Um ihre Vielfalt und das Lebensgefühl zu erhalten, wollen wir dort viel investieren", machte Wright deutlich. Er wünsche sich eine Innenstadt, die auch in Zukunft belebt ist und in der sich Familien gern aufhalten, wovon auch die lokalen Geschäfte profitieren sollten. "Damit die Menschen sich dort besser fühlen und der Aufenthalt zum Erlebnis wird, müssen wir die Infrastruktur verändern und die Verkehrsbereiche fördern, die dazu beitragen, die Aufenthaltsqualität zu erhöhen und gleichzeitig das Klima schonen", so der Kandidat, dessen letztgültige Bestätigung durch die Partei wegen Corona erst im Frühsommer stattfinden kann.

Dass sich die Grünen für einen eigenen Kandidaten entschieden haben, habe unter anderem mit dem Handlungsdruck aus Erderwärmung und drohender Klimakatastrophe zu tun. Daraus sei eine Verantwortung für die Partei erwachsen, die "Konzepte zur zukünftigen Energiepolitik und Verkehrspolitik federführend in die Hand zu nehmen", betonte Weigel-Greilich. Zudem gehörten Oberbürgermeisterwahl und Kommunalwahl zusammen. "Nur wenn sowohl im Parlament als auch an der Verwaltungsspitze Klimaschutz höchste Priorität hat, kann und wird auch in der Verwaltung entsprechend gehandelt werden", machte die Stadträtin deutlich. Deshalb sei es folgerichtig, dass die Wähler schon bei der richtungsweisenden Kommunalwahl wüssten, wer diese Politik in den nächsten fünf Jahren umsetzen wird. Untrennbar sei damit die Frage verbunden, wer Oberbürgermeister ist. Die Grünen hätten auch einen Kandidaten aufgeboten, wenn Dietlind Grabe-Bolz (SPD) erneut angetreten wäre. "Die Diskussion in der Partei wäre dann aber breiter gewesen", resümierte Weigel-Greilich.

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