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Schlittenfahren und Schneemannbauen mitten im April - das war in diesem Jahr zumindest kurzzeitig möglich. © Jung

Nachtfröste, Schneeflocken und Sommertage: Dieser April machte wirklich, was er will. Auf dem Schiffenberg bei Gießen wuchsen Anfang des Monats sogar Schneemänner in den Himmel.

Gießen. Der April zeigte sich auch in diesem Jahr, so wie es ihm angedichtet wird: Er machte, was er will. Stürmische Einlagen, ein wenig Schnee, Nachtfröste und erste Sommertage begleiteten die ersten beiden Aprilwochen. Dann wurde es gemütlicher, und die Wetterlage stabilisierte sich.

Schneeflocken zauberten in der Nacht auf den 2. April eine dünne Schneedecke über Stadt und Region. Und das war kein Aprilscherz, dauerte aber nicht sehr lange. Schnell wurden die Schlitten flottgemacht und auf dem Schiffenberg entstanden Schneemänner und -frauen, die sich im Laufe des folgenden Samstagnachmittags allmählich zur Seite neigten und dahinschmolzen. Knapp zwei Stunden Sonnenschein mit kräftigem Wind beleuchteten die vorübergehend schneebedeckte Landschaft.

Am nächsten Tag kehrte alles wieder zur Normalansicht zurück, das Grün statt Weiß in der Landschaft. Der Wind war erneut ein Thema, mit über 10.8 Metern pro Sekunde, das sind immerhin 38,88 Kilometer in der Stunde, pustete er am ersten Tag des Monats über Stadt und Landkreis, wie aus den Aufzeichnungen des Wetterdienstes Q met zu entnehmen ist. Und trieb die kleine Schneefront vor sich her. Doch es kam noch doller: Der Wetterdienst warnte am 7. des Monats vor dem Sturmtief »Nasim«, das Gießen mit der höchsten Windspitze von 23,7 Metern pro Sekunde, gleich 85,32 km/h und Windstärke 9 überquerte. Große Schäden blieben glücklicherweise aus.

Die Winde dauerten an, doch es wurde trockener und die Sonne schien öfter. Minus 7, 1 Grad wurden als tiefste Temperatur am 3. April am Boden gemessen, dann ging es in den letzten zehn Tagen des Monats aufwärts.

Von minus 7,1 bis 23 Grad plus

Die Höchsttemperatur zeigte das Thermometer am 13. mit 23 Grad an, das war die bislang höchst gemessene Temperatur seit Jahresbeginn 2022. An den Osterfeiertagen blieb zwar die erhoffte Wärme aus. Dafür schien mit 13,1 Stunden am Ostermontag unablässig die Sonne bei 17,1 Grad. Schokoeier in Osternestern waren schnell verflüssigt. Spaziergänge und Freizeitaktivitäten unter freiem Himmel konnten unbeeinträchtigt stattfinden.

Nachts sank die Temperatur am Ostersonntag am Boden auf minus 3,5 Grad. Auch Gewitter hatte der zweite Frühlingsmonat im Gepäck. Für den Kreis Gießen warnte der Wetterdienst am 25. April vor markantem Wetter mit starken Gewittern, damit begann die Gewittersaison.

Die Sonne war an vier Tagen nicht zu sehen, sie schien an 26 Tagen insgesamt 175,3 Stunden, der Wert des vieljährigen Mittels von 1961 bis 1990 liegt bei 155 Stunden, sodass sich eine Abweichung von 113,1 Prozent ergibt.

Wiederum blieben langanhaltende Niederschläge aus: 47,7 Liter pro Quadratmeter fielen in den Messbecher, 52 Liter verzeichnet das vieljährige Mittel, die Abweichung in Prozent vom Mittel beträgt 91,7 Prozent.

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