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Alle wollen Profi werden

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Die kommenden Torwart-Profis mit »Luigi« Heinisch (li.), Jörg Kässmann und christian Weitzel (re.) Foto: Schäfer © Schäfer

Ex-Bundesliga-Profi Jörg Kässmann bringt den Jüngsten der Blau-Weißen richtiges Agieren zwischen den Pfosten bei. Er kam gerne der Einladung zum 65-jährigen Vereinsbestehen nach.

Gießen. Der kleine Steppke, Torhüter in der E-Jugend der Spielvereinigung Blau-Weiß Gießen, fragt: »Hast du auch mal in der Nationalmannschaft gespielt?« 13 Jahre ist es nunmehr her, dass der 53-jährige Jörg Kässmann, an den die Frage gerichtet ist, seine Torhüterkarriere beendete. Von der Eintracht Haiger war er - mit einem Profivertrag ausgestattet - zum Bundesligisten Borussia Mönchengladbach gewechselt, wo er mit Uwe Kamps im Tor konkurrierte. Kässmann wechselte dann in die Niederlande. Zurückgekehrt nach Deutschland ließ er beim VfB 1900 Gießen und danach beim FC Waldgirmes seine Karriere ausklingen. Zwar hatte er es in die Bundesliga zu M’gladbach geschafft, doch: »Nein, in der Nationalmannschaft habe ich nicht gespielt«, so seine ehrliche Antwort.

Sieben Youngster

Der neugierige Kleine ist einer von sieben Torhütern der E- und D-Jugend der Spielvereinigung Blau-Weiß, denen »Torwartspezialist« Kässmann am Samstagnachmittag auf dem Hartplatz-Geläuf des Vereins an der Ringallee bei einer 90-minütigen Lehrstunde das Torhüter-Einmaleins etwas näherbringen möchte.

Und eins sei gesagt: Alle sieben Nachwuchstalente sind die anderthalb Stunden voll bei der Sache, schier euphorisch. Kässmann kann sie »kitzeln«, sie emphatisch motivieren. Dabei hat er immer einen guten Spruch auf den Lippen. Natürlich will jeder der Knirpse einmal Torwart-Profi werden. Das ist ihre Motivation, die der Ex-Torwartprofi durch seine Trainingseinheit verstärken möchte. Assistiert wird er von Christian Weitzel, dem E-Jugend-Trainer von Blau-Weiß.

Helmut Appel, stellvertretender Vorsitzender des Vereins, lobt am Rande die aufopferungsvolle Jugendarbeit der Vereinsjugendleiterin Mira Dahmen-Stang, die zudem noch die D-Jugend betreut. Auch bedankt sich Appel bei Thomas Heinisch - allseits »Luigi« genannt. - »Er hat uns den prominenten Torwart Jörg Kässmann anlässlich unseres 65-jährigen Vereinsbestehens vermittelt.«

Der Presse erzählt Kässmann, dass er zusammen mit den im hiesigen Raum bekannten Fußballtrainern Daniel Steuernagel und Thorsten Zimmerling im Lumdatal eine Fußballschule betreibt. »In vielen Fußballschulen sind oft fünf Torhüter in den Lehrgängen und kein Torwarttrainer dabei, der sich speziell um diese kümmert«, beklagt er. Einmal die Woche trainiert Kässmann die Torhüter des Kreisoberligisten SG Treis/Allendorf sowie des Gruppenligisten SG Kesselbach/Odenhausen/Allertshausen. Seine Fußballschuhe schnüren und seine Torwarthandschue überstreifen muss er am Folgetag bei einem Spiel der Weisweiller-Elf, einer aus ehemaligen Profis bestehenden Truppe.

Weisweiler-Elf

»Wir spielen an der elsässischen Grenze, sind ein Team von 22 Prominenten.« Von den fast 30 jährlichen Begegnungen stehe er bei den meisten zwischen den Pfosten.«

Hennes Weisweiler, eine Trainerlegende, war in 1983 verstorben. Er trainierte die »Fohlen-Elf« von Borussia Mönchengladbach elf Spiezeiten von 1964/65 bis 1975/76, den FC Barcelona, den 1. FC Köln, Cosmos New York und Grashoppers Zürich, wurde sechsmal Liga-Meister, holte dreimal den Landespokal und gewann 1974/75 mit Mönchengladbach den UEFA-Cup. Kässmann ist stolz, in Anerkennung und Würdigung dieses außergewöhnlichen Menschen in der Weisweiler-Elf spielen zu dürfen.

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