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Großzügig und offen, und doch durch Nischen mit einer gewissen Intimsphäre für die bis zu 260 Gäste - so präsentieren sich die Innenräume im neuen »Alt Gießen«.

Gastronomie

Alles neu im »Alt Gießen«

Im neu hergerichteten »Alt Gießen« setzt Pächter Ramazan Kaya auf Ambiente »aus einem Guss« und mediterrane Küche.

Gießen. War das eine Sensation vor 30 Jahren in unserer Stadt: Ein Gasthaus, das sein Bier selbst braute. Die eigene Brauanlage zog die Gäste wie ein Magnet an. Inzwischen hat die jahrzehntelange, gastronomische Institution »Gasthausbrauerei Alt Gießen« in der Westanlage ausgedient.

Neue Konkurrenz erwuchs dem urigen Großgasthaus mit dem nur wenige hundert Meter entfernten Benediktiner Weißbräuhaus in der Alten Post am Ende der Bahnhofstraße. Zudem nagte der Zahn der Zeit an Brauanlage und Inneneinrichtung. Dass sich in den letzten Wochen und Monaten beim »Alt Gießen« etwas verändert hat, ist von außen nicht zu erkennen.

Entkernt und neu gestaltet

Gut, da war die Eingangstür einige Zeit mit Brettern verschalt und inzwischen wurde eine neue eingebaut. Doch wer sich dieser Tage durch diese hindurch begibt, findet ein völlig neues »Alt Gießen« vor. Nichts ist mehr, wie es vorher war. Alle Räumlichkeiten wurden entkernt und völlig neugestaltet. Das ganze Ambiente in warme Brauntöne gehalten, die Tischgruppen uniform gestaltet. Alles wirkt wie aus einem Guss. Große Bilder zieren die Wände. »Ausschließlich mit einem gelungenen Ambiente kann man die Gäste nicht überzeugen. Das können nur unsere Speisen und der Service«, so der Pächter im Gespräch mit dem Anzeiger. Und das ist Ramazan Kaya, der seit fast ein Vierteljahrhundert in der Gastronomie tätig ist. Mediterran bezeichnet er sein Speisenangebot. Auch einen italienischen Koch beschäftigt er in seiner Küche. Neben Pasta und Pizza gibt es auch Schnitzel.

Saisonales mit Wild, Pilz und Spargel

Eine Tageskarte ist in Vorbereitung. Dazu kommen sollen saisonale Gerichte mit Wild, Pilz, Spargel. An einer ausgeprägten Weinkarte wird noch gefeilt. Platz für 260 Gäste befinden sich in dem 600 Quadratmeter großen Gastraum. Weitere 400 Quadratmeter nehmen Küche, Lager und sonstige Räumlichkeiten ein. Es gibt Vierer-, Sechser-, Achtertische, die nischengleich mit Glasplatten von den Nachbartischen abgetrennt sind. »Das ist nicht nur für etwas mehr Intimität der Gäste, sondern auch wegen Corona.« Um den in Zeiten der Pandemie stark beanspruchten Kräften im Gesundheitswesen »einen kleinen Dank abzustatten«, seien im Uniklinikum und in Arztpraxen Verzehrgutscheine verteilt worden. Ende November fand eine stille Eröffnung des Großlokals statt, das auch Möglichkeiten für größere Festivitäten bietet - für Hochzeiten, Familien- und Firmenfeiern.

Biergarten auf Balkonen

Schaut man hinter das Gebäude, so fällt auf, dass unmittelbar an das Lokal zwei große Balkone angebaut sind, auf denen als Biergarten ab dem Frühsommer 150 Gäste Platz finden. Bis dahin soll auch die Fassade rundum erneuert sein. »Wir wollten nicht den Namen Alt-Gießen ändern«, erzählt Kaya.

Denn dieser Name habe sich über die Jahre in Stadt und Umland eingeprägt. »Wir haben diese Gastronomie vor der Schließung gerettet und stattdessen unser Konzept umgesetzt, das wir seit vielen Jahren perfekt beherrschen.« An 365 Tagen im Jahr ist das Lokal durchgehend von 11 bis 23 Uhr geöffnet. 100 kostenlose Parkplätze werden für die Gäste vorgehalten.

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