1. Startseite
  2. Stadt Gießen

Alte Bücher finden neue Leseratten

Erstellt: Aktualisiert:

giloka_0706_flohmarkt_eb_4c
Melanie Kühnel (mit Familie) hatte die Idee zum Röderring-Flohmarkt. Foto: Kremer © Kremer

Gießen (ekr). Die Anwohner des oberen Röderrings haben am Sonntag für drei Stunden ihre Höfe zu einem Flohmarkt umfunktioniert, bei dem allerlei Schätze verkauft wurden. Acht Haushalte boten zusammen mit Freundinnen und Freunden alles zum Verkauf an, was sich in ihren Kellern und Garagen finden ließ. So entstand ein breites Angebot an Haushaltswaren, Büchern, Spielen, Kleidung, Dekorationsartikeln und vielem mehr, das sehr gut bei der Kundschaft ankam.

Die Idee hatte Melanie Kühnel. Als sie bei einem Zusammentreffen mit den Nachbarn davon erzählte, seien alle begeistert gewesen. »Weil wir einfach so viel Zeug im Haus haben«, sagt Kühnel und lacht. Vieles davon werde kaum mehr genutzt, obwohl es eigentlich noch in bester Form ist. Auf anderen Flohmärkten zu verkaufen sei aber häufig eher umständlich.

Organisiert über WhatsApp-Gruppen, haben die Nachbarn Plakate erstellt, Flyer verteilt und viel Werbung gemacht. Das zeigte sich auch an den zahlreichen Besuchern des Röderring-Flohmarkts, die teils schon vor Beginn über die Höfe und Vorgärten schlenderten. Neben der Stärkung der Nachbarschaft regt das Projekt auch zur Nachhaltigkeit an. Ein Teil des Erlöses wird an eine soziale Einrichtung gespendet. »Ich glaube, das wird nicht das letzte Mal sein, dass wir das machen«, ist sich Melanie Kühnel sicher.

Auch die jüngeren Anwohner des Röderrings waren fleißig dabei, ihre alten Spielsachen zu verkaufen. »Wir haben schon ganz viele Bücher verkauft«, freuten sich die sechsjährige Jonna und ihre jüngere Schwester Leni. Von dem Geld, das sie damit einnehmen, wollen sie sich neue Spielsachen kaufen.

»Manche Nachbarn haben bis zum Schluss noch nicht geglaubt, dass wir es ernst meinen«, sagte Kühnel. Alle seien glücklich, dass die Erstauflage geglückt war und sogar das Wetter mitgespielt hat.

Auch interessant