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Alte Geschichte ganz aktuell

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Mit Eifer dabei waren die jungen Darsteller des Musicals in der Johanneskirche. Foto: Jung © Jung

Gießen (kg). »Joseph … wie Israel nach Ägypten kam«, ein Kindermusical von Anne Riegler, wurde in der Johanneskirche aufgeführt. Es sang der Kinder-und Jugendchor der Johanneskirche, begleitet von einer Band unter der Leitung von Christoph Koerber. Die Regie führte Anna-Lena Schuppe.

Mit Eifer dabei waren alle Mitwirkenden, die Rolle des Joseph spielte Jonathan Johow, Zoe Swan war der Darsteller von Jakob. Durch die Geschichte führten Melina Weiter und Lea Hohe.

Das Musical ist ein durchaus aktuelles Stück über Eifersucht und Versöhnung, Vertreibung, Klimakrisen und ihre Folgen. Es erzählt mit witzigen Dialogen und fetziger Musik die biblische Geschichte von Joseph, der von seinen eifersüchtigen Brüdern nach Ägypten verkauft wird. Dort wird er Haussklave beim Chef der Leibwache des Pharao. Im Haushalt des Potifar zeigt sich, dass Joseph tüchtig und schlau agiert. Er steigt zum Hausverwalter auf und wird zum einflussreichsten Mann im ganzen Haus. Potifars Frau macht ihm eindeutige Avancen, doch Joseph geht nicht darauf ein. Und so inszeniert sie einen Skandal und beschuldigt ihn, er habe sie vergewaltigen wollen. Potifar glaubt dieser Darstellung: Joseph kommt ins Gefängnis. Dort lernt er den Obermundschenk kennen, der ihm Jahre später zur Freiheit hilft. Joseph hat die Gabe, Träume zu deuten und daran erinnert sich der Obermundschenk, als der Pharao bedrängende Träume erlebt und Aufklärung dazu sucht. Joseph wird zum Pharao geführt und erklärt ihm seine Träume: Zunächst könne sich Ägypten auf sieben Jahre mit reichlich Ernte freuen, doch dann würden sieben Hungerjahre folgen.

In den folgenden 14 Jahren setzt Joseph als Herr über Ägypten ein Wirtschaftsprogramm am: In den sieben fetten Jahren lässt er in Ägypten Getreidespeicher bauen, kauft die gesamte Getreide des Landes auf und lagert sie ein. In den sieben Jahren mit Ernteausfällen und Hungersnot verkauft Joseph den Ägyptern das Getreide. Auch Josefs Heimatland Kanaan ist betroffen. Sein Vater Jakob schickt seine Söhne zum Kauf nach Ägypten, den jüngsten lässt er aus Sorge, ihm könnte etwas zustoßen, zu Hause. Eines Tages stehen sie vor Joseph, der sie gleich erkennt, sie ihn jedoch nicht. Jetzt spielt er seine ganze Macht aus und beginnt ein grausames Versteckspiel mit seinen Brüdern. Es schein, als breche seine ganze Verletzung durch seine Brüder aus iohm heraus und finde in dem Versteckspiel ein Ventil. Die Hungersnot dauert lange. Jakob kommt nicht umhin, seine Söhne noch einmal nach Ägypten zu schicken, jetzt ist auch Benjamin dabei. Joseph lässt einen kostbaren Kelch in dessen Gepäck legen und bezichtigt die Brüder des Diebstahls, den die Brüder zurückweisen. Doch der Kelch wird bei Benjamin gefunden, sie leifern ihn aber nicht aus, sondern kehren zu Joseph zurück. Durch die Solidarität beeindruckt, gibt der sein grausames Spiel auf.

Die Geschichte hat ein Happy End. Eine zweite Aufführung fand in der Heuchelheimer Martinskirche statt.

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