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Angela trifft Victoria

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Im Tropenhaus: Angela Dorn, Alexander Wright und Prof. Wissemann (l.). © Spannagel

Ernst-Küster-Haus und Victoria-Haus im Botanischen Garten sind wieder für Besucher geöffnet. Einen ersten Einblick verschaffte sich Wissenschaftsministerin Angela Dorn auf Einladung von OB Wright.

Gießen. Ab heute sind die drei neuen Gewächshäuser im Botanischen Garten geöffnet. Zu diesem Anlass hatte Bürgermeister Alexander Wright (Grüne) Parteikollegin Angela Dorn, ihrerseits hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, nach Gießen eingeladen. Der wissenschaftliche Leiter, Prof. Volker Wissemann, zeigte ihnen und weiteren Parteimitgliedern bei einem Rundgang, was das grüne Kleinod alles zu bieten hat.

Im Kontrast zu nasskaltem Regenwetter führte er die Gruppe zuerst in das Victoria-Haus, das nach einer gleichnamigen Seerose aus dem Amazonasgebiet benannt wurde. Ihrer Herkunft entsprechend herrscht dort tropisches Klima. Wie der Professor die Gäste wissen ließ, werden die Wasserpflanzen, deren Becken einen Großteil des Gewächshauses einnimmt, auch als bionische Modelle genutzt. Beim Bau des Londoner Kristallpalasts wurde Regenrinnen nach dem Vorbild der Unterseite der Seerose installiert, erzählt er. Auch der Lotus-Effekt kann im Victoria-Haus begutachtet werden, der vor allem Kindern Freude bereiten könne, so der Professor.

Das Gewächshaus ist nach einem im Krieg zerstörten historischen Vorbild errichtet worden. Selbiges gilt für das Ernst-Küster-Haus, das nach einem verstorbenen Gießener Botaniker benannt worden ist. Der Gebäudekomplex besteht aus drei getrennten Gewächshäusern, die thematisch nach »Tropen«, »Mittelmeer« und »Kakteen« untergliedert sind. Im Kakteenhaus berichtet Wissemann, dass die wasserspeichernden Pflanzen von einer Kultur der Kleptomanie umgeben sind, da sie aufgrund ihres langsamen Wachstums teils ungemein wertvoll sind.

Der Neubau des Palmenhauses ist an modernen Fenstern zu erkennen. Im Inneren ist es jedoch anders, als der Name vermuten lässt, kühl. »Die Palmen überwintern dort«, klärt Wissemann auf. Deshalb öffnet es auch erst im Mai.

Spendenaufruf

Im angrenzenden »Löwen-Brunnen« sollen zudem weitere Voraussetzungen für die Kultivierung und Erforschung von Pflanzen geschaffen werden. Damit darin heimische Seerosenarten gedeihen können, benötigt der Botanische Garten derzeit noch Spenden in Höhe von 15 000 Euro.

Bevor die Grünen sich zum Austausch in Richtung des Ulenspiegels verabschiedeten, wurde ihnen noch ein Blick in die Herman-Hoffmann-Akademie gewährt. Mit dem prestigeträchtigen Skelett des »Gießener Wals« über den Köpfen gab Wissemann zudem noch Geschichten über dessen Konservierung und Installation sowie allerhand Fakten und Mythen rund um Wale zum Besten.

Ministerin Angela Dorn zeigte sich »beeindruckt, mit welcher Liebe zum Fachgebiet« und »wissenschaftlichem Antrieb aus Neugier« vorgegangen wird.

Die Gewächshäuser sind täglich von 10 bis 15 Uhr geöffnet. Für den Zugang gilt Maskenpflicht.

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