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Angst vor Herzschäden nach Covid-Impfung?

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Die Sorgen ums Herz begleiten uns auch im Alltag. © dpa

Gießen (fod). Einer der am häufigsten genannten Gründe bei Ablehnung einer Schutzimpfung gegen das Coronavirus ist, dass dadurch Herzschädigungen befürchtet werden. Vor allem Patienten, die bereits eine Vorerkrankung des Pumporgans haben, blutdrucksenkende Medikamente einnehmen oder einen Schrittmacher tragen, sind deswegen in Sorge. Doch wie hoch ist tatsächlich das Risiko, eine impfbedingte Herzmuskelentzündung (Myokarditis) zu erleiden?

Wie sieht es mit der Wahrscheinlichkeit von Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien) aus? Unterscheiden sich die verschiedenen Impfstoffe in ihrem Risiko für das Herz? Ist es bei der Booster-Impfung höher als bei den vorherigen Injektionen? Wie ist die Gefahr für das Herz durch die aktuell dominierende Omikron-Variante zu bewerten? Und welche Erfahrungen gibt es bei Kindern? Antworten auf diese und weitere Fragen möchten am Mittwoch, 16. Februar, Gießener Herzexperten bei einer gemeinschaftlichen Telefonsprechstunde von Agaplesion Evangelisches Krankenhaus Mittelhessen (EV), dem dortigen Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) und der Deutschen Herzstiftung geben. Von 17 bis 18 Uhr erreichbar sind: Prof. Michael Schoppet (Chefarzt der Medizinischen Klinik II - Kardiologie und Angiologie) unter der Telefonnummer 0641/9606-6595 und Privatdozent Dr. Konstantinos Karatolios (Kardiologe am MVZ) unter 0641/9606-6596.

1554 Verdachtsfälle

Die Deutsche Herzstiftung hat es in ihrer eigenen Sprechstunde häufig mit beunruhigten und verunsicherten Patienten zu tun, die zum Teil Herzsymptome nach einer Covid-19-Impfung verspüren. Bezüglich der Herzmuskelentzündung verweist die Stiftung auf den Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts, demnach bei insgesamt über 107 Millionen Impfdosen Biontech und Moderna, die bis Ende November 2021 in Deutschland verabreicht worden sind, 1554 Verdachtsfälle einer solchen Erkrankung gemeldet wurden. Das Risiko sei dabei mit Biontech geringer als bei Moderna gewesen, zeigen Studiendaten. Allerdings wird darauf hingewiesen, dass die gesundheitlichen Risiken durch eine Covid-19-Infektion generell höher eingeschätzt werden als durch eine Impfung - und das für alle Altersklassen.

Im Falle von Herzrhythmusstörungen hält es ein Experte der Herzstiftung für »außerordentlich unwahrscheinlich«, dass diese durch die Impfung selbst ausgelöst werden. Was jedoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden könne, sei eine ausgeprägte Immunreaktion mit verstärkter Aktivität des Sympathikus (Antreibernerv), die womöglich im Körper Herzrhythmusstörungen zur Folge habe, die »zwar belästigend, aber harmlos sind«, so der Mediziner. Das sind nur zwei Beispiele von den Internetseiten der Deutschen Herzstiftung, die das ganze Ausmaß von Fragen verdeutlichen, die viele herzkranke und verunsicherte Menschen hinsichtlich der Corona-Impfung und deren möglichen Auswirkungen haben.

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