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Arbeiten nach Gießener Vorbild

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Digitale Medien haben längst Einzug in die Klassenzimmer gehalten. Symbolfoto: dpa © Red

Gießen (red). Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf das Lernen? Darüber haben mehr als 80 Teilnehmende auf dem vom Kooperationsrat in Zusammenarbeit mit der Gießener Offensive Lehrerbildung (GOL) veranstalteten »Regionalen Bildungsforum« diskutiert. Der Staatssekretär im Hessischen Kultusministerium, Dr. Manuel Lösel, lobte den Vernetzungsgedanken des Bildungsforums:

»Wir müssen Synergien nutzen und wir müssen nach Gießener Vorbild zusammenarbeiten.«

Manuel Lösel: »Synergien nutzen«

Die vierte Ausgabe des »Regionalen Bildungsforums«, die in der Brüder-Grimm-Schule Kleinlinden stattfand, hat Lehrkräfte, Hochschullehrende, Ausbilderinnen und Ausbilder der Regionalen Studienseminare und des Staatlichen Schulamtes zusammengebracht, um sich unter dem Titel »Digitalisierung - (k)ein Thema mehr?« mit aktuellen Fragen der Unterrichtsentwicklung auseinanderzusetzen. In ihrem Eröffnungsvortrag rief Prof. Dr. Carolin Sutter von der SRH Hochschule Heidelberg dazu auf, die durch die Digitalisierung angestoßenen Veränderungen als Chance zu begreifen. »Alle sind in der Verantwortung, ihren Lernprozess aktiv mitzugestalten«, sagte sie und warb dafür, Studierende wie auch Schülerinnen und Schüler als Experten wahrzunehmen. »Sie sind digital natives!«

Sutter sprach von einem »kollaborativen Prozess«, in dem sie die Studierenden als sogenannte Change Agents - also die treibende Kraft hinter dem Wandel - betrachtet. Die Perspektive der Studierenden aktiv miteinzubeziehen, ist ihrer Ansicht nach wichtig, um voneinander und miteinander zu lernen. »Dann kann die Weiterentwicklung von Lehren und Lernen gelingen«, so die Professorin.

Im Anschluss an den Vortrag trafen sich die Teilnehmenden in fachspezifischen Kleingruppen und diskutierten, inwieweit die Erfahrungen und Erkenntnisse der letzten eineinhalb Jahre im Speziellen und die gesamtgesellschaftlichen Veränderungen im Rahmen der Digitalisierung im Allgemeinen Auswirkungen auf das (fachliche) Lernen haben bzw. haben müssen. Gleichzeitig wurde die Gelegenheit zur Initiierung und Erweiterung gemeinsamer Projekte genutzt.

Der 2010 gegründete Gießener Kooperationsrat ist ein Zusammenschluss aller in der Region Gießen-Vogelsberg an der Lehrerbildung beteiligten Institutionen. Das Gremium hat sich zur Aufgabe gesetzt, über Entwicklungen in der Lehrerbildung und mögliche unterstützende Aktivitäten zu beraten, Kooperationen zu initiieren und zu begleiten und die an der Lehrkräftebildung beteiligten Akteure zu vernetzen. Als eine der besonderen Aktivitäten hat der Kooperationsrat im November 2017 in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Lehrerbildung der Justus-Liebig-Universität und der Gießener Offensive Lehrerbildung das jährlich stattfindende »Regionale Bildungsforum« initiiert.

Qualitätsoffensive Lehrerbildung

Die Gießener Offensive Lehrerbildung (GOL) ist ein Strukturentwicklungsprojekt der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), das der Sicherung und Entwicklung der Qualität der Lehrerbildung dient und im Rahmen der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) aufgelegten Förderlinie »Qualitätsoffensive Lehrerbildung« von 2016 bis 2023 mit knapp elf Millionen Euro unterstützt wird. Die GOL arbeitet an Entwicklungsmaßnahmen zur Verbesserung der Studienbedingungen, der Studienangebote, der Lehr- und Lernkultur sowie der Kommunikation und Kooperation mit außeruniversitären Akteuren in der Lehrerbildung. Innovationen sollen langfristig in bestehende Angebote integriert, Reformen von Curricula erarbeitet sowie veränderte Strukturen auf den Weg gebracht werden.

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