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Arbeitsmarkt vom Ukrainekrieg beeinflusst

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Die Arbeitslosenquote im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen stieg im Juni um 0,2 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent..Im Kreis Gießen waren 7449 Personen erwerbslos gemeldet, 403 mehr als im Mai.

Gießen (red). Im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen waren im abgelaufenen Monat Juni 15 918 Personen arbeitslos gemeldet. Im Vormonat Mai waren 676 Personen weniger registriert. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent. Im Vorjahr lag die Quote bei 4,7 Prozent, wie die Behörde mitteilt.

Der deutliche Anstieg hängt primär mit dem Leistungswechsel der ukrainischen Flüchtlinge vom Asylbewerberleistungsgesetz zu den Jobcentern und den kommunalen Einrichtungen in den Rechtskreis Sozialgesetzbuch II ab Juni zusammen: »Die derzeitige Veränderung am Arbeitsmarkt, die mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit einhergeht, hängt unmittelbar mit einer Neuregelung ab Juni zusammen. Ukrainische Flüchtlinge, die bislang Geld nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten haben, wechseln in den Sozialleistungsbezug der Jobcenter und kommunalen Einrichtungen. Auch in den kommenden Monaten wird sich dieser Effekt auf die Arbeitslosenstatistik auswirken«, kommentiert Eckart Schäfer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Gießen in der Pressemitteilung. »Sehr zuversichtlich stimmt mich die weiterhin positive Entwicklung der offenen Arbeitsstellen. Das zeigt erneut, dass der hiesige Arbeitsmarkt sehr aufnahmefähig ist und gute Beschäftigungsmöglichkeiten bietet.«

Im Juni haben 325 kurzarbeitende Betriebe im Bezirk der Agentur für Arbeit Gießen einen Antrag auf Auszahlung von Kurzarbeitergeld (KuG) gestellt und auch bewilligt bekommen. Das waren 370 Betriebe weniger gegenüber dem Vormonat Mai. 21 943 Menschen wurden im Monat Juni in der Unterbeschäftigung im engeren Sinne geführt. Das waren 554 Unterbeschäftigte mehr im Vergleich zum Vormonat und 1908 weniger zum Vorjahr.

Arbeitgeber meldeten der Arbeitsagentur Gießen sowie den Jobcentern des Kreises Gießen und der Wetterau im abgelaufenen Monat Juni insgesamt 1579 neue Arbeitsstellen. Das waren 330 Stellen mehr als im Mai. Im Vorjahresmonat wurden 53 Stellen weniger gemeldet. Der Bestand an offenen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsstellen stieg um 332 auf 7478.

Männer und Frauen

Im Juni waren 8758 Männer erwerbslos registriert. Das waren 106 Personen mehr im Vergleich zum Vormonat. Im Vorjahresmonat waren 1412 Männer mehr gemeldet. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 auf 4,4 Prozent. Im Vorjahr lag die Quote bei 5,1 Prozent.

7160 Frauen waren im Juni arbeitslos gemeldet, 570 mehr als im Vormonat und 301 weniger im Vergleich zum Vorjahr. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,3 Prozentpunkte auf 4,1 Prozent. Im Juni 2021 lag die Quote bei 4,3 Prozent.

1405 junge Menschen unter 25 Jahre waren im Berichtsmonat Juni als arbeitslos registriert. Das waren 170 mehr zum Vormonat Mai und 42 weniger im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote stieg von 3,1 auf 3,5 Prozent. Im Vorjahr betrug die Quote 3,6 Prozent. Bei den über 50-Jährigen stieg die Erwerbslosigkeit um 123 Personen auf 5315. Im Juni des Vorjahres waren 460 Personen mehr gemeldet. Die Arbeitslosenquote stieg leicht um 0,1 auf 4,0 Prozent. Im Vorjahr betrug die Quote 4,3 Prozent.

5520 Ausländer waren im abgelaufenen Monat Juni als arbeitslos registriert. Das waren 709 mehr im Vergleich zum Vormonat und 4 mehr .

Zum Bezirk der Arbeitsagentur Gießen gehören der Landkreis Gießen, der Vogelsbergkreis und der Wetteraukreis. Im Kreis Gießen waren im Berichtsmonat insgesamt 7449 Personen erwerbslos gemeldet, 403 Arbeitslose mehr als im Mai. Im Vorjahr waren 787 Personen oder 9,6 Prozent mehr registriert. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 auf 5,0 Prozent. Im Vorjahr belief sich die Quote auf 5,6 Prozent.

Im Wetteraukreis ist die Zahl der Arbeitslosen um 150 Personen auf jetzt 6044 gesunken. Im Vogelsbergkreis waren im abgelaufenen Monat Juni 2425 Personen erwerbslos gemeldet, 423 Personen mehr im Vergleich zum Vormonat.

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