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Architektonisches Kleinod

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Stammtische und Sparbüchsen - Mitten in der Gießener Innenstadt iegt die Gaststätte »Zum grünen Kranz« . Das 1896 erbaute Gebäude wurde in Folge vier unseres Sommerrätsels gesucht.

Gießen. Die Gaststätte »Zum günen Kranz« liegt etwas versteckt in einem der wenigen Viertel der Stadt, die zwei Kriege unbeschadet überstanden haben. Viele Leser haben das Gasthaus, nach dem wir in der vierten Folge unseres Sommerrätsels suchten, erkannt.

Erbaut 1896 von Maurermeister Heinrich Winn wurde der grüne Kranz bewusst als Eckkneipe ins Zentrum des Bruchstraßenviertels gesetzt. Mit zwei eigenständigen Fassaden und dem über Eck gestellten Eingang ist es ein architektonisches Kleinod.

Charakteristisch ist die Verwendung verschiedener Baumaterialien. Das Gebäude prägt seine Umgebung und ist zusammen mit dem an der Fassade rankenden Weinstock als Kulturdenkmal im Kataster aufgeführt.

Dass hier die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, sieht man sofort an dem Gaststättenschild mit der Gießener Brauhauswerbung über der Tür. Seit der Schließung des Brauhauses ist der grüne Kranz ohne Vertragsbindung an eine Brauerei. Es gibt »kühles Blondes« vom Fass, auch Guiness, was daran liegt, dass ein früherer Wirt, Martin Prendergast, aus Irland stammt. Von ihm blieb die Tradition, am 17. März im grünen Kranz den St. Patrick’s Day zu feiern.

Auch beim traditionellen Bruchstraßenfest ist der grüne Kranz sozusagen der Kristallisationspunkt und ruhende Pol im Geschehen. Das Publikum im grünen Kranz ist bunt gemischt. Es reicht von Studenten über Berufstätige bis zu Rentnern. Mehrere Stammtische haben in der Eckkneipe eine Heimat und an der Wand hängt eine der letzten Kneipensparbüchsen, in denen viele Stammgäste ihr Fach haben und gelegentlich eine Münze einwerfen. Am Nikolaustag werden die Fächer geöffnet und jeder bekommt seinen Sparbetrag.

Gewonnen hat Betina Gruber aus Wettenberg. Wer diesmal kein Glück hatte, bekommt am Samstag eine weitere Chance auf einen Einkaufsgutschein. Dann gibt es im Anzeiger den nächsten Teil des Sommerrätsels.

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