1. Startseite
  2. Stadt Gießen

Auch nachmittags Radfahren üben

Erstellt:

Von: Rüdiger Schäfer

giloka_1711_fahrradschul_4c_1
Die Polizei leitet die Jugendverkehrsschule in der Weststadt. Foto: Schäfer © Schäfer

Die Jugendverkehrsschule in der Krofdorfer Straße wird ab Sommer 2023 auch außerhalb der Schulzeit geöffnet. Das hat der Gießener Schulausschuss jetzt beschlossen.

Gießen. Vor zwei Jahren wurde die »Jugendverkehrsschule« in der Krofdorfer Straße in der Nähe des ASV-Sportplatzes eröffnet. 50 Schulklassen sind es im Jahr, die insgesamt zehn Stunden lang auf dem Weststadt-Gelände unter der Anleitung der Polizei die Verkehrsregeln und entsprechendes Verhalten im Verkehr lernen.

Diese »Fahrschüler«, Schüler des vierten Grundschuljahres, sind alle älter als acht Jahre und dürfen deshalb nicht mehr auf dem Bürgersteig Fahrrad fahren, sondern müssen am normalen Straßenverkehr teilnehmen. Das richtige Verhalten per Fahrrad im Straßenverkehr wird den Schülern vormittags zu den üblichen Schulstunden beigebracht. Nachmittags ist der Platz verwaist. Und um diese Stunden geht es.

Vor einem Jahr hat die Agenda-21-Gruppe »Nachhaltige Mobilität« als Antrag im Konsens verabschiedet: »Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen: Der Verkehrsübungsplatz in der Weststadt mit der offiziellen Bezeichnung »Jugendverkehrsschule« wird zeitweise für die Öffentlichkeit zugängig gemacht. Dies kann zum Beispiel zunächst an zwei oder drei Tagen pro Woche jeweils etwa vier bis sechs Stunden unter behördlicher Aufsicht oder eingewiesener und geschulter ehrenamtlicher Helfer geschehen.« Begründet wird der Antrag mit der Feststellung, dass Radfahren einen wesentlichen Beitrag zur Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs darstelle. Dafür müssten besonders Kinder und Jugendliche Gelegenheit erhalten, Radfahren zu erlernen, zu üben und Erfahrungen für das Fahren im Straßenverkehr zu sammeln.

»Da manche Eltern selbst wenig Radfahrerfahrung haben, zögern sie auch, ihre Kinder selbstständig in die Schule fahren zu lassen.« Gemeinsames Üben mit Anleitung durch geschulte Hilfskräfte könne ihnen bei dieser Entscheidung helfen. »Nach und nach werden zwar immer mehr Radwege angelegt, die den neuesten Sicherheitsvorgaben entsprechen, aber es gibt immer noch viele alte Radfahrspuren und die sogenannten »Geschützten Radfahrstreifen«, die schmal sind und bei denen der vorgegebene Abstand von 1,5 Meter nicht eingehalten werden kann.«

Der Ausbau dieser müsse beschleunigt werden. Kinder bis zum Alter von acht Jahren sind verpflichtet, mit ihrem Rad auf dem Bürgersteig zu fahren. Eltern dürfen sie dabei begleiten. Auch das müsse geübt werden, um Ärger und Kollisionen zu vermeiden. »Die zeitweise Freigabe des vom Land geförderten Übungsplatzes kann die Akzeptanz des Fahrrades als schnelles und sportliches Fahrzeug erhöhen und besonders auch die Sicherheit der Kinder im Straßenverkehr verbessern.«

Dieser Antrag musste am 5. Oktober die Hürde der Zustimmung durch den Agenda-Rat passieren, um zur Entscheidung über den entsprechenden Ausschuss an das Stadtparlament zu gelangen. In der Agenda-Rats-Sitzung wurde er unter den Vertretern der Lokalen Agenda 21, des Magistrates, der Fraktionen und des Ausländerbeirates diskutiert, geändert und mit den Änderungen im Konsens verabschiedet. Der im Schulausschuss einstimmig verabschiedete Antrag lautet nun: »Der Verkehrsübungsplatz in der Weststadt mit der offiziellen Bezeichnung »Jugendverkehrsschule« wird zeitweise für die Nutzung durch Kinder zugänglich gemacht. Dies erfolgt in den Sommermonaten einmal die Woche mit pädagogischer Begleitung.«

Auch interessant