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Auf dem Weg zur »Smart City«

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Kleiner Kasten, große Wirkung: das LoRaWan-Gateway in Gießen. © melita.io

Vernetzung durch das »Internet der Dinge«: Das erste LoRaWAN-Gateway ist mitten in Gießen aufgestellt. Es soll verschiedene Bereiche wie Stadtplanung und Mobilität optimieren.

Gießen (red). Echtzeit-Verkehrsinformationen für Bürger, direkte Navigation zum freien Parkplatz ohne verzweifeltes Suchen, füllstandabhängige Leerung von Abfallcontainern oder intelligente Straßenleuchten mit erheblichem CO2-Einsparpotential - seit der Installation eines sogenannten LoRaWAN-Gateways mitten im Stadtzentrum ist der Weg Gießens hin zu einer »Smart City« geebnet. Langfristig könnte sie nicht nur nachhaltiger werden und die Lebensqualität ihrer Bewohner steigern, sondern zugleich die Bereiche Stadtplanung, Mobilität und Verwaltung optimieren. Auch lokale Firmen sollen von der Technologie profitieren, heißt es in einer Pressemitteilung der Melita-Group.

»Mithilfe eines LoRaWAN ist es möglich, Komponenten der städtischen, aber auch der Infrastrukturen von Unternehmen mittels Sensoren intelligent miteinander kommunizieren zu lassen«, sagt Ralf Schwoche, Vertriebsleiter bei melita.io, dessen Unternehmen den Aufbau des Gateways verantwortet hat. Mit weiteren Gateways könne nicht nur die Region, sondern ganz Hessen langfristig »auf Empfang« gehen.

»Auf Empfang«

Das Long Range Wide Area Network - kurz LoRaWAN - ist eine Funktechnologie, mit der Daten über drahtlose Sensoren energieeffizient, sicher und über lange Distanzen übertragen werden können. Aufgrund einfacher Installation, ihrer Langlebigkeit und der geringen Datenbandbreite biete sich die Technologie besonders für die Vernetzung von Objekten an. »So wie das Internet Menschen miteinander verbindet, kann das LoRaWAN Objekte aller Art miteinander verbinden. Deshalb sprechen wir auch von einem Internet der Dinge«, erklärt Schwoche.

Das Mitte Januar dieses Jahres direkt im Zentrum der Stadt aufgestellte und kastenähnliche LoRaWAN-Gateway ist kein Hingucker. Das weiß auch Oliver Reitz, Bereichsleiter Strategie und Wholesale bei der goetel GmbH.

Der Göttinger Telekommunikationsanbieter mit Niederlassungen in Reiskirchen und Kassel betreibt eigene Glasfasernetze und Richtfunkanlagen in Niedersachsen sowie Hessen und unterstützt melita.io dabei, das Versorgungsgebiet mit einem öffentlichen LoRaWAN abzudecken: »Optisch macht so ein Gateway wenig her. Aber der Schein trügt, denn wir treiben mit diesen Gateways die Standortsicherung voran. Mit innovativen digitalen Netzwerken, egal ob auf der Basis von Funk oder Glasfaser, bauen wir die Region Gießen als Gegengewicht zur starken Rhein-Main-Region weiter aus.«

Als offener Funkstandard ermöglicht die Technologie den Aufbau und Betrieb eigener Netze, unabhängig von den großen Telekommunikationsanbietern. »Sobald das LoRaWAN steht, profitieren nicht nur die Kommunen davon, sondern ebenso das Gewerbe beziehungsweise die Industrie vor Ort. Auch Bürgerinnen und Bürger können das Funknetz nutzen«, erklärt Schwoche. Um sämtlichen Anforderungen der Nutzer, wie zum Beispiel deutschlandweites Tracking unternehmenseigener Ressourcen anbieten zu können, sei ein überregionaler Ansatz nötig. Nicht zuletzt deshalb gelte LoRaWAN als Grundbaustein für Smart-City-Anwendungen in einer vernetzten Region. Neben der Stadt und dem Landkreis Gießen haben bereits weitere Kommunen und Städte aus der Region Interesse am öffentlichen Funknetzwerk gegenüber melita.io bekundet oder sogar bereits Verträge abgeschlossen. »Wir freuen uns sehr über die gemeinsame Zusammenarbeit und vor allem darauf, ganz Hessen mit einer zukunftsorientierten Technologie auszustatten«, so Schwoche.

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