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Auf der dunklen Seite

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Widmeten sich der Rückseite des Mondes - zwischen unseren Schulterblättern: die Tänzerinnen der Kasseler Formation Sozo Visions in Motion. Foto: Wegst © Wegst

Gießen. Aufführungen im kleinen Format sind wesentlicher Bestandteil des traditionsreichen TanzArt-Festivals. Dazu zählte nun auch der Beitrag der Strado Compagnia Danza aus Ulm. Sie stellte die Charaktere von Romeo und Julia in der taT-Studiobühne vor, humorvoll und kritisch in unsere Zeit verlegt. Hinzu kamen am Wochenende Impressionen der Compagnie Irene K.

aus Eupen, die bereits seit 2004 immer wieder mit Choreographien beim TanzArt-Festival zu sehen war. Außerdem ein Beitrag aus Kassel, der sich mit einer besonderen Körperpartie beschäftigte.

Unter dem Titel »Dark light« versuchten zwei Tänzerinnen und ein Tänzer (Marcia Liu, Nona Munnix und Gold Mayanga) der belgischen Compagnie Irene K, die Erfahrungen einer »Distanz zwischen Geist und Körper« darzustellen. Choreograph Pascal Touzeau beschäftigt sich dabei mit Astralreisen. Geist und Körper lösen sich voneinander, führen eine autonome Existenz und erkunden den sie umgebenden Raum. Die drei Akteure setzten diese Vorstellungen mit kraftvollen, doch auch sonderbar abgehackten Bewegungen um. Bei galaktisch lauter und schriller Musik blieb anschließend ein bedrücktes Gefühl zurück.

Geradezu erleichterten Applaus erhielt danach das junge Team aus Kassel mit Namen Sozo Visions in Motion, das sich zwar unter dem Titel »Epilogue - the backside of the moon« auch einem schwierigen, transzendenten Thema widmete, dieses am Ende aber auflösen konnte. Ausgangspunkt der Performance von Hannah Breuker, Aurora Magri und Mareike Steffens: Die am schwersten von uns zu berührende Stelle des Körpers ist der Punkt zwischen unseren Schulterblättern. Wir können ihn auch nicht am eigenen Körper sehen. Die Zuschauer konnten diesen Punkt bei den Tänzerinnen aber genau erkennen, weil sie rückenfreie Oberteile trugen. Zu einer Bearbeitung klassischer Musik agierten die Tänzerinnen mit viel Anmut und Durchhaltevermögen, eine enorme Leistung, die sich den Beifall verdient hatte.

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