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Auf Mai-Demo Glück gefunden

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Kamen 1995 nach Deutschland und leben seit 26 Jahren in Kleinlinden: die Goldhochzeiter Litvak. © Jung

Gießen (kg). Im kleinen Kreis feierten Olga und Boris Litvak ihren 50. Hochzeitstag. Beide stammen aus Moldavien und kamen mit der Familie und zwei Omas 1995 nach Deutschland. Vorübergehend lebten sie in Allendorf/Lumda in einer Unterkunft.

Durch eine Anzeige fanden sie bald eine Wohnung in Kleinlinden und leben dort nun seit 26 Jahren. Der damalige Kleinlindener Pfarrer Michael Karg suchte das Ehepaar auf, das über den unerwarteten Besuch sehr überrascht, aber auch erfreut war. 20 Jahre erledigte der Goldhochzeiter nebenamtlich die Aufgaben des Küsters bei der Kleinlindener Kirchengemeinde. Der Ingenieur der Elektromechanik, der in Moldavien in der Energiewirtschaft bei verschiedenen Unternehmen arbeitete, besuchte in der neuen Heimat zunächst einen Deutschkurs. Dann fand er eine Beschäftigung bei einer Leiharbeitsfirma und war dort für eine Einrichtung in Kleinlinden als Hausmeister tätig. Später half er dem Sohn in seiner Praxis mit Zuarbeiten. 2014 beendete Boris Iltvak die offizielle Berufstätigkeit.

Ehefrau Olga arbeitete nach dem Besuch der Hochschule in einem großen Unternehmen. Dort war sie verantwortlich für Marketing, bereiste die damalige Sowjetunion, auch Polen, Ungarn und Rumänien. Die Tätigkeit bereitete ihr viel Freude. Kennengelernt hat sich das Paar im Unternehmen, wo beide arbeiteten. Näher kamen sie sich bei einer Demonstration am 1. Mai, anschließend wurde, wie in jedem Jahr bei dieser Kundgebung, getanzt, gesungen und gefeiert.

Mit vielen Verwandten, Freunden und Bekannten feierte das Paar die Hochzeit. In der Wahlheimat versorgte Olga zunächst den Sohn, der heute als Arzt tätig ist, und den Haushalt. In ihrem Beruf fand sie keine Anstellung mehr. Später war sie im Kindergarten der Kirchengemeinde Kleinlinden tätig, die Arbeit mit den Kindern war für sie eine schöne Aufgabe.

Die offiziellen Glückwünsche überbrachte Stadtrat Andreas Schaper.

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