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Aufgebrühte Vielfalt kommt gut an

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Von: Rüdiger Schäfer

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Premiere beim Suppenfest: Erstmals wird von Schatzmeisterin Ilona Döring, Paul Debes vom JungChemikerForum, Pressereferent Manuel Heinrich und vom Vorsitzenden der Liebig-Gesellschaft, Gerd Hamscher, die Liebig-Suppe verkauft, die es sonst nur in Frankreich im Tetrapack gibt. Foto: Schäfer © Schäfer

Schon ab kurz nach elf Uhr herrschte bei der kulinarischen Veranstaltung »Liebigs Suppenfest«am späten Vormittag Andrang an den Suppenständen auf dem Lindenplatz und in den Marktlauben.

Gießen . Angesagt war am Sonntag die alljährliche kulinarische Veranstaltung »Liebigs Suppenfest« und Petrus spielte voll mit. Bei trockenem, kühlem Wetter spürte man das Verlangen nach einer heißen Suppe. Schon ab kurz nach elf Uhr herrschte am späten Vormittag Andrang an den Suppenständen auf dem Lindenplatz und in den Marktlauben.

Wer im Haushalt Lust auf ein heißes Süppchen hat und es mal schnell gehen soll, der reißt oft eine zuvor gekaufte Tüte auf. In der befinden sich alle Ingredienzen als trockene Extrakte, die man für eine schmackhafte Suppe benötigt. Heißes Wasser drauf, kurz umrühren, ziehen lassen und schon ist die Suppe verzehrbereit. Kaum jemand ist jedoch bewusst, dass der Erfinder dieses Bouillongeschmackes Justus Liebig war. Der hatte seinerzeit als Erfindertalent nicht nur den Kunstdünger, den Spiegel und andere nützliche Dinge erfunden. Nach ihm wurde unsere Universität benannt und auch das Museum in der Liebigstraße, in dem er lange gewirkt hatte. Seinen Namen trägt auch das jährlich stattfindende innerstädtische Suppenfest.

Liebig hatte nämlich 1853 einen konzentrierten Fleischtrank als stärkende Krankenkost entwickelt. Wirtschaftlich herstellen ließ der sich nicht in Deutschland. Jedoch als Abfallprodukt der Kuhfellherstellung in Uruguay. Dort wird er noch heute im Gebäude des Unesco-Weltkulturerbes produziert. Haltbar gemacht und in Fässer gefüllt, wurde er damals auf Schiffen nach Europa gebracht. Das Extrakt war der Vorläufer des Maggiwürfels. Wieso es eine Liebigsuppe, diese wurde auf dem Markt erstmals angeboten, nur im benachbarten Frankreich - zumal im Tetrapack - gibt, vermochte auch der Vorsitzende des Liebigvereins, Prof. Gerd Hamscher, nicht zu sagen. Ein leckeres Angebot aus internationalen, vegetarischen und veganen Suppen erwartete erneut die Menschen aus der Stadt und der Region. Die Gießen Marketing Gesellschaft hatte die Suppenköche wieder zentral in den Marktlauben und auf dem Lindenplatz platziert, um hier in einer gemütlichen Atmosphäre verschiedene Suppen und leckere Weine zu verköstigen. Von einheimischen (Hackfleisch-Käse-Lauch-Suppe der DLRG, »Deftiger Reitersuppe« der Landfrauen), vegetarischen (Linsen-Kokos-Curry-Suppe, Petersilienwurzel-Selleriecremesuppe, Kartoffel-Lauch-Suppe, Gerstengraupen-Suppe), afrikanischen (Linsensuppe mit Feigen, Erdnuss-Süßkartoffel-Suppe, Eritreische Hackfleischsuppe mit Gemüse) bis zu asiatischen (Tom-Yum-Suppe, Kürbis-Mango-Suppe, Butternut-Süßkartoffel-Suppe) Kreationen wurden allen Geschmacksrichtungen von Suppenfreaks Rechnung getragen. Schöne Tradition sind die durchgeführten Live-Experimente des Chemie-Museums. Die Experimentatoren Dr. Herbert Lepper und Manfred Fritsch zeigten eine halbe Stunde lang auf der Ein-Raum-Bühne der Stadt spannende Experimente dem oftmals staunenden Publikum. Auch für die musikalische Unterhaltung war gesorgt: Der heimische Künstler Killi spielte zugunsten des Gießener Tierheims. Stadtführer Peter Meilinger gewährte informative Einblicke in die Historie der Stadt und hatte dabei das eine oder andere erstaunliche Bonmot auf Lager.

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