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Aus dem Klassenzimmer abseilen

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Von: Julian Spannagel

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Bei vielen Übungen mussten die Schüler wortwörtlich an einem Strang ziehen. Foto: Spannagel © Spannagel

Kein Fluchtversuch, sondern eine von vielen Aufgaben beim »Sportsfunday« der Wirtschaftsschule war das Abseilen aus dem Klassenzimmer. Koordination und Miteinander waren gefragt.

Gießen. Seit 100 Jahren gibt es kaufmännische Bildung am Oswaldsgarten. Anlässlich der Jubiläumsfeierlichkeiten konnten nun die 1100 Schüler der Wirtschaftsschule am Oswaldsgarten (WSO) beim »Sportsfunday« verschiedene spielerische Aufgaben bewältigen und unbekannte Sportarten ausprobieren. Organisiert wurde das Ganze von der »Hessischen Sportjugend«.

Es waren nicht wenige Angebote, unter denen die jungen Leute im Alter von 15 bis Anfang 20 wählen durften: 40 Stationen hatten die Organisatoren zusammengestellt. Die Auswahl reichte von Teamaufgaben am Boden bis hin zu Ausflügen in luftige Höhen. Einmal Abseilen aus dem Klassenzimmer oder mit einer Seilrutsche den Mitschülern aus großer Höhe entgegenkommen erforderten auch etwas Mut. »Viele, die sonst auch nicht so sportbegeistert sind, trauen sich, was sie sonst nicht machen«, erklärt David Schnorr von der Sportjugend.

Bei einer Station, die ebenfalls Geschick am Seil erforderte, gab es für die Schüler sogar etwas zu gewinnen. Im Rahmen eines Wettstreits zwischen den Klassen galt es, einen ausgewählten Schüler durch den Zug an einem Seil mit dem richtigen Einsatz geballter Kräfte an einer Wand entlangzugeleiten. Dieser musste eine vorgezeichnete Wegstrecke an einer Wand zurücklegen. Koordination war erforderlich, um den Parkour möglichst schnell und fehlerfrei zu absolvieren. Die beste Klasse gewann ein Teamtraining der Sportjugend.

Im Nachgang gab es dann außerdem noch einen vorgesehenen Zeitraum zu Reflexion des Ganzen. »Der Teamgedanke steht im Vordergrund«, so Schnorr. Auch andere Spiele forderten die Koordination in der Gruppe. So musste etwa ein Ball durch Rohre transportiert werden, die während der Fortbewegung des Balles dafür entsprechend in Position gebracht werden mussten.

Eine weitere Station sah vor, dass Wasser aus einem in kreisförmig angeordneten, an Seilen aufgehängten Gefäßen mittels der notwendigen Koordination der Zugbewegung der Teilnehmenden in ein anderes Gefäß hinübergeschüttet wird. Beim sogenannten Bumbleball, bei dem die Schüler in einer Art Ganzkörper-Ball-Anzug tragen, war der Improvisation zudem keine Grenze gesetzt: Aufeinanderzurennen und die ganze Kraft rauslassen. Für jede Klasse, darunter elf Integrationsklassen auch mit Geflüchteten aus der Ukraine, galt es, zwei Teamstationen zu absolvieren. Darüberhinaus konnte frei in das vielfältige Angebot eingetaucht werden. Insgesamt herrschten ein reges Treiben und ausgelassene Stimmung.

Auch viele Vereine waren beim »Sportsfunday« mit dabei. So konnten die Schüler mit einigen Spielern der Gießen 46ers Basketball spielen und sich auch das ein oder andere Autogramm abholen. Bei einem Stand des Gießener Tanz-Club 74 übten sich die Teilnehmenden zudem in Schrittfolgen eines Gruppentanzes. Darüber hinaus waren vertreten: Blau-Weiß Gießen, TV07 Watzenborn-Steinberg (Tennis), Aero-Club Butzbach, LOFT aus Linden, der Hessische Fußballverband (Blindenfußball) sowie Ruderclub Hassia 1906, welcher den Schülern die Möglichkeit bot, auf der Lahn Drachenboote auszuprobieren.

Von der Sparkasse Gießen war eine Fotostation mit einem Greenscreen aufgebaut, damit die Erinnerungen an den ereignisreichen Tag festgehalten werden konnten. Diese hatte als Sponsor auch ein Eigeninteresse an der Beteiligung. Schließlich seien viele ihrer Azubis WSO-Absolventen, so ein Sparkasse-Sprecher. Seitens der Schule war Abteilungsleiterin Doris Schlosser Hauptorganisatorin. Nach vier Stunden voller sportlich-spaßiger Bewegung wurde schließlich alles aufgeräumt.

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