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1997 feierte die Sängervereinigung Wieseck ein ganzes Jahr lang ihren 125. Geburtstag. Repro: Jung © Klaus-Dieter Jung

Die Sängervereinigung Wieseck wird 150 Jahre alt - und das wird am Samstag (25. Juni) unter dem Motto »Musik in Flammen« auf dem Gelände der Feuerwehr gefeiert. Ein Blick in die Historie.

Gießen. Die Sängervereinigung Wieseck wird 150 Jahre alt. Gefeiert wird dieser hohe Geburtstag auf dem Gelände des Feuerwehrgerätehauses in der Philosophenstraße und auf dem Radweg. »Musik in Flammen« sind deshalb auch die Festlichkeiten betitelt, die die Sängerinnen und Sänger gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Wieseck und - hoffentlich - vielen Gästen begehen.

Am morgigen Samstag geht es um 19 Uhr los mit dem Abend »Vielfalt der Musik«, bei dem viele anderen Gesangvereine mit Liedbeiträgen gratulieren.

Gastchöre auf der Bühne

Die Sängervereinigung ging aus dem Zusammenschluss der Vereine »Concordia«, »Jugendgrund«, Sängervereinigung 1925 und dem »Arbeitergesangverein Sängerkranz« hervor. So steht es im Festbuch zum 125. Bestehen im Jahr 1997. Vom Gesangverein »Concordia« als ältestem Verein der Sängergeschichte, existiert noch das erste Protokollbuch, in dem sich eine Eintragung vom 28. September 1872 findet. Es lässt sich nicht mehr nachweisen, wann der Verein tatsächlich gegründet worden ist. Und so haben die Sängerinnen und Sänger entschieden, sich an die nachweisbaren Daten aus dem Protokollbuch zu halten.

Dort steht: »Beschlussfassung vom 28. September 1872: Die Mitglieder hielten es für nothwendig, daß jeder gefaßte Beschluß niedergeschrieben werden müßte und wurde dieserhalb das Mitglied Wilhelm Hansult als Schriftwart mit Stimmenmehrheit ernannt«.

Der Gesangverein Jugendgrund, als zweitältester Verein, wurde 1882 gegründet. 1925 schlossen sich die Gesangvereine »Concordia« »Jugendgrund«, ein Teil der »Eintracht«, der weiterhin selbstständig blieb, zur Sängervereinigung 1925 zusammen. Deren Dirigent war von 1925 bis etwa Ende 1944 Philipp Groß, der mit dem Verein große Erfolge erreichte.

Im Zweiten Weltkrieg kam das Vereinsleben zum Erliegen. Los ging es wieder am 1. März 1947 mit dem Zusammenschluss der Sängervereinigung und des Arbeitergesangvereins Sängerkranz. Die neue Vereinigung firmierte unter dem Namen »Männergesangverein«, zur ersten Singstunde kamen 64 Sänger. Die Mitwirkung beim Gaumusikfest der hessischen Mandolinenorchester im Stadttheater und das Festkonzert zum zehnjährigen Jubiläum nach der Neugründung waren Höhepunkte in der älteren Geschichte des Vereins.

1974 wurde das 25-jährige Bestehen des gemischten Chores gefeiert. Seit 1976 zählt der Verein zum Sängerkreis Gießen. Die Aktiven unternahmen 1976 eine Chorreise in die Gießener Partnerstadt Versilles. Die folgenden Jahre prägte reges Vereinsleben. Seit 1980 trägt der Chor den Namen Sängervereinigung Wieseck. Auf zwei bemerkenswerte Kirchenkonzerte in der Michaelskirche und in St. Albertus in Gießen schauten die Chormitglieder gerne zurück. Sie verreisten auch nach Ungarn, wo sie in der Stephans-Basilika und in der Aula der Budapester Universität auftraten. Einen besonderen Stellenwert neben den chormusikalischen Aktivitäten nehmen die Wintervergnügen ein, die dem Verein immer ein volles Haus bescherten.

Frühlingskonzert und Wintervergnügen

Den 125. Geburtstag im Jahr 1997 feierte der Chor ausgiebig das ganze Jahr über mit einem Frühlingskonzert, dem Festkommers, einem Freundschaftssingen und Frühschoppen sowie zwei Weihnachtskonzerten. Vorsitzender und Festpräsident war damals Hans-Dieter Leib, Chorleiter Wilhelm Schomber.

Zu seinem 140-jährigen Bestehen schenkte der Verein seinen Gästen im Bürgerhaus einen prächtigen Strauß bunter Melodien aus der Welt des Musicals im Rahmen seines Herbstfestes.

Wie im Flug vergingen die Jahre und so wird jetzt nach Einschnitten durch die Corona- Pandemie der 150. Geburtstag würdig gefeiert und die Sängerschar freut sich, wieder in der Öffentlichkeit präsent sein zu können.

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