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Ausflippen im positiven Sinne

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Die ideale Vorbereitung für seinen Auftritt auf dem Gießener Hausberg holte sich Jan Delay bereits am Nachmittag, als er von vielen unerkannt im Heuchelheimer See baden ging.

Gießen . Jan Delay & Disko No. 1 sorgten am Dienstag beim Kultursommer auf dem Schiffenberg für einen fulminanten Auftritt. Der Gast aus Hamburg zündete ein Hitfeuerwerk aus House, RnB, Hip-Hop, Soul und Pop mit drei Ausnahmesängerinnen und einer tollen Band. Die ideale Vorbereitung für seinen Auftritt auf dem Gießener Hausberg holte er sich bereits am Nachmittag, als er von vielen unerkannt im Heuchelheimer See baden ging.

Auf dem Schiffenberg tauchte er dann in ein Bad in der Menge ein, betrat im Anzug die Bühne und streifte bereits beim Auftaktsong »Klar« sein Jackett ab - zu warm. Für die über 3000 Besucher lieferte der längst in die erste Liga der Repräsentanten der Hansestadt Hamburg aufgestiegene Künstler eine tolle 95-minütige Performance ab. Natürlich federte Jan Delay über die Bühne, begrüßte mehrmals »Gießen« und bezog immer wieder sein Publikum mit ein. Da wurde getanzt und auf der Bühne gewirbelt, was die Beine hergaben und die Hände der Fans gingen nach oben. Beim Mann mit Hut und Sonnenbrille war Ausflippen im positiven Sinne angesagt.

Seine Fangemeinde ist kaum zu definieren. Ältere Semester waren darunter, Freaks, Hip-Hopper und auch ganz junge Leute. Erstaunlich und begeisternd zugleich ist Jan Delays Vielseitigkeit, ob Reggae, Funk, House, Hip-Hop, alles wird durchgemixt und neu aufbereitet. Da ist eine Nena-Interpretation von »Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann« zu hören - und nach einer halben Stunde ist sein T-Shirt dann auch bereits durchgeschwitzt.

»Jetzt geht es nur noch bergab«, unkte er nach 40 Minuten und kündigte an »nur noch auf der halben Arschbacke zu singen«. Und auch mit dieser begeisterte er, ließ »Der Bass und die Gang« folgen. Die Fans jedenfalls sprangen und tanzten vom ersten Stück an. Der alte »Master of Ceremonies« hatte sie alle im Griff. Nach einer Stunde war kollektives Hüpfen auf und vor der Bühne angesagt und fünf Minuten später kollektives Klatschen. »Wir haben mit euch noch was vor«, versicherte Eisfeldt, so Delays bürgerlicher Nachname und so nannte er sich anfangs auch als Rapper. »Sie hat einen Schal vom 1. FC Gießen - grün-weiß«, freut sich Delay, als jeder mit einem Kleidungsstück winkte.

Nach 75 Minuten hieß es »Tschüß« und »Zugabe«-Rufe ertönten - und dann kehrte er noch einmal für 20 Minuten zurück und ließ den »Freeze-Dance« folgen - mit dem Publikum im Zusammenspiel eine tolle Aktion. Als Schlusssong erklang »One more time« - gar mancher Zuhörer hätte sich das gewünscht. Doch auch so fiel das Fazit nicht schwer: Eineinhalb Stunden gespielt, 20 Songs rausgehauen, T-Shirt und Hose durchgeschwitzt und die Zuschauer auf dem Schiffenberg begeistert. Mehr geht nicht an solch einem herrlichen Sommerabend.

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