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Ausländerbeirat fordert Konsequenzen

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Gießen (olz). Nach seinem umstrittenen, aber mittlerweile wieder gelöschten Posting im Nachgang der Krawalle an den Hessenhallen, fordert auch der städtische Ausländerbeirat politische Konsequenzen von Klaus-Dieter Grothe. Mit »großem Entsetzen und Bedauern« habe das Gremium den Überfall auf das eritreische Konzert am 20. August zur Kenntnis genommen.

Die Bilanz des Überfalls sei verheerend.

Unter Einsatz von Messern, Schlagstöcken und Steinen seien 33 Menschen verletzt worden. »Unsere Stadt hat noch nie so eine brutale Gewalttat erlebt! Der städtische Ausländerbeirat verurteilt diese mit nichts zu rechtfertigende Gewaltanwendung aufs Schärfste«, teilt das Gremium schriftlich mit. Vielfalt sei in der Stadt gelebte Normalität.

»Normalität nicht vom Himmel gefallen«

»Am ›Tag der Kulturen‹ im Rahmen des Stadtfestes konnte man diese Normalität in all ihren schönen Facetten miterleben. Diese Normalität ist nicht vom Himmel gefallen. Sie ist durch mühsame Arbeit unserer Stadtgesellschaft von politischen Parteien und Organisationen, Migrantenselbstorganisationen, bis hin zu Kirchen, Moscheen, Synagoge, Gewerkschaften, Ausländerbeiräten (Gießen und Landkreis) erarbeitet worden. Der Gießener ›Tag der Kulturen‹ ist eine Vision für diese Stadt, ein Gipfel des friedlichen Miteinanders. Wir werden es nicht zulassen, dass diese Vision zerstört wird, auch nicht von einem Gießener Stadtverordneten«, informiert der Beirat.

»Äußerungen ermutigen nur Schlägertrupps«

Auch der Ausländerbeirat bezieht sich auf das gelöschte Posting des Grünen. »Solche Äußerungen ermutigen nur die Schlägertrupps, mit purer Gewalt weiterhin für Gewaltexzesse in unserer Stadt zu sorgen«, so das Gremium, das von einem geplanten Anschlag ausgeht. »Bevor von größerer Tragödie gesprochen wird und bevor die friedliche Normalität größeren Schaden nimmt, müssen die Täter zur Rechenschaft gezogen werden und die Unterstützer politische Konsequenzen aus ihren Fehlern ziehen. Wer die pure Gewalt als Sieg der Gerechtigkeit und Demokratie darstellt, muss politische Konsequenzen ziehen. Das gilt auch für Herrn Grothe«, resümiert der städtische Ausländerbeirat.

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