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Azubis beraten Lehrstellensuchende

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Auch die Polizei Hessen war auf der Ausbildungsmesse vertreten. An ihrem Stand herrschte reger Betrieb. © Zielinski

52 Aussteller und 1600 Jugendliche: die Berufsorientierungsmesse »vocatium« in der Gießener Kongresshalle bringt Lehrstellensuchende und Unternehmen zusammen.

Gießen. Mit einer qualifizierten Ausbildung oder einem Studium legen junge Menschen den Grundstein für ein erfolgreiches Berufsleben. Gerade im Hinblick auf rund 320 anerkannte duale Ausbildungsberufe wird es deshalb immer wichtiger, sich rechtzeitig über Möglichkeiten und Chancen auf dem Ausbildungsmarkt zu informieren. Reichlich Gelegenheit hierfür bietet die Fachmesse für Ausbildung + Studium »vocatium« Gießen/Wetzlar in der Kongresshalle, die gestern begonnen hat und auch heute zwischen 8.30 bis 15 Uhr ihre Pforten öffnet.

52 Aussteller - Ausbildungsbetriebe, Hochschulen, Fachschule und Institutionen - haben sich beim Veranstalter, dem Institut für Talententwicklung (IfT) angemeldet, um rund 1600 Jugendliche aus der Region zu beraten und potenzielle Nachwuchskräfte zu generieren. »Die teilnehmenden Schüler(innen) wurden vor der Messe auf die Gespräche vorbereitet und kommen mit festen Gesprächsterminen zur vocatium«, erklärte Christian Würz, kommissarischer Projektleiter der Messe.

IfT stehe eng mit regionalen Schulen in Kontakt und würde die Jugendlichen persönlich im Unterricht oder per Videokonferenz auf die Messe vorbereitet. Im Anschluss daran vereinbare das IfT auf Basis der jeweiligen Berufswünsche der Schüler für diese feste Termine mit den Ausstellern. Das Konzept erweise sich gerade in Corona-Zeiten als ideal. Die Schüler konnten bis zu vier Termine vereinbaren.

»70 Jugendliche haben mit uns einen Termin vereinbart«, freute sich Jan Achnitz, Ausbildungsleiter CSL Behring aus Marburg. Und da niemand besser als Auszubildende selbst auf Augenhöhe beraten können, hatte er mit Biologielaborantin Gina Drescher und Industriekaufmann Marek Dörr gleich zwei Azubis mit dabei. Dass zusätzlich auch einige Schüler(innen) spontan vorbeigeschaut haben, konnten Sandra Hund, Ausbilderin bei der Sparkasse Wetzlar und Deborah Müller-Ahlheim, Auszubildende im zweiten Lehrjahr bei der Sparkasse Gießen, berichten. »Die Jugendlichen waren sehr gut vorbereitet, einige von ihnen kamen sogar mit einem ganzen Katalog an Fragen zu uns«, erklärte Sandra Hund. Zusammen haben die beiden Sparkassen aktuell 58 Auszubildende in den Berufen Bankkaufmann/-frau und - ganz neu - Kaufmann/-frau für Digitalisierungsmanagement. »Ist Mathe wichtig?« oder »Wie sieht der Berufsalltag einer Bankkauffrau aus?« waren nur einige der gestellten Fragen. Aus Erfahrung weiß Müller-Ahlheim, dass ein Gefühl für Zahlen sowie logisches Denken wichtige Voraussetzung für die Arbeit in einer Bank sind.

Für den Beruf des technischen Bauzeichners interessierten sich Frederic List, Bastienne Gerlach und Lucas Gordejew. Die drei Schüler der Alexander-von-Humboldt-Schule waren mit ihrem gesamten Jahrgang da und ließen sich bei Faber & Schnepp von Alexander Spangenberg ausführlich informieren. »Ich habe bereits ein Praktikum bei Faber & Schnepp gemacht«, berichtete Frederic List. Ziel des 15-Jährigen ist es, Produktdesigner zu werden.

Reger Betrieb herrschte auch am Stand der Polizei Hessen sowie der DRK-Schwesternschaft und Volunta, einem Freiwilligendienst des DRK. Einige Aussteller, wie beispielsweise die Asklepios Klinik Lich, hatten beim Aufbau ihrer Stände viel Fantasie entwickelt.

»Von der aktuellen Angebotsvielfalt sind Schüler(innen) oftmals überfordert«, weiß Franz-Andreas Loos, Lehrer an der Herder-Schule Gießen, der mit dem gesamten zwölften Jahrgang die Messe besuchte. Einige wären auf der »vocatium« auf Berufe oder Studienangebote gestoßen, für die sie sich zuvor nie interessiert hätten. Und: »Sie haben die Erfahrung gemacht, dass viele Unternehmen mittlerweile Online-Bewerbungen bevorzugen.

Im Rahmen eines »Round Table« zum Thema »Berufsorientierung auf Distanz« am Rande der Messe betonte Stadträtin Astrid Eibelshäuser, neben dem Wetzlarer Oberbürgermeister Manfred Wagner Schirmherrin der Messe, dass die Pandemie viele neue Formate im Bereich Berufsorientierung hervorgebracht habe.

2023 soll »vocatium« laut Veranstalter wieder in Gießen und Wetzlar stattfinden.

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